BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Osterstrauß: Weidenkätzchen den Wildbienen

26. März 2021 | Aktiv im Naturschutz (BW), Artenschutz (BW), Schmetterlingsland (BW)

Bund appelliert, blühende Zweige und Blumen in der Natur zu lassen. Für Ostersträuße besser Forsythien verwenden.

Die blühenden Weiden oder Schlüsselblümchen mit ihrem Pollen und Nektar sind jetzt in dieser noch blütenarmen Zeit besonders wichtig.  (Dominic Hahn / BUND BW)

Ostern steht vor der Tür. Frühlingsspaziergänge bieten aktuell besonders Abwechslung und Erholung. Da ist es verlockend, sich selbst einen Strauß Palmkätzchen oder Wildblumen zu pflücken. Doch Wildbienen und Schmetterlinge brauchen gerade jetzt jede Nahrungsquelle. Der BUND bittet deshalb eindringlich, belassen Sie die blühenden Weidenzweige und Blumen in der Natur!

Wildbienen schlüpfen jetzt und brauchen dringend Nahrung

Wildbienen und Schmetterlinge brauchen jetzt jede Nahrungsquelle. „Wildbienen schlüpfen jetzt. Sie haben als Larve überwintert mit Nahrungsvorräten, die ihnen ihre Mutter mit in die Brutröhren gelegt hat. Wenn sie dann bei entsprechender Temperatur schlüpfen und erwachen, dann brauchen sie auch Nahrung. Nahrung ist später im Frühling mit der Obstblüte viel einfacher zu finden. Jetzt sind die blühenden Weiden oder Schlüsselblümchen mit ihrem Pollen und Nektar in dieser noch blütenarmen Zeit besonders wichtig“, sagt Dominic Hahn, Naturschutzreferent des BUND Baden-Württemberg.

Forsythien für Ostersträuße

Für den Osterstrauß eignen sich auch Triebe von noch nicht blühenden Sträuchern oder Bäumen. Für die Wohnung können Zweige der Forsythien aufgestellt werden. Denn sie produzieren weder Nektar noch Pollen und sind für Insekten damit wertlos. Die dekorativen Weidenkätzchen sind die Blüten der Weiden und erscheinen noch vor den Blättern am Zweig. Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Weiden-Kätzchen haben am Grund jeder Einzelblüte Nektardrüsen. Wenn Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Käfer, Schmetterlinge oder andere Insektenarten sie als Nahrung nutzen, werden die Blüten der Weiden durch sie bestäubt.

Salweiden schmecken Honigbienen, Meisen und dem Zilpzalp

Vor allem Salweiden mit ihren flauschigen Kätzchen sind für Ostersträuße beliebt. „Gerade die Salweide mit ihrer frühen und sehr reichen Blüte ist auch bei Insekten sehr beliebt. Sie ist auch für die Honigbienen die erste Massennahrung. Und auch Vogelarten wie der Zilpzalp oder Meisen saugen den nahrhaften Nektar gerne. Später im Jahr sind auch die Blätter beliebt, allein die Salweide dient für die Raupen von 37 Schmetterlingsarten als Nahrungspflanze“, so Hahn. In der Natur kommt die Salweide als Pionierart gerne an Waldrändern oder lichten Waldstellen vor.

Abschneiden von Weidenkätzchen-Zweigen ist verboten

Es gibt etwa 500 Arten von Weiden. Davon sind 30 in Mitteleuropa heimisch, zudem gibt es viele Hybridformen. Sie sind vorzugsweise an oder in der Nähe von Gewässern zu finden. In der freien Natur dürfen wilde Weidenkätzchen-Zweige zwischen dem 1. März und dem 30. September nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht abgeschnitten werden.

Weitere Informationen: 

  •  §39 Bundesnaturschutzgesetz, Abs. 5 (2): „Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen; zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen."
     
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Kontakt für Rückfragen:

  •  Dominic Hahn, Referent für Naturschutz, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dominic.hahn(at)bund.net; 0711 620306-14

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