Im Garten und auf dem Balkon sollte möglichst Regenwasser zur Bewässerung benutzt werden.
(Sandra Müller/ BUND BW)
Glühende Hitze und kein Regen in Sicht – das ist dank der Klimakrise auch in Baden-Württemberg im Sommer immer häufiger der Fall. Die Hitzewellen sorgen auch im Garten und auf dem Balkon für Arbeit, da viele Pflanzen ohne zusätzliche Bewässerung vertrocknen würden. Dagegen lässt sich aber kurz- und mittelfristig einiges tun.
Die richtigen Pflanzen wählen
Schon bei der Auswahl der Pflanzen für Garten und Ballkon kann man vorausschauend planen. In Zeiten der Klimakrise sollte man statt feuchtigkeitsliebenden Rhododendren und Azaleen lieber Pflanzen für einen traditionellen Bauern- oder mediterranen Steingarten wählen. Diese Pflanzen vertragen Hitze und Trockeheit besser. Dazu gehören beispielsweise:
- Lavendel
- Rosmarin
- Borretsch oder
- Malven.
Weniger mähen statt großzügig bewässern
Auch große Rasenflächen sollte man vermeiden. Durch die geringe Wurzeltiefe vertrocknet das Gras besonders schnell. Trotzdem muss es nicht unbedingt bewässert werden. Nach längerer Trockenzeit wird der braune Rasen schon nach wenigen Regentagen wieder grün. Es hilft auch den Rasen seltener zu mähen und den Rasenmäher höher einzustellen. Für größere Grünflächen ist eine seltene Mahd mit einem Balkenmäher der beste Weg. Das höhere Gras schützt den Boden vor Austrocknung und nützt außerdem Schmetterlingen und Käfern. Auf Rasensprenger sollte ohnehin verzichtet werden. Beim Sprengen verdunstet zu viel Wasser, bevor es die Pflanzen erreicht. Zum Schutz unseres Trinkwassers sollten auch Unkrautvernichtungsmittel oder Insektengifte nicht im Garten und auf dem Balkon eingesetzt werden.
Vorsorgen mit Regenwasser und Bodenbedeckung
Für die notwendige Bewässerung im Garten und auf dem Balkon sollte man möglichst Regenwasser nutzen. Das Wasser kann aus der Regenrinne in Eimern, Fässern oder unterirdischen Zisternen aufge-fangen werden. Regenwasser wird von vielen Pflanzen besser vertragen als teils gechlortes und kalkreiches Leitungswasser. Wer den Garten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden gießt, verringert außerdem die direkte Verdunstung. Auch eine Bodenbedeckung wie z. B. eine dicke Schicht aus Rindenmulch lässt weniger Feuchtigkeit aus dem Boden austreten.
Wasser ist wertvoll
Hobbygärtner*innen helfen so, wertvolles Trinkwasser zu sparen. Denn wir werden in den nächsten Jahren sicher noch viele Debatten darüber erleben, wer in Zukunft wofür wieviel Grund- und Trinkwasser verbrauchen darf. Obwohl über die Hälfte der Menschen im Land ihr Wasser aus dem Bodensee und dem Uferfiltrat von Flüssen beziehen, sind viele unserer Quellen örtliche Wasserspeicher. Deswegen dürfen wir nicht riskieren, dass die Grundwasserpegel weiter sinken.
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