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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Fukushima

Ein atomarer Super-GAU im Hochtechnologie-Land Japan war bis 2011 unvorstellbar. Dann kamen das Erdbeben und der Tsunami und spätestens dann war klar, dass hochriskante Technologien eben doch nicht menschlich beherrschbar sind.

Die Katastrophe dauert an 

Am 11. März 2011 gegen 14:46 Uhr Ortszeit bebte rund 160 Kilometer vor der Ostküste Japans zwei Minuten lang die Erde. Kurz darauf erreichten erste Wellen das Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi an der Küste Japans. Infolge des Erdbebens sorgten die Notsysteme für eine Sofort-Abschaltung des Reaktors. Notstromaggregate ersetzten die nun fehlende externe Stromversorgung. Dass die Anlage bereits vom Erdbeben beschädigt wurde, ist offiziell nicht bestätigt - aber sehr wahrscheinlich. Eine Viertelstunde später erreichte dann ein Tsunami mit etwa 15 Meter hohen Wellen das Atomkraftwerk. Die Reaktoren wurden überschwemmt, die Notstromaggregate fielen innerhalb weniger Minuten komplett aus. Durch den Stromausfall konnten die zuvor abgeschalteten Reaktoren und benachbarte Abklingbecken nicht ausreichend gekühlt werden. Nach heutigem Kenntnisstand kam es dadurch in den Blöcken 1, 2 und 3 zu einer Kernschmelze sowie (vermutlich) zu Wasserstoffexplosionen in den Blöcken 1 bis 4, die starke Schäden an den Gebäuden anrichteten.

Radioaktives Wasser ins Meer geleitet, radioaktiver Dampf in die Umgebung

In den folgenden Wochen konnte der Betreiber TEPCO (Tokyo Electric Power Company) mit internationaler Unterstützung die Lage insofern unter Kontrolle bringen, als dass die Reaktoren und Abklingbecken nun kontinuierlich gekühlt werden. Zwischenzeitlich wurde dazu aus der Not heraus Meerwasser in die Reaktoren geleitet. Ebenso wurden Löschfahrzeuge und Wasserwerfer eingesetzt, um die sich immer wieder neu entwickelnde Hitze in den Griff zu bekommen. Im Zuge der Rettungsarbeiten flossen tausende Tonnen zum Teil hochradioaktives Wasser unkontrolliert in den Pazifik. Zudem musste TEPCO mehrfach radioaktiven Dampf aus den Reaktoren ablassen, um den gestiegenen Druck abzubauen.

Während der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurden die gesetzlichen Grenzwerte für radioaktives Jod und Cäsium im Meerwasser vorübergehend um das 50.000- bis 200.000-fache überschritten. In der Folge wurde in Obst, Gemüse und Fleisch aus der Präfektur Fukushima eine stark erhöhte Radioaktivität nachgewiesen, selbst im 240 Kilometer entfernten Tokio findet sich radioaktives Jod im Trinkwasser. In einem Radius von 30 Kilometer mussten alle Anwohnerinnen und Anwohner evakuiert werden, 100.000 bis 150.000 Menschen haben das Gebiet verlassen und werden nie wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Der Atomunfall von Fukushima wurde auf der INES-Skala als Unfall der höchsten Stufe bewertet (Stufe 7: Katastrophaler Unfall; bis dahin nur in Tschernobyl eingetreten), der im weiten Umkreis und in mehreren Ländern gesundheitliche Spätschäden erwarten lässt.

Auch Jahre nach dem Super-GAU von Fukushima ist kein Ende in Sicht. Die Aufräumarbeiten dauern an, sind aber aufgrund ihrer Komplexität mit erheblichen Unsicherheiten und Problemen behaftet. Immer wieder schreibt Fukushima negative Schlagzeilen: Pannen über Pannen, gekoppelt mit grober Fahrlässigkeit, unterstreichen einmal mehr, dass Atomkraft nicht zu beherrschen ist. Auch sind die in Erwägung gezogenen Langzeitlösungen mehr als fraglich.  

Langzeitfolgen unabsehbar, radioaktive Substanzen verbreiten sich weiträumig

Die Langzeitfolgen für die Umwelt sind bisher nur schwer abzuschätzen, eine erste Untersuchung haben Wissenschaftler aus Deutschland vorgestellt: Die Reaktorkatastrophe von Fukushima wird weitreichende Folgen für den Pazifik und die dort vorhandenen Lebensräume haben. Die Messwerte von TEPCO und dem japanischen Wissenschaftsministerium zeigen, dass das Meer um Fukushima hochgradig verseucht ist.

Fukushima hat es auf tragische Weise erneut deutlich gemacht: Atomkraft ist gefährlich, Atomanlagen gehören abgeschaltet!

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Ansprechpartner Umwelt und Energie

Fritz Mielert

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

Flyer: Fukushima - die Katastrophe dauert an!

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