BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Projekt "Wildkatzenwälder von morgen"

Die Wildkatze erobert zögerlich die Wälder Baden-Württembergs zurück. Doch gute Lebensräume gibt es noch zu wenige im Land. Durch das neue BUND-Projekt sollen im Odenwald und Stromberg-Heuchelberg die Lebensbedingungen verbessert werden und klimarobuste Wälder entstehen. (Foto: Thomas Stephan / BUND)

Eine Wildkatze schleicht durch Unterholz.  (Thomas Stephan / BUND)

Strukturreiche Waldränder – als Lebensraum und zum Schutz unserer Wälder

Die Europäische Wildkatze fasst wieder Fuß im Südwesten Deutschlands, wie zahlreiche Untersuchungen des BUND in den vergangenen Jahren zeigen konnten. Naturnahe Waldränder mit vielen Versteckmöglichkeiten sind für Wildkatzen ein besonders wichtiges Element ihres Lebensraums. Diese sollen nun in den zwei waldreichen Projektgebieten im Odenwald und am Stromberg-Heuchelberg entstehen.

In den kommenden sechs Jahren schafft der BUND Baden-Württemberg wildkatzengerechte Lebensräume und setzt dafür auf die Zusammenarbeit mit Waldnutzenden sowie Entscheidungsträger*innen aus Forst, Landwirtschaft, Jagd, Grundbesitz, Verwaltung, Kommunen und Kirche. Waldränder und angrenzendes Grünland sollen so umgestaltet werden, dass sie den Bedürfnissen der Wildkatze gerecht werden. Das Projekt wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

Nicht nur Wildkatzen profitieren von naturnahen Laub- und Mischwäldern mit Lichtungen und viel Totholz. Die Wildkatzenwälder von morgen sind besser vor Stürmen und Austrocknung geschützt, robuster gegenüber der Klimakrise und sind ein Beitrag gegen das Artensterben. Das kommt auch dem Menschen zugute.

Wildkatzen sind gefährdet

Die Wildkatze macht gerade zaghafte Schritte und kehrt zurück nach Baden-Württemberg. Dennoch ist die Europäische Wildkatze gefährdet. Die Ursachen dafür sind vor allem

  • Der Verlust bzw. das Fehlen von Lebensräumen: Wildkatzen leben zurückgezogen in naturnahen, unaufgeräumten Wäldern, die viel Deckung und Nahrung bieten.
  • Die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen, Siedlungen und ausgeräumte Agrarflächen: Die Haupttodesursache der Wildkatze ist der Tod an der Straße. Sind Lebensräume nicht verbunden, so fehlt der genetische Austausch zwischen den Populationen.
  • Die Verwechslung mit der Hauskatze: Die Europäische Wildkatze ist nach wie vor unbekannt. Spaziergänger nehmen deshalb beispielsweise junge Wildkätzchen mit nach Hause oder Jäger schießen auf vermeintliche Hauskatzen in ihren Revieren.

Geeignete Lebensräume

Waldrand gut geeignet für Wildkatzen  (Thomas Stephan / BUND)

Die Tiere haben konkrete Anforderungen an ihren Lebensraum: Wildkatzen benötigen unaufgeräumte Wälder mit umgestürzten Bäumen, Baumhöhlen, Wurzeltellern, Reisighaufen und Gebüsch. In strukturreichen Waldrändern kommen viele verschiedene Arten von Gehölzen unterschiedlichen Alters vor. Auch sonnige, offene Stellen, Totholz und Dickicht sind dort zu finden. Diese Waldränder bieten Deckung und ideale Bedingungen für die Mäusejagd. Hier findet sie Versteckmöglichkeiten für sich und ihren Nachwuchs. Im Projekt werden Maßnahmen finanziert und umgesetzt, welche die Waldränder in den Projektgebieten ökologisch aufwerten.

Gemeinsames Großprojekt

Zusammen mit neun weiteren Landesverbänden beteiligt sich der BUND Baden-Württemberg am neuen Riesenprojekt Wildkatzenwälder von morgen. Durch die Beteiligung dieser zehn Landesverbände wird das aktuelle Verbreitungsgebiet der Wildkatze in Deutschland fast vollständig abgedeckt. In allen zehn Bundesländern werten die Naturschützer*innen die Lebensräume der Wildkatze auf.

Durch jährliche Lockstock-Monitoring-Aktionen werden neue Nachweise der Europäischen Wildkatze erbracht. So erhält der BUND ein besseres Bild, wie sich die Wildkatzenpopulationen entwickeln und wo Maßnahmen für die Wildkatze sinnvoll sind. Daran beteiligt sind viele Freiwillige des Umweltverbands.

Projektpartner*innen gesucht

Für die Umsetzung geeigneter Maßnahmen an Waldrändern und angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen sucht der BUND Projektpartner*innen aus den Projektgebieten. Projektpartner*innen können Waldnutzende, -besitzende sowie Entscheidungsträger*innen aus Forst, Landwirtschaft, Jagd, Grundbesitz, Verwaltung, Kommunen und Kirchen sein. Sprechen Sie uns an, um Finanzierungs- und Umsetzungsmöglichkeiten von Maßnahmen zu besprechen. Gerne können Sie dafür unser Kontaktformular nutzen.

Wälder der Artenvielfalt

Wo die Wildkatze sich wohlfühlt, geht es auch vielen anderen Arten gut. Von wildkatzengerechten Wäldern und natürlichen Waldrändern profitieren gefährdete Arten wie Bechsteinfledermaus, Feuersalamander, Mittelspecht, Hirschkäfer, Haselmaus und Laubfrosch. Die vielfältigen Lebensräume sind Refugien der Artenvielfalt.

Das Projekt "Wildkatzenwälder von morgen“ wird von Oktober 2022 bis Oktober 2028 im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz gefördert.
Diese Webseite gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms Biologische Vielfalt wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.


Damit wir erfolgreich die Wildkatzenwälder von morgen schaffen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Mit einer Spende helfen Sie dem BUND gute Bedingungen für die Wiederausbreitung der Europäischen Wildkatze zu schaffen. Vielen Dank!   

Mit 100 oder 50 Euro helfen Sie dem BUND Baden-Württemberg, den naturnahen Umbau von Waldrändern zu finanzieren und neue Vorkommen der Wildkatze nachzuweisen.

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Ansprechpartner "Wildkatzenwälder von morgen"

Dominic Hahn

Projektkoordinator
E-Mail schreiben Tel.: 0711 620306-29 Mobil: 0162 9677 444

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Projekt-Flyer Wildkatzenwälder von morgen

Flyer Wildkatze braucht Heimat

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