Kommentar: Bienen-Bündnis begrüßt Taxonomie-Initiative der Landesregierung zum Artenerhalt

05. November 2019 | Artenschutz (BW), Naturschutzpolitik (BW), Schmetterlingsland (BW)

Um das Artensterben einzudämmen, braucht es mehr Schmetterlings-, Wildbienen und Heuschreckenzähler*innen.

Die Vermittlung von Artenkenntnissen und die Ausbildung von Expert*innen mit detailliertem Fachwissen ist eine Querschnittaufgabe für Politik und Gesellschaft. Zur Taxonomie-Initiative der Landesregierung erklärt Volksbegehren-Sprecher und NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle: „Wir begrüßen die Initiative der Landesregierung zur besseren Ausbildung von Artenkennerinnen und -kennern in der heimischen Hochschullehre, denn nicht nur die Zahl der Arten schwindet rapide. Auch die Zahl der Menschen, die diese Arten noch zuverlässig bestimmen können, nimmt mehr und mehr ab. Es fehlen zunehmend Fachleute in Planungsbüros, Wissenschaft und Behörden. Die Hochschulen haben in den vergangenen Jahrzehnten leider zu wenig in diesen Bereich investiert“.

Volksbegehren-Sprecherin und BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender sagt: „Gerade die Gruppe der hoch bedrohten Insekten ist mit mehr als 40.000 Arten in Mitteleuropa extrem artenreich. Es fehlt an ausgewiesenen Artenexpertinnen und -experten, die diese enorme Insektenvielfalt zuverlässig bestimmen können. Wenn wir diese Arten nicht kennen, können wir ihren Verlust auch nicht quantifizieren. Dabei bilden die Insekten eine zentrale Grundlage unserer Ökosysteme. Nur wenn wir die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Verlust der Artenvielfalt und ihren vielfältigen Bedrohungsfaktoren erkennen, verstehen und erklären können, ist eine Trendumkehr beim Artenverlust möglich. Wir brauchen mehr Schmetterlings-, Wildbienen und Heuschreckenzählerinnen und -zähler“, sagt die promovierte Biologin.

„Unser Volksbegehren fordert von Beginn an, Forschung und Bildung zum Schutz der Artenvielfalt besser gesetzlich zu verankern“, sagt Volksbegehrens-Sprecher und proBiene-Geschäftsführer Tobias Miltenberger. „Wenn die Landesregierung das nun auch fest verankert, ist das ein guter Schritt auf diesem Weg.“ Mit ihrer Initiative greift die Landesregierung eine langjährige Forderung der Naturschutzverbände und vieler Unterstützer des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ auf, die sich auch im Gesetzentwurf und im Eckpunktepapier zum Volksbegehren wiederfindet: „Ohne Wissen kein Artenschutz. Die Zusammenhänge der Naturkreisläufe und detaillierte Artenkenntnisse sind die Grundlage unseres Handelns. Daher fordern wir in eine bessere Ausbildung für die Artenvielfalt in Schule, Hochschule und Landwirtschaft“, sagt Miltenberger. Entsprechende Vorschläge wird der Trägerkreis des Volksbegehrens auch am Mittwoch unterbreiten, wenn die Landesregierung erstmals zum Runden Tisch über die Ausgestaltung ihres Eckpunktepapiers zum Volksbegehren lädt.

Kinder und Jugendliche sind die Naturschützerinnen und Artenkenner von morgen. Deshalb engagieren sich die Naturschutzverbände BUND und NABU sowie proBiene mit vielen Bildungsprojekten seit Jahrzehnten für ein besseres Verständnis der Naturschutzzusammenhänge. Landesweit sind Naturschutz-Gruppen im Insekten-, Vogel- oder Amphibienschutz tätig und vermitteln ihr Fachwissen an Interessierte jeden Alters weiter.

Das Volksbegehren Rettet die Bienen in Kürze:

  • Was: Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“
  • Wann: 24. September 2019 bis 23. März 2020
  • Wer: Mitunterzeichnen können alle Wahlberechtigten zur Landtagswahl. Also deutsche Staatsbürger*innen, die mindestens 18 Jahre alt sind, die deutsche Staatsbürgerschaft und ihren Hauptwohnsitz seit mindestens drei Monaten in Baden-Württemberg haben. Aktuell ruht die Aktivierung durch die Träger des Volksbegehrens.
  • Weitere Infos: www.bund-bawue.de/rettetdiebienen
     

Kontakt für Rückfragen:

•   Volksbegehren: Sven Prange, sven.prange@probiene.de, Tel. 0176 420 59 424.


Über das Bündnis: Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“ ist eine Initiative der proBiene - Freies Institut für ökologische Bienenhaltung und wird getragen von proBiene, BUND BW, NABU BW, ÖDP BW, Slow Food Deutschland, Demeter BW, Naturland BW, AbL BW, Fridays for Future BW, Bäuerlicher Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, Naturata, GLS-Bank und Waschbär. Für den Trägerkreis sprechen Dr. Brigitte Dahlbender (BUND), Johannes Enssle (NABU), David Gerstmeier (proBiene), Tobias Miltenberger (proBiene). Vertrauensleute im Sinne des Volksabstimmungsgesetzes sind David Gerstmeier und Tobias Miltenberger.

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