BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Erneuerbare Energien

Nur mit einem schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien können Energiewende und Klimaschutz gelingen und eine sichere Energieversorgung für die Zukunft garantiert werden. Der BUND setzt sich für eine naturverträgliche Nutzung von Energie aus Sonne, Wind & Co. ein.

Ein Windrad von unten vor blauem Himmel. Für den BUND ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien von zentraler Bedeutung.  (Martin Köppel / BUND)

Erneuerbare Energien sorgten 2020 gut die Hälfte der Netto-Stromerzeugung in Deutschland, wie Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme zeigen. In Baden-Württemberg stammt bisher laut Statistischem Landesamt knapp ein Drittel des Strom aus Erneuerbaren Energien – beim Primärenergieverbrauch, der auch Kohle, Öl und Gas umfasst, die zur Wärmerzeugung und in der Mobilität eingesetzt werden, liegt ihr Anteil bei mageren 14 %.

Baden-Württemberg ist ein Energieimportland und wird es auch auf absehbare Zeit bleiben. Trotzdem können auch im Südwesten  Sonne, Wind, Wasserkraft , Biomasse und Geothermie einen deutlich größeren Anteil am Energieverbrauch abdecken als heute. Es ist  noch ein weiter Weg, bis die gesamte Energieversorgung umgestellt sein wird.

Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg

Im Bereich Wärme haben Wärmepumpen – von der kleinen Luft-Wärmepumpe eines Einfamilienhauses über Solarthermie-Anlagen und Wärme aus Gewässern bis zu Geothermie – das größte Potential. Sollen Wärmepumpen ihr Potential auch im Gebäudebestand effizient ausspielen, sind die thermische Sanierung und der Ausbau der Wärmenetze Schlüsselprojekte. Mit der kommunalen Wärmeplanung geht Baden-Württemberg nun einen wichtigen Schritt voran. Bei Biomasse muss der Schwerpunkt auf der Verwertung von Reststoffen liegen.  

Im Strombereich haben Solarenergie und Windenergie bei uns im Südwesten das größte Ausbaupotenzial. Fundamental wichtig ist es, deren Ausbau naturverträglich zu beschleunigen. Ein Schlüssel dazu können vom Land festgelegte, regionale Ausbauziele darstellen.

Im Verkehrsbereich gibt es keine direkt nutzbaren erneuerbaren Energiequellen. Hier muss die Verbrauchsreduktion durch eine echte Mobilitätswende an erster Stelle stehen. Der Großteil der dann noch notwendigen Energie wird in Form von Strom zum Einsatz kommen. Wasserstoff oder sogenannte ReFuels werden nur in Ausnahmefällen Anwendung finden.

Vorteile von Erneuerbaren Energien

Der weitere Ausbau der Erneuerbaren ist neben Energiesparen und der deutlichen Steigerung der Energieeffizienz eine wichtige Voraussetzung, um ambitionierte Klimaschutzziele zu erreichen. Im Gegensatz zur Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern wie Kohle oder Erdgas werden bei jener aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne keine endlichen Ressourcen verbraucht. Sie sind unerschöpflich. Das ist ein großer Vorteil, weil somit die Versorgung auch für die Zukunft gewährleistet ist.

Regenerativen Energieträger sind ideale Energiequellen: Zwar werden beim Bau der Anlagen Ressourcen verbraucht und Treibhausgase ausgestoßen, sobald jedoch die Photovoltaikanlage beziehungsweise das Windrad steht, gibt es keine saubereren Energieformen als diese. Im Betrieb enstehen werden Treibhausgase noch Feinstaub oder gewässerschädliche Stoffe. Ein Umbau unserer Energieversorgung, also eine Energiewende ist dringend notwendig. Aktuell stammen rund 23 Prozent der Treibhausgase aus dem Energiesektor (Stand: 2018).

Ausbau der Erneuerbaren Energien

Die Zeit drängt: Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssen wir den Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduzieren und voraussichtlich auf jeglichen fossilen Energieträger verzichten. Auch Atomkraft kommt für eine verantwortungsvolle Energieerzeugung nicht in Frage. Die Erneuerbaren müssen möglichst schnell einen großen Teil unserer Stromversorgung übernehmen. Der BUND setzt sich  für einen schnellen, ökologisch verträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien ein, beispielsweise auch mit seinem Engagement in dem Projekt Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz. Der Umwelt- und Naturschutzverband fordert von der nächsten Landesregierung, konkrete Ziele für die Regionen festzulegen. Außerdem muss für Neubauten und nach Dachsanierungen die Nutzung von Sonnenenergie verpflichtend werden.

Erneuerbare Energien und Naturschutz

Für die Energiewende gibt es weltweit keine Alternative, die vor künftigen Generationen zu verantworten wäre. 100 Prozent Erneuerbare und der Klimaschutz sind ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Natur. Naturverträglich gelingt die Energiewende, wenn wir Menschen das nötige Minimum an Energie möglichst effizient nutzen. Wir können Konflikte mit dem Naturschutz weitestgehend verringern, wenn wir die Anlagen klug planen, auf Basis aller verfügbarer Informationen über die Natur. Dabei sollten wir alles bekämpfen, was weltweit die Biodiversität bedroht – Agrarindustrie, Raubbau natürlicher Ressourcen etc.

Erneuerbare Energien und Versorgungssicherheit

Eine wichtige Herausforderung bei der Umstellung von atomar-fossilen Energiequellen zu Erneuerbaren Energien ist es, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, also unter anderem die bei Überproduktion erzeugte Energie für energiearme Zeiten zu speichern. Elektrische Energie kann z.B. mittels Pumpspeicherkraftwerken als sogenannte Lageenergie oder chemisch gespeichert werden. Übliche chemische Speicher sind z.B. Lithium-Ionen-Akkus. Immer wichtiger wird aber die Speicherung in Form von Wasserstoff oder Methan.

Was ist das EEG?

Der Erfolg der Erneuerbaren Energien geht auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurück, das mit Einspeisevergütung und Einspeisevorrang Investitionssicherheit garantierte. Das heißt:  Energieerzeuger*innen war über das Gesetz garantiert, dass sie über 20 Jahre eine feste Einspeisevergütung für den erzeugten Strom bekommen.

Ein Großteil der Anlagen wurde dabei von Bürger*innen direkt oder über Energie-Genossenschaften finanziert. Positiver Nebeneffekt: Die Anlagen stoßen auf eine große Akzeptanz in der Bevölkerung. Durch die Umstellung des EEG   2017 von festen Einspeisetarifen auf Ausschreibungsverfahren sind die kleinen Akteur*innen gegenüber großen Energie-Konzernen jedoch benachteiligt. Die durch das EEG entstehenden Zusatzkosten kommen als Umlage auf die Strompreise. Durch großzügige Befreiung der energieintensiven Industrie und anderer Branchen mit gutem Draht in die Bundesregierung von dieser Regelung erhöht sich die Umlage insbesondere für Haushalte immer weiter. Diese Ausnahmen müssen stärker begrenzt werden.

Mit der jüngsten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die am 1.1.2021 in Kraft trat, hat die Bundesregierung erneut eine wichtige Chance verpasst, beim Ausbau der Erneuerbaren voranzukommen. Weder wurden die Ausnahmen von der EEG-Umlage gestrichen noch die jährlichen Ausbauziele angehoben. Der BUND fordert faire Bedingungen für alle, damit die bisherige Vielfalt an Erzeuger*innen ebenso wie die hohe Akzeptanz der Energiewende bestehen bleiben. Die Ausnahmen von der Umlage müssen stärker begrenzt werden (Stellungnahme des BUND zur EEG- Novelle; pdf).


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Ansprechpartner Umwelt und Energie

Fritz Mielert

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

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