In der Stadt haben Falter kaum eine Chance genügend Grün- und Blühflächen zu finden.
(Sibylle Riegger
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BUND RV Bodensee Oberschwaben)
Schmetterlingsfreundliche Wiesen sind vielfältig und bunt mit verschiedenen Blütenpflanzen wie Wiesensalbei, Margerite oder Rotklee. Die meisten der heimischen Schmetterlinge ernähren sich von Blütennektar. Viele Zierpflanzen, wie Orchideen, Hortensien und Fuchsien sind zwar schön, geben aber keinen Nektar. Noch wählerischer sind Schmetterlings-Raupen, die ausschließlich an heimischen Pflanzen fressen, wie zum Beispiel Brennnesseln, Knoblauchrauke, Hasel, Salweide und Kreuzdorn.
Damit Falter ihre Eier ablegen können, brauchen sie bestimmte Pflanzen, die ein wenig Wildnis in die Stadt, das Dorf oder den Garten bringen.
Wildblumenwiesen bringen Naturschutz in die Stadt
Der BUND fordert, dass mehr kommunale Grünflächenämter im ganzen Land ihre Verantwortung für die biologische Vielfalt erkennen und der Natur in der Stadt mehr Raum geben. In Gärten, aber auch in Parks und an Straßenrändern sollten möglichst viele Rasenflächen in Wildblumenwiesen umgewandelt werden. Die Grünflächenämter sollten die Flächen dafür:
- nicht mehr mit Stickstoff düngen,
- nur zwei bis drei Mal im Jahr mähen,
- bei jeder Mahd Grünstreifen stehen lassen und
- das Mähgut abräumen.
So nehmen sie Faltern und Raupen nicht den ganzen Lebensraum auf einmal weg, geben den Puppen Zeit, sich in Ruhe zu entwickeln, und sorgen für magere Böden.
Es kann viele Jahre dauern, bis sich eine artenarme Rasenfläche in eine bunt blühende Wiese entwickelt. Schneller geht es, wenn der Rasen zwei Mal im Abstand von zehn Tagen gefräst, dadurch die Grasnarbe entfernt und dann eine kräuterreiche Wiesenmischung eingesät wird.
Balkon für Schmetterlinge
Als dauerhafter Lebensraum für Schmetterlinge ist der heimische Balkon zwar nicht geeignet. Aber als Raststation für vorbeifliegende Falter sind Balkone sehr wichtig. Kletterpflanzen zum Beispiel sind ein Ruheplatz für Schmetterlinge und die Blütenpracht bietet ihnen reichlich Nahrung. Im Blumenkasten mögen Schmetterlinge alles, was duftet. Auf die nektararmen Geranien und andere Exoten sollten Balkon-Besitzer*innen allerdings verzichten. In Kästen, Kübeln und Töpfen sind diese Pflanzen gut für Schmetterlinge:
- Thymian,
- Lavendel,
- Bohnenkraut,
- Salbei,
- Oregano,
- Zitronenmelisse,
- Majoran,
- Pfefferminze,
- Schnittlauch,
- Weinraute und
- einjähriges Basilikum.
Diese Pflanzen kann man beispielsweise gut mit Spanischem oder mildem Mauerpfeffer und Arten der Fetthenne zu einer Dauerpflanzung in Kästen arrangieren.
Garten für Schmetterlinge
Lassen Sie in ihrem Garten etwas Wildnis zu. Ein schmetterlingsfreundlicher Garten ist vielfältig und bunt. Mit der richtigen Mischung an Wildpflanzen und Nektar spendenden Blumen lockt man nicht nur die Falter in den Garten sondern, schenkt auch ihren Raupen ein Zuhause.
- Ampfer (Rumex): Dukatenfalter, Feuerfalter
- Brennnessel (Urtica): Tagpfauenauge, Distelfalter, Kleiner Fuchs, Admiral, Landkärtchen
- Brombeere (Rubus): Kaisermantel, Brombeerzipfelfalter, Perlmutterfalter
- Disteln (Carduus, Cirsium u.a.): Distelfalter, Admiral
- Doldenblütler (Umbelliferae) – z.B. Fenchel, Dill, Wilde Möhre, Möhre: Schwalbenschwanz
- Faulbaum (Rhamnus): Zitronenfalter
- Fetthenne (Sedum telephium): Apollo
- Flockenblumen (Centaurea): Scheckenfalter
- Geißblatt (Lonicera): Kleiner Eisvogel
- Ginster (Genista): Bläulinge, Brombeerzipfelfalter
- Gräser - z.B. Knäuelgras, Lolch, Pfeifengras, Rispengras, Schmiele, Schwingel, Trespe: verschiedene Augenfalter und Dickkopffalter
- Habichtskraut (Hieracium): Scheckenfalter
- Himbeere (Rubus): Kaisermantel, Perlmuttfalter, Brombeerzipfelfalter
- Hopfen (Humulus): Tagpfauenauge
- Kreuzblütler (Cruciferae) - z.B. Ackersenf, Kohl, Kresse, Raps, Rüben, Judastaler: Weißlinge, Resedafalter, Aurorafalter
- Kronwicke (Coronilla): Heufalter, Bläulinge
- Lauchkraut (Alliaria): Weißlinge
- Natterkopf (Echium): Distelfalter
- Phlox: Aurorafalter
- Platterbse (Lathyrus): Bläulinge
- Schmetterlingsblütler (Leguminosae) - z.B. Goldregen, Klee, Luzerne, Platterbse, Wicke: Senfweißling, Bläulinge, Postillon
- Thymian (Thymus): Bläulinge
- Veilchen (Viola): Kaisermantel, Perlmuttfalter
- Wegerich (Plantago): Scheckenfalter, Kleiner Maivogel, Feuerfalter
- Weg-Rauke (Sisymbrium): Weißlinge, Aurorafalter
- Weide (Salix): Schillerfalter, Trauermantel, Großer Fuchs
- Weißdorn (Crataegus): Segelfalter, Baumweißling
- Wicke (Vicia): Heufalter, Senfweißling
- Roter Wiesenklee (Trifolium pratense): Waldbläuling
- Zitterpappel (Populus tremula): Großer Eisvogel
- Bartblume (Caryopteris)
- Blaukissen (Aubrietia)
- Disteln – zahlreiche Arten und Gartenformen, auch Kugeldistel (Echinops) und Edeldistel (Eryngium)
- Fetthenne (Sedum telephium)
- Herbstaster (Aster novae-angliae)
- Judastaler (Lunaria)
- Lavendel (Lavandula)
- Phlox
- Prachtscharte (Liatris)
- Sommerflieder (Buddleja)
- Steinkraut (Alyssum)
- Thymian (Thymus)
BUND-Tipp: Artenvielfalt im eigenen Garten


