BUND Landesverband
Baden-Württemberg
Eine Blaumeise zeigt ihren Flügelfächer im Anflug  (Hans-Peter Heneka)

Nach Amsel, Kohlmeise und Star ist die Blaumeise die häufigste Vogelart in Deutschland. Es gibt kaum jemanden, der noch nie dem blau-gelben Vogel gesehen hat. Sie ist häufig auch in unseren Gärten oder Parks anzutreffen. 2020 sah es düster aus, denn das Bakterium Suttonella ornithocola raffte massenhaft Blaumeisen dahin, indem es eine Lungenkrankheit verursachte. Doch mittlerweile erholt sich die Vogelart zum Glück wieder.

Aussehen: dem Namen alle Ehre

Das Blau des Himmels scheint sich im Kopf-, Flügel- und Schwanzgefieder der Blaumeise (Cyanistes caeruleus) widerzuspiegeln. Der Bauch ist leuchtend gelb und besitzt in der Mitte einen schwarzen Längsstrich. Die weißen Wangen sind schwarz umrahmt. So entsteht ein schwarzer Augenstreif und Kehlfleck. Rücken und Schultern sind grünlich. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum. Außer: Das Gefieder  der Männchen ist etwas leuchtender. Blaumeisen sind klein und sind sehr leicht.

Lebensweise: flinke Kletterer

Bei der Nahrungssuche spielt ihr Fliegengewicht eine zentrale Rolle. Denn die Blaumeise findet ihre Nahrung dort, wo ihr kaum ein anderer Konkurrenz macht. Nämlich an den Enden selbst der dünnsten Zweige. Sie klettert dort flink und auch kopfüber herum, um die mögliche Nahrungsquelle von allen Seiten zu inspizieren. Auf ihrem Speiseplan stehen Raupen, Spinnen, Blattläuse und Käfer. Die Beute darf aber nicht größer als zwei Millimeter sein. In den Wintermonaten, wenn es keine Insekten gibt, werden die Meisen zu Körnerfressern. Sie stellen sich auf Samen aller Art um. 

Meist Mitte April suchen sich die Blaumeisen-Paare eine Bruthöhle. Dabei sind sie nicht wählerisch. Alte Spechthöhlen kommen ebenso in Frage wie Mauerritzen. Besonders gerne werden Nistkästen angenommen, die Gartenbesitzer*innen aufhängen. Eine äußere Schicht des Nests besteht aus Moos und kleinen Grashalmen. Für die Auspolsterung im Innenbereich verarbeiten sie Tierhaare und Federn. Mitte Mai legen die Weibchen sechs bis zwölf Eier und bebrüten diese rund zwei Wochen lang. Die Jungen benötigen noch einmal etwa zweieinhalb Wochen, ehe sie flügge sind. Zweitbruten kommen nur selten vor. 

Blaumeisen haben einen abwechslungsreichen Gesang. Sie beginnen mit einem „tii-tii“ und enden mit einem Triller.

Vorkommen und Gefährdung

Die Blaumeise ist einer unserer häufigsten Singvögel, der überall da vorkommt, wo es Laubgehölze gibt. Also in Laub- und Mischwäldern, Parkanlagen, Obstanbaugebieten und Gärten. In Nadelwäldern ist er kaum unterwegs.

In allen Lebensstadien haben es die Blaumeisen mit zahlreichen Feinden zu tun. Die Nester werden gerne von Wieseln ausgeraubt. Erwachsene Meisen müssen sich vor allem vor dem Sperber in acht nehmen. Doch die Verluste werden durch den zahlreichen Nachwuchs problemlos ausgeglichen.

Im Frühjahr 2020 hat das Bakterium Suttonella ornithocola, das bei Blaumeisen Lungenentzündungen verursacht, deutschlandweit massenhaft Blaumeisen dahingerafft. Ein Jahr später hat sich der Meisenbestand nun wieder erholt. 

BUND-Engagement

  • Der BUND klärt über eine naturfreundliche Gestaltung von Gärten auf. So kann jede*r etwas für die heimische Artenvielfalt tun.
  • Der BUND fordert den Stopp des Flächenverbrauchs, dem oft Streuobstwiesen und weitere für viele Tierarten wichtige Lebensräume zum Opfer fallen.

Naturbeobachtungstipp

Die Blaumeisen sind das ganze Jahr in Gärten und Parks gut zu beobachten. Da sie exzellente natürliche Schädlingsbekämpfer sind, sind sie in Gärten gern gesehene Gäste. Sie nehmen Nistkästen  gerne an. Gartenbesitzer*innen können sie dort gut beim Füttern und Aufziehen ihrer Jungen beobachten. In den Wintermonaten, wenn es keine Insekten gibt, werden die Meisen zu Körnerfressern. Sie stellen sich auf Samen aller Art um. Dann können Foto-Liebhaber*innen sie am Futterhaus dabei beobachten, wie sie geschickt einen Sonnenblumenkern zwischen die Zehen klemmen und mit dem spitzen Schnabel aufmeißeln. Blaumeisen fressen aber auch Äpfel und Beeren.

Eine Blaumeise zeigt ihren Flügelfächer im Anflug  (Hans-Peter Heneka)

Ein Foto und seine Geschichte: 

Hans-Peter Heneka hat das Foto der Blaumeise für den BUND-Wettbewerb buntes Baden-Württemberg eingereicht und damit den 5. Patz geschafft. Die Jury begründete die Wahl: „Dem Fotografen ist ein außergewöhnliches Foto geglückt. Die Blaumeise fliegt direkt auf einen zu. So eine Perspektive hat man nicht häufig. Der Fotograf schafft es mit kurzer Verschlusszeit, den gesamten offenen Federfächer im Flug einzufangen.“

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