Schachbrettfalter
(André Grabs
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BUND BW)
Blühende Wildpflanzen sind unverzichtbar für Schmetterlinge. Sie brauchen sie als Nahrungsquelle und für die Ablage ihrer Eier. In Baden-Württemberg gibt es für Wildpflanzen aber immer weniger Platz in der meist intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft. Wo naturbelassene Gewässer- und Waldränder oder unbewirtschaftete grüne Streifen am Wegesrand (Raine) fehlen, haben auch viele Schmetterlingen keinen Lebensraum mehr.
Wir brauchen diese Säume mit Wildpflanzen. Manchmal genügt das Gespräch mit Menschen in der Forst- oder Landwirtschaft, um eine Waldrandgestaltung, einen Rain zwischen Acker und Weg oder einen Gewässerrandstreifen wiederherzustellen oder neu zu ermöglichen. Was man dabei beachten sollte und wie insbesondere Tagpfauenauge und Schachbrettfalter davon profitieren, erklärt der BUND-Flyer Schachzüge für Tagpfauenauge und Schachbrettfalter.
Raine
Entlang von landwirtschaftlichen Wegen gehört oft ein Grünstreifen zum Flurstück des Weges. An diesen sogenannten Rainen gäbe es Platz für blühende Kräuter. Häufig sind diese Streifen umgepflügt, obwohl sie nicht zum Feld gehören. Diese gemeindeeigenen Wegränder müssen wieder in blühende Säume verwandelt und so der Natur zurückgegeben werden.
Um unerwünschte Pflanzen wie Ackerkratzdisteln bei einer natürlichen Begrünung zu verhindern, empfiehlt sich eine Ansaat mit gebietsheimischen Wildkräuter-Samen wie beispielsweise Flockenblumen, Salbei, Lichtnelken und Wildem Majoran. Je mehr Blütenarten über die Vegetationszeit verteilt in einem Rain zum Blühen kommen, desto mehr Schmetterlingsarten können dort leben.
Nach der Anlage ist nichts weiter nötig, als den Wildblumen-Streifen alle ein bis zwei Jahre zu mähen. Bei sehr artenarmem Grünland mit dichter Grasnarbe empfiehlt es sich, den Rain im Herbst umzubrechen und mit einer geeigneten selbst gesammelten oder gekauften Saatmischung einzusäen.
Gewässerrandstreifen
Gewässerränder dürfen seit 2019 nicht mehr als Ackerfläche genutzt werden. Diese gesetzliche Vorgabe soll dazu führen, dass es mehr Gewässerränder mit blühenden Wildstauden gibt.
Wurde der Gewässerrandstreifen zuvor als Grünland bewirtschaftet, reicht es, die Bewirtschaftung zu extensivieren und nur noch einmal oder alle zwei Jahre zu mähen. Hochstauden wie das Mädesüß stellen sich dann bald von selbst ein.
Wurde der Gewässerrandstreifen zuvor als Acker genutzt, empfiehlt sich eine einmalige Einsaat von gebietsheimischen Wildpflanzenarten, die an den jeweiligen Wasserhaushalt angepasst sind. Bei jeder Mahd sollten Inseln ausgespart werden, die erst bei der nächsten Mahd wieder an die Reihe kommen. So haben Raupen und Puppen Zeit, sich zu entwickeln und nicht alle Nektarquellen für die Falter verschwinden auf einmal.
Waldränder
Ein idealer Waldrand ist ein langsamer Übergang von Wiese zu Wald. Auf Gras- und Krautsaum, folgen dabei Hochstauden, Sträucher und schließlich kleinere Bäume, wie beispielsweise Salweide, Eberesche, Feldahorn, Feldulme und Vogelkirsche bevor der Hochwald beginnt.
Ist der Waldrand breit genug, ist eine Pflege höchstens alle zwei bis drei Jahre nötig. Mit Motorsäge oder Freischneider schneidet man alle fünf bis zehn Jahre zu weit vordringende Gehölze stark zurück, damit Platz für Kräuter und Hochstauden bleibt. Diesen Saum sollte man am besten alle zwei Jahre mähen, damit er nicht überwuchert. So entstehen auch längere Zeiträume, in denen sich die Schmetterlinge von der Raupe über die Puppe zum Falter entwickeln können. Viele Arten, wie beispielsweise der Schwalbenschwanz, überwintern als Puppen an alten, trockenen Pflanzenstängeln.


