Zwölf Jahre Reaktorkatastrophe von Fukushima: BUND warnt vor Forderungen nach Laufzeitverlängerungen

03. März 2023 | Atomkraft, Energiewende, Klima und Energie (BW), Klimaschutz (BW), Umweltpolitik (BW)

Anlässlich des zwölften Jahrestages des Super-GAUs im japanischen Fukushima weist der BUND Baden-Württemberg auf die Gefahren der Atomkraft hin und ruft für den 11. März zur Energiewende-Demo am AKW Neckarwestheim II auf.

Gemeinsam protestieren unter dem Motto „Fukushima mahnt – Schluss mit Atom! Energiewende jetzt – weltweit!"  (Fritz Mielert / BUND BW)

Stuttgart. Mit einer Demonstration am Atomkraftwerk Neckarwestheim II (GKN II) werden Atomkraftgegner*innen vom BUND Baden-Württemberg sowie weiteren Verbänden und Initiativen am 11. März an den dreifachen Super-GAU in Fukushima und seine Folgen erinnern. Zugleich protestieren sie unter dem Motto „Fukushima mahnt – Schluss mit Atom! Energiewende jetzt – weltweit!“ gegen den Ausbau der fossilen Infrastruktur, gegen die Laufzeitverlängerung der verbliebenen drei deutschen Atomkraftwerke bis zum 15.4.2023 und für einen naturverträglichen und schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

„Die Reaktorkatastrophen in Fukushima und Tschernobyl sind ein Beweis dafür, dass wir Menschen die Atomkraft nicht beherrschen können. Die Gefahren und negativen Folgen stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen“, beschreibt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. „Der BUND hat sich jahrzehntelang für ein Ende der Atomkraft eingesetzt und ist sehr erleichtert, dass die drei letzten Atomkraftwerke in Deutschland im April vom Netz gehen sollen.“

Auch die Aktiven vor Ort hatten jahrelang auf die Gefahren des Atomkraftwerks Neckarwestheim hingewiesen. Jürgen Hellgardt, Vorstandsmitglied des BUND-Regionalverbands Heilbronn-Franken, erklärt: „Seit spätestens 2017 entstehen in den Dampferzeugern des AKWs Neckarwestheim II immer wieder Risse, was den Reaktor zu einer tickenden Zeitbombe macht. Die EnBW als Betreiberin war bis heute nicht in der Lage, die Rissbildung zu stoppen. Die endgültige Abschaltung und damit die Entschärfung der Zeitbombe Neckarwestheim ist mehr als überfällig.“

Versorgungssicherheit auch ohne Atomkraft

Der BUND fordert die Landes- und die Bundesregierung auf, weiteren Laufzeitverlängerungen über den 15.4.2023 hinaus weiterhin eine klare Absage zu erteilen. Dieser Winter zeigte deutlich, dass die drei AKW für die Stromversorgung in Deutschland auch in Krisenzeiten nicht benötigt werden. Gutachten im Auftrag der Bundesregierung belegen, dass Deutschland auch in Zukunft seine Versorgungssicherheit ohne Atomkraft und bei schnellem Kohleausstieg sicherstellen kann.

Atomkraft bedroht Menschen weltweit

Zwölf Jahre nach dem Super-GAU in Japan, bei der hunderttausende Menschen ihr Zuhause verloren haben, ist ihre Heimat noch immer in weiten Teilen kontaminiert. Noch immer fließt radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Wind und Regen tragen strahlende Partikel übers Land. Die Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern und Jugendlichen hat sich verzwanzigfacht, und das ist nur die Spitze des Eisbergs der gesundheitlichen Folgen des Atomunfalls. Ein Ende der Atom-Katastrophe ist nicht abzusehen. Trotzdem setzen vielen Ländern weltweit immer noch auf diese gefährliche Form der Energieerzeugung.

Atomenergie ist teuer, schmutzig und eine permanente Bedrohung für Mensch und Natur, während die Jahrtausendaufgabe des Umgangs mit dem Atommüll unsozial auf nachfolgende Generationen abgewälzt wird.

Fukushima-Jahrestag am 11. März 2023

Der BUND Baden-Württemberg ruft mit zahlreichen Organisationen und Verbänden zur Energiewende-Demo am Samstag, 11. März, am AKW Neckarwestheim II auf. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Bahnhof Kirchheim/Neckar. Die Demonstration findet im Rahmen des Anti-Atom-Frühlings 2023 statt und ist eine von bundesweit vielen Veranstaltungen.

Abschaltung am 15. April 2023

Das GKN II soll zusammen mit den AKWs Emsland und Isar 2 am 15. April endgültig vom Netz gehen. Für diesen Tag ist eine große Kundgebung am AKW Neckarwestheim II geplant. Der BUND hatte sich jahrzehntelang für den Ausstieg aus der unberechenbaren Atomkraft eingesetzt.

 

Weitere Infos:

Kontakt für Rückfragen:

  • Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, 0172 / 83 44 294, Sylvia.Pilarsky-Grosch(at)bund.net (von 6.3. bis einschließlich 23.3. nicht erreichbar)
  • Fritz Mielert, Referent für Klima und Energie, BUND Landesverband Baden-Württemberg, fritz.mielert(at)bund.net, (0711) 620 306 – 16
  • Jürgen Hellgardt, Vorstandsmitglied des BUND-Regionalverbands Heilbronn-Franken, bund.lauffen(at)bund.net

Bildstrecke zur Demo zum GKN II

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