Ungetrübtes Badevergnügen

01. Juli 2026 | Suffizienz, Flüsse & Gewässer, Lebensräume

Bei sommerlicher Hitze suchen viele Abkühlung im Wasser. Nicht alle baden dabei gerne im Chlorwasser von Freibädern. Manche bevorzugen erfrischende Seen. Doch woran erkennt man einen badetauglichen See und wie verhält man sich rücksichtsvoll in diesem Lebensraum für Tiere und Pflanzen? Antworten darauf gibt es in diesem ÖkoTipp.

Der Bodensee im Jahr 2022 mit Niedrigwasser In Baden-Württemberg haben die meisten Badestellen eine sehr gute oder gute Wasserqualität.  (Ursula Häßler)

Algenblüten, Bakterien oder auch Gülle-Einträge aus der Landwirtschaft belasten immer wieder einzelne Seen. Der BUND Baden-Württemberg empfiehlt daher, vor dem Badeausflug auf der Badegewässerkarte Baden-Württemberg nachzuschauen, ob das Baden in dem entsprechenden See erlaubt und unbedenklich ist. Bei über 300 Seen nehmen die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg während der Badesaison vom 1. Juni bis zum 15. September regelmäßig Wasserproben, so dass kurzfristige Verunreinigungen normalerweise schnell entdeckt werden. In dem Fall werden die Seen vorübergehend gesperrt. Gibt es ein Verbotsschild vor Ort, sollte man nicht im See baden. Flüsse werden mit Ausnahme weniger Badestellen übrigens nicht kontrolliert. Daher empfiehlt das Gesundheitsministerium, nicht in Flüssen zu baden.

Vorsicht bei faulig riechenden Seen 

Vorsicht geboten ist außerdem bei faulig riechenden Seen. Diese haben einen sehr niedrigen Sauerstoffgehalt. Pflanzen und Tiere sind bereits tot und bieten Bakterien eine ideale Lebensgrundlage. Trübes, blau schimmerndes Wasser kann ein Hinweis auf Cyanobakterien (Blaualgen) sein. Bei Verschlucken oder Hautkontakt können sie schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Wenn die Behörden Cyanobakterien entdecken, verhängen sie in der Regel ein Badeverbot. Verbotsschilder können zeitweise oder dauerhaft aufgestellt sein, beispielsweise aufgrund von Blaualgen, erhöhtem Schiffsverkehr oder zum Schutz der Natur. Finden sich im See grüne Algen, müssen sich Badende keine Sorgen machen. Sie sind meist ungefährlich.

Top Wasserqualität auch im europäischen Vergleich

Laut dem Jahresbericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) hatten 91 Prozent der fast 2.000 Badegewässer in Deutschland 2024 eine exzellente Wasserqualität. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern liegt Deutschland damit im oberen Mittelfeld. Allerdings prüfen sowohl EEA als auch Gesundheitsämter vor allem die hygienische Qualität für Menschen. Ökologische Aspekte bleiben außen vor.

Beim Baden Rücksicht auf Natur nehmen

Dabei sind die Seen nicht nur Freizeitziel, sondern auch wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Laut dem Umweltbundesamt sind jedoch nur ein Viertel der großen Seen in Deutschland in einem guten ökologischen Zustand. Hier ist vor allem die Politik gefragt, unsere Gewässer etwa durch die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie besser zu schützen. Aber auch wer im See Abkühlung sucht, kann einiges tun, um diesen wichtigen Lebensraum für Libellen, Wasservögel und viele andere zu schützen:

  • Auf Schutzgebiete und geschützte Bereiche achten: Hier sollte man die Wege nicht verlassen, auch wenn das kühle Nass noch so lockt.
  • Nur über offene Ufer ins Wasser gehen. Mit Pflanzen bewachsene Ufer sind Kinderstube und Rückzugsort etwa für Wasservögel, Frösche oder Libellen.
  • Wasservögel wie Enten und Gänse nicht füttern: Unsere Nahrung schadet ihnen (bspw. Brot) und sie können aufdringlich werden.
  • Keinen Müll hinterlassen: Plastikmüll gefährdet Wasservögel und ihre Jungen, wenn sie ihn verschlucken. Außerdem enthält er Weichmacher, Schwermetalle und andere Stoffe, die sich in den Tieren anreichern und ihnen schaden können.
  • Hunde anleinen und nur in bestimmten Bereichen, in denen das Baden für sie erlaubt ist, frei laufen und schwimmen lassen.
  • Möglichst leise sein.
  • Keine invasiven Arten verbreiten: SUPs, Schlauchboote oder Neopren nach dem Einsatz trocknen bzw. reinigen, bevor man damit in ein anderes Gewässer geht.
  • Feuer machen und Grillen nur an erlaubten Stellen: trockene Ufervegetation kann sich leicht entzünden.
  • Auswirkung von Sonnencreme beachten.

Wer die Natur mit Respekt behandelt und sich an die Tipps hält, kann sich über eine unbezahlbare Belohnung freuen: Denn an unseren heimischen Seen und Flüssen sind einzigartige Naturbeobachtungen möglich. Mit Rücksicht und Abstand kann man dort Tierarten wie den Haubentaucher, das Teichhuhn oder bunt schillernde Libellen entdecken.
 

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