BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Stadtbäumen durch die Trockenheit helfen

07. August 2020 | Aktiv im Naturschutz (BW), Klima und Energie (BW), Suffizienz

Während viele Menschen ihre eigenen Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon regelmäßig gießen, geraten die Bäume auf öffentlichem Boden schnell in Vergessenheit. Und die Bäume haben Durst.

Die kurzen Regenstürze der letzten Monate reichen kaum, unsere Stadtbäume ausreichend zu wässern. Der Boden ist häufig zu trocken, um das Regenwasser aufzunehmen.  (testfight / photocase.de)

Bäume machen das Leben in der Stadt erträglich, denn sie spenden Schatten und lassen die Umgebungstemperatur spürbar sinken. Während viele Menschen ihre Pflanzen in der Wohnung oder auf dem Balkon regelmäßig gießen, geraten die Bäume auf öffentlichem Boden schnell in Vergessenheit. Die meisten Bäume haben in der Stadt mit Bodenverdichtung, zu kleinen Baumscheiben und Belastung durch Schadstoffe zu kämpfen. Der Regen der letzten Tage reichte vielerorts kaum, unsere Stadtbäume ausreichend zu wässern. Der Boden ist häufig zu trocken, um das Regenwasser aufzunehmen. Insbesondere junge Bäume oder Flachwurzler kommen nicht an das Grundwasser heran und sind deshalb auf zusätzliche Wasserversorgung angewiesen.

Wie erkenne ich durstige Bäume?

Bäume, die stark unter Trockenstress leiden, erkennt man daran, dass sich die Blätter einrollen und vergilben. In letzter Konsequenz werden die Blätter abgeworfen. Im höchsten Wipfel sind die Symptome zuerst sichtbar: Bei anhaltender Trockenheit wird ein Großteil oder gar die ganze Krone schütter und durchsichtig. Die Bäume bilden dann auch nur noch kleinere und sichtbar hellere Blätter aus.

Dem Baum vor der Haustüre helfen

Wer dem Stadtbaum vor der Haustür helfen möchte, kann in Krisenzeiten die Arbeit der Kommunen und Städte beim Gießen zeitweise unterstützen: Es empfiehlt sich, Bäume einmal pro Woche mit bis zu 100 Liter Wasser (oder acht bis zehn 10-Liter-Eimern) zu gießen. Einmal wöchentlich eine große Menge Wasser ist effektiver als täglich eine kleine Menge, denn nur so erreicht das Wasser auch die tiefen Wurzeln. Andernfalls verbleibt es an der Oberfläche, wo es schnell wieder verdunstet.

Gießen: am besten in den frühen Morgenstunden

Die Baumscheibe sollte beim Gießen erst ein wenig angefeuchtet werden, damit die Erde das Wasser besser aufnimmt. Die Baumscheibe ist der weitläufige Platz um den Baumstamm herum. Denn die Wurzeln unter der Erde strecken sich breitflächig aus, deshalb darf nicht nur am Stamm gewässert werden, sondern besser auch noch ein paar Handbreit daneben. Die beste Zeit zum Gießen ist in den frühen Morgenstunden, dann kann der in der Nacht abgekühlte Boden Feuchtigkeit am besten absorbieren. Alternativ kann auch in den späten Abendstunden gegossen werden, wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Gießringe um den Baum können das Wasser länger in Baumnähe halten, oftmals ist ein Ring aus Erde ein paar Handbreit vom Stamm entfernt rund um den Baum schon ausreichend.

Stadtbäume: Anpassung an die Klimaerwärmung:

Der Erhalt von Straßen- und Parkbäumen durch Städte und Kommunen ist eine der wichtigsten Anpassungsmaßnahmen an die Klimaerwärmung. Neben der Nothilfe empfiehlt es sich auch direkte Verbesserungsvorschläge für den langfristigen Schutz grüner Infrastruktur direkt an Abgeordnete, Bürgermeister*innen und Stadträt*innen zu schicken. Wirksam für Bäume in der Klimakrise sind neben Maßnahmen zum allgemeinen Klimaschutz:

  • die Entsiegelung von Wegen und Plätzen, um mehr Wasser im Boden zu speichern,
  • die Vergrößerung von Baumscheiben und Grünstreifen, um Bäumen mehr Raum zu geben,
  • und die dauerhafte Bepflanzung mit geeigneten heimischen Bodenbedeckern, die den Boden vor Verdunstung schützen und Insekten Futter und Heimat bieten.

Kontakt für Rückfragen:

  • Gottfried May-Stürmer, Landwirtschafts-Referent und Gewässer-Experte, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg, gottfried.may-stuermer(at)bund.net; 07131 77 20 58
  • Angela Koch, Referentin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit, BUND Baden-Württemberg, angela.koch(at)bund.net; 0176 240 43 107

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