BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Klimaschutz

Häufigere Unwetter, Starkregen, Hitzeperioden – die Folgen der Klimaerwärmung sind auch in Baden-Württemberg spürbar. Es ist also höchste Zeit, Treibhausgase zu verringern und Anpassungsmaßnahmen an unvermeidbare Veränderungen zu entwickeln.

Klimakrise aufhalten!

In Baden-Württemberg ist die Durchschnittstemperatur laut Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in den vergangenen Jahrzehnten um 40 Prozent stärker gestiegen als im globalen Vergleich. Schuld daran ist der menschengemachte Klimawandel. Mit erkennbaren Folgen: Die Sommer werden heißer und trockener, die Winter milder, die Vegetationsperioden beginnen immer früher und Unwetter mit Starkregen und Überschwemmungen haben deutlich zugenommen. Seit 2018 haben Natur und Menschen in jedem Sommer unter starkter Trockenheit und sehr hohen Temperaturen gelitten.

2015 hat sich die internationale Staatengemeinschaft in Paris dazu verpflichtet, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Doch seit der Unterzeichnung haben weder die Weltgemeinschaft noch Deutschland oder Baden-Württemberg nennenswerte Fortschritte bei der Rettung des Klimas gemacht.

Fürs Klima: verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen

Mit dem Klimaschutzgesetz hat sich Baden-Württemberg 2013 unverbindliche Ziele für die Treibhausgasminderung gesetzt. Doch diese Ziele widersprechen dem Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Trotzdem wird das baden-württembergische Zwischenziel für 2020 voraussichtlich weit verfehlt.

Laut dem Weltklimarat IPCC dürfen ab Anfang 2018 weltweit nur noch 420 Milliarden Tonnen CO2 emittiert werden, um die Klimaerwärmung mit einer 66-prozentigen Wahrscheinlichkeit auf 1,5 Grad zu begrenzen. Baden-Württemberg bleibt damit ein maximales Budget von 427 Millionen Tonnen CO2 ab 2020. 2019 hat das Land nach ersten Schätzungen des statistischen Landesamts noch 71,6 Millionen Tonnen CO2 emittiert, womit das Restbudget innerhalb von sechs Jahren aufgebraucht wäre. Laut Berechnungen des BUND müssen Baden-Württembergs CO2-Emissionen kontinuierlich bis 2030 um 90 Prozent gegenüber 1990 sinken und anschließend bis 2035 Klimaneutralität erreichen, um die 1,5-Grad-Obergrenze nicht zu knacken.

Vorhaben der Landesregierung

Seit Herbst 2018 überarbeitet die Landesregierung das Klimaschutzgesetz. Mittlerweile liegt ein Gesetzesentwurf vor (lesen Sie unsere Stellungnahme). Das wichtigste, bisher bekanntgewordene Ziel (-42% CO2-Emissionen bis 2030) genügt wieder nicht, um die Klimakrise wirkungsvoll einzudämmen. Es reicht noch nicht einmal für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad.

Für einen echten Klimaschutz muss sich das Land verbindliche Ziele geben, die ausreichen, um die Klimaerwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Diese Ziele müssen auf alle gesellschaftlichen Bereiche (Verkehr, Energieversorgung, Privathaushalte, Betriebe, Industrie, Land- und Forstwirtschaft und Entsorgung) und auf die die Regionen des Landes heruntergebrochen werden. Auch diese Teilziele müssen verbindlich sein, um Wirkung zu entfalten. Wenn sie nicht erreicht werden, müssen empfindliche Sanktionen greifen.

Wie das Land seine Klimaziele erreichen will, hat es im Integrierten Energie und Klimaschutzkonzept (IEKK) festgehalten. Auch das IEKK, das Strategieplan und Maßnahmenkatalog in einem ist, wird momentan überarbeitet.

Der BUND bekennt sich zum Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen und fordert deswegen von der Landesregierung eine deutliche Verschärfung von Klimaschutzgesetz und IEKK.

Lesen Sie auch unsere Stellungnahme zum IEKK.

Was jede*r Einzelne tun kann

  • Unterstützen Sie „Fridays for Future“, die Klimaschutzbewegung der Schüler*innen und gehen Sie freitags auf die Straße! 
     
  • Bisher liegt der jährliche CO2-Ausstoß pro Kopf in Deutschland bei über elf Tonnen. Ein klimaverträglicher Lebensstil muss mit gut einer Tonne auskommen. Bei wie vielen Tonnen liegen Sie? Errechnen Sie jetzt Ihre CO2-Bilanz und erstellen Sie Ihren eigenen Plan, um Ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren!
     
  • Fragen Sie sich, was Sie wirklich zum Leben brauchen und informieren Sie sich über Suffizienz! In unserer Broschüre finden Sie spannende Anregungen für ein gutes, nachhaltiges Leben.
     
  • Sind Sie schon zu einem nachhaltigen Stromversorger und einer nachhaltigen Bank gewechselt? Auch kleine Beiträge wirken schon!
     
  • Engagieren Sie sich in der BUND-Landesarbeitsgemeinschaft Energie oder in eine BUND-Ortsgruppe!
     

Klimagespräche

Aktiv werden!

Ansprechpartner Umwelt und Energie

Fritz Mielert

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

Tipps zu Klimastreiks

Ein Junger Mann hält ein Schild mit einer Erde und dem Schriftzug "Klima retten" in die Höhe. Links im Hintergrund erkennt man den Kölner Dom.  (Foto: Niklas Dick / BUND BW)

Weltweit wehren sich immer mehr junge Menschen gegen die Untätigkeit ihrer Politiker*innen in Sachen Klimaschutz.
Eltern, die sich fragen, wie sie ihr streikendes Kind unterstützen können, möchten BUND und BUNDjugend mit diesem Ratgeber ein paar Tipps geben. 

Zu den Tipps beim BUNDesverband

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