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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Erster Schritt: EU will Einwegplastik verbieten

15. Juni 2018 | Klima und Energie, Nachhaltigkeit

Wir verbrauchen so viel Plastik wie kein anderes Land in Europa: 12,6 Millionen Tonnen im Jahr. Tendenz steigend. In der gesamten EU sind es 26 Milliarden Tonnen. Jetzt möchte die EU dagegen vorgehen. Fritz Mielert (39), Referent für Umwelt und Energie, dazu im Interview.

Plastik ist tödlich. In der gesamten EU brauchen wir 26 Milliarden Tonnen jedes Jahr.  (eskemar / photocase.de)

Plastik ist tödlich. Wird Plastik nicht richtig entsorgt, gelangt es in unsere Wälder, Wiesen und Meere. Plastik ist auch ein Klimakiller: Zur Produktion von einem Kilogramm Plastik wird mindestens die doppelte Menge an Öl benötigt. Wird ein Kilogramm Mischplastik verbrannt, entweichen etwa drei Kilogramm CO2 in die Atmosphäre.

Die EU-Kommission schlägt nun eine Wende vor: Sie möchte Plastikteller, Trinkhalme, Wattestäbchen und andere Wegwerfartikel aus Kunststoff zurückdrängen. Verboten werden sollen Gegenstände, für die es bereits Alternativen gibt. Auch die anderen EU-Staaten sollen ein Einwegpfand einführen, wie er in Deutschland existiert. Das Ziel: 90 Prozent der Plastik-Getränkeflaschen sollen so wieder verwendet werden.

Fritz Mielert (39), Referent für Umwelt und Energie, über die EU-Pläne, Plastik für bestimmte Produkte zu verbieten.

Fritz, genügt es, bestimmte Plastikartikel zu verbieten?

Das ist zwar ein erster richtiger Schritt, doch wird er nicht ausreichen, um unser Plastikmüll-Problem zu lösen oder unseren extremen Ressourcen-Verbrauch zu stoppen. Dafür müssen wir unseren Plastikkonsum radikal einschränken, daran führt kein Weg vorbei. Wir müssen alle Maßnahmen ergreifen, die dazu beitragen: gesetzliche Regelungen, Steuern, bessere Recycling-Prozesse und ein geändertes Konsumverhalten jedes Einzelnen.

Welche guten Alternativen gibt es bereits zu vermeidbaren Plastikprodukten?

Rührstäbchen für Kaffee, die kann man problemlos aus Holz herstellen, genauso Wattestäbchen. Strohhalme gibt es zum Beispiel aus Papier. Zum Grillen kann man sich statt Plastikgeschirr einen Blechteller und Besteck von zu Hause mitnehmen. Das sind größtenteils sehr einfache Maßnahmen.  Europaweit müssen Recycling-Systeme eingeführt werden.

Auch Wattestäbchen oder Rührstäbchen aus Holz verbrauchen Ressourcen…

Natürlich verbrauchen diese Dinge Ressourcen – auch im Herstellungsprozess. Aber es ist schon mal ein großer Vorteil, wenn etwas biologisch abbaubar ist. Ansonsten ist es natürlich immer am besten, möglichst wenig Müll entstehen zu lassen. Prinzipiell müssen wir uns die Frage stellen: Wie viel und was brauchen wir für ein gutes Leben wirklich? Um unsere Probleme zu lösen, müssen wir unseren Lebensstil radikal verändern, weniger konsumieren und nachhaltiger produzieren. Also eher auf Geschirr aus Ton und Keramik zurückgreifen als aus Plastik oder Holz.

Was hältst Du von den Plänen, dass es Einwegpfand EU-weit geben soll. Ist das eine sinnvolle Lösung?

Von diesem Pfandsystem halte ich nicht besonders viel. In Deutschland sehen wir, dass das Einwegpfandsystem und der Wegfall der Mehrwegquoten dazu geführt haben, dass wir mehr Kunststoffflaschen haben. Viele Verbraucher meinen, sie zahlen Pfand und bringen die Plastikflasche ja zurück, damit ist alles in Butter. Aber das ist es nicht. Sie können in den Gelben Sack stopfen oder in den Laden zurückbringen so viel sie wollen. Es wird einfach zu wenig recycelt.

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