BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Wiedehopf

Der schöne Wiedehopf hätte auch Stinkvogel heißen können. Denn zur Selbstverteidigung greifen Weibchen und Junge zu üblen Mitteln. Sobald sie sich in Gefahr wähnen, produziert ihre Bürzeldrüse ein übel riechendes Sekret. Ungebetene Besucher verscheuchen die Vögel so. Noch profitiert der wärmeliebende Wiedehopf von der Klimaerwärmung. Doch der Verlust von Brutthöhlen und Pestizideinsatz machen ihm zu schaffen.

Ein Wiedehopf-Männchen füttert ein Weibchen. Während der gesamten Brutzeit versorgt das Männchen das Weibchen mit Nahrung. Alle fünf bis 15 Minuten kommt der Vater mit Engerlingen, Maulwurfsgrillen, Heuschrecken und Larven zur Bruthöhle.  (Sebastian Klein / www.licht-schein-fotografie.de)

Herr und Frau Wiedehopf (Upupa epops) sehen sich ziemlich ähnlich. Bei dieser Art gibt es keine äußerlichen Unterschiede. Sie haben ein orangebraunes Gefieder mit schwarz-weißer Bänderung des Schwanzes. Wiedehopfe werden etwa so groß wie Amseln, wirken aber durch ihre aufrichtbare Federhaube größer. Ihr zweites Haupterkennungs-Merkmal ist ihr langer, dünner, leicht gebogener Schnabel.

Bei der Balz sitzt das Männchen auf einem Pfahl oder Baum und ruft dumpf upupup - der Balzruf des Männchens klingt wie eine Hupe. Sein Rufen hat ihm den wissenschaftlichen Namen „Upupa“ eingebracht. Beim Rufen stellt er seine Federhaube auf und bietet dem Weibchen Nahrung als „Brautgeschenk“ an.

Lebensweise: Fürsorge und stinkende Verteidigigungsstrategie

Die Wiedehopf-Eltern wählen als Bruthöhlen Baum- und alte Spechthöhlen, Dächer oder Mauern alter Gebäude und auch Steinhaufen oder Mauerritzen. Ende April bis Anfang Mai legt das Weibchen fünf bis sieben Eier, die sie etwa zwei bis drei Wochen lang bebrütet. Die Jungenaufzucht dauert dann noch einmal gut vier Wochen. So schaffen die Wiedehopfe in Deutschland keine Zweitbrut mehr.

Während der gesamten Brutzeit versorgt das Männchen das Weibchen mit Nahrung. Alle fünf bis 15 Minuten kommt der Vater mit Engerlingen, Maulwurfsgrillen, Heuschrecken und Larven zur Bruthöhle. Er informiert die Mutter mit Rufen über seinen Anflug. Denn ungebetene Gäste verscheucht das Weibchen mit dem strengen riechenden Sekret. Denn zur Selbstverteidigung greifen Weibchen und Junge zu üblen Mitteln. Sobald sie sich in Gefahr wähnen, produziert ihre Bürzeldrüse ein schlecht riechendes Sekret.

Der Wiedehopf hat hohe Ansprüche an seinen Lebensraum und an seine Nahrung. Mit seinem langgebogenen Pinzettenschnabel ist er bestens gerüstet, um im lockeren Untergrund nach seiner Leibspeise, den Großinsekten, zu stöbern und sie zu packen. Seine Nahrung findet er vor allem in lichter, vegetationsarmer und trockener Umgebung. Bei uns sind das vor allem Streuobstwiesen oder alte Weinberge. Um seine Beute aufzuspüren, fliegt der Wiedehopf dicht über dem Boden. Selten sieht man ihn über den Baumkronen.

Wo kommt der Wiedehopf vor?

Wein- und Obstbaugebiete sind die ursprünglichen Lebensräume des Wiedehopfs. Der seltene Vogel mag es warm und trocken. Deshalb profitiert er  momentan noch von der Klimaerwärmung. In Baden-Württemberg kommt er in der südlichen Oberrheinebene, der Bodenseeregion und auf der Schwäbischen Alb vor.

Gefährdung und Schutz

Doch machen ihm die immer intensivere Landwirtshaft, der starke Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Streuobstwiesen hierzulande schwer zu schaffen. Den Brutpaaren mangelt es an Nistplätzen. um ihren Nachwuchs aufziehen zu können. Das hat dazu geführt, dass der Wiedehopf deutschlandweit in der Kategorie „stark gefährdet“ der Roten Liste in Deutschland aufgeführt ist. In Baden-Württemberg steht er auf der Vorwarnliste. Nur etwa 110 bis 150 Vogelpaare brüten hier.

BUND-Engagement

  •  Der BUND Baden-Württemberg setzt sich für die Verringerung des Pestizideinsatzes ein.
  • Auf allen Ebenen kämpfen wir gegen die Klimakrise an.

Naturbeobachtungstipp

Nur zwischen März bis maximal Mitte August kann man den Wiedehopf in Deutschland antreffen. Die kalte Jahreszeit verbringt er in Afrika in der Savanne südlich der Sahara. Doch generell  ist er selten bis kaum zu sehen. Er lebt sehr zurückgezogen im Geäst der Baumkronen versteckt. Wie beim Kuckuck ist er leichter zu hören als zu sehen.

Quellen und Nachweise:

Über das Foto

Ein Wiedehopf-Männchen füttert ein Weibchen. ´Liebe und Fürsorge" hat Sebastian Klein sein Foto eines Wiedehopfpaares genannt und damit den 1. Preis beim Fotowettbewerb geholt.  (Sebastian Klein / www.licht-schein-fotografie.de)

Ein Foto und seine Geschichte:  

Das seltene Foto des Wiedehopfes hat Sebastian Klein geschossen und damit 2020 den ersten Platz beim BUND-Fotowettbewerb buntes Baden-Württemberg belegt. Klein hat Tag für Tag stundenlang an der Brutstätte ausgeharrt, um die Fütterung des Weibchens abzulichten. Da hat er sein Foto ganz passend Liebe und Fürsorge genannt. Über seine Erfahrung schreibt er: „Der Moment war sehr kurz, vielleicht 10 Sekunden. Das Männchen rief, das Weibchen kam heraus, um kurz darauf wieder in die Bruthöhle zu hüpfen. Das Männchen flog sofort davon.“

Die Jury begründete den ersten Platz mit „Der Fotograf hat mit der Wiedehopf-Fütterung einen sehr seltenen Augenblick eingefangen. Denn normalerweise füttern die Männchen die Weibchen in den Bruthöhlen. Ein toller Anblick und ein brillantes Foto.“

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