ÖkoTipp: Gemüse im Herbst anbauen

08. Oktober 2020 | Nachhaltigkeit, Suffizienz

Auch wenn die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger werden, können Hobbygärtner*innen Gemüse noch im Freien ziehen. Der BUND gibt einen Überblick, was möglich ist.

Winterportulak ist eine Pflanze mit kleinen grünen Blättern. Winterportulak vermehrt sich leicht und wächst auch bei niedrigen Temperaturen.  (jaapbleijenberg / Depositphotos.com)

Die letzten Tomaten sind gepflückt und die Beete und Balkonkästen liegen brach. Für viele Hobbygärtner*innen ist im Herbst und Winter die Erntezeit vorbei. Doch das muss nicht sein, wie Christoph Schramm, Referent Landwirtschaft und Wald beim BUND Baden-Württemberg, erklärt: „Auch jetzt lassen sich auf dem Balkon oder in Hochbeeten und Töpfen noch Salate und Gemüse im Freien ziehen – möglichst an sonnigen Standorten. Neben der Freude über frische Nahrungsmittel hat der Herbst- und Winteranbau noch einen weiteren Vorteil: Der Boden ist nicht schutzlos Wind und Regen ausgeliefert und wird außerdem von den Wurzeln der Pflänzchen stabilisiert.“

Feldsalat im Herbst anbauen

Feld- beziehungsweise Ackersalat oder Kleine Rapunzel wächst auch bei kühleren Temperaturen noch gut. Sie sollten ihn aber bei mildem Wetter säen, denn die Samen brauchen erstmal ein paar Tage Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad, um zu keimen. Ist der Herbst warm, können Sie ihn noch im frühen Winter ernten. Sonst ist Erntezeit eher von Januar an. Diese Salatsorte verträgt auch leichten Frost, allerdings sollten Sie die Blätter nicht ernten, solange sie gefroren sind, sondern aufs Auftauen warten. Sie fallen sonst welk zusammen. Wird es sehr kalt, decken Sie den Salat am besten mit einer schützenden Schicht, zum Beispiel aus Zweigen oder einem Vlies, ab. Der Feldsalat ist wegen seines Vitamingehalts und seiner Mineralstoffe eine der nährstoffreichsten Salatsorten. Er ist besonders reich an Provitamin A wie zum Beispiel Beta-Carotin, Vitamin C und Eisen.

Winter-Kopfsalat im Herbst anbauen

Der Winter-Kopfsalat wird im Herbst gesät, bleibt den Winter über auf dem Beet stehen und wird im April und Mai geerntet. Wenn Sie die Köpfe im Winter mit einem Vlies zudecken, müssen Sie mit der Ernte nicht bis zum Frühjahr warten. Ziehen Sie die Setzlinge jetzt in kleinen Töpfen vor und setzen sie bis Ende Oktober ins Freiland. Mit Ausnahme von Vitamin A enthält Kopfsalat im Vergleich zu anderem Gemüse wenig Vitamine.

Winterpostelein im Herbst anbauen

Winterpostelein oder Winterportulak ist sehr unkompliziert und hält auch Minus-Temperaturen gut aus, ohne zu erfrieren. Bei vier bis acht Grad Celsius wächst er sogar noch. Sie können ihn von September bis Februar aussäen. Erntezeit ist nach etwa acht Wochen. Er ist reich an Vitamin C, Kalium, Kalzium und Eisen und kann als Salat oder Gemüse gegessen werden. Beliebt ist er auch als Smoothie-Beigabe.

Spinat im Herbst anbauen

Der kälteliebende Spinat verträgt sogar Frost und ist daher ideal für eine Herbstaussaat. Auch hier gilt aber, dass die Samen nun so schnell wie möglich und bei mildem Wetter in den Boden sollten. Bereits nach sechs bis acht Wochen können die ersten Blätter geerntet werden. Spinat enthält viele wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Eisen Kalzium und Folsäure.

Wintererbse im Herbst anbauen

Die Wintererbse wird im Herbst gesät und im Mai geerntet. Sie verträgt Frost und übersteht den Winter im Freien gut. Das heißt, Hobbygärtner*innen können sich schon über frische Erbsen freuen, wenn andere Erbsensorten noch ganz klein sind. Erbsen sind reich an Eiweißen und Vitaminen – vor allem an B1 und B2.

Wintersteckzwiebel im Herbst anbauen

Wer jetzt Wintersteckzwiebeln pflanzt, kann den ganzen Winter über frisches Zwiebelgrün zum Kochen ernten. Die Zwiebeln selbst können Sie im Frühjahr ausgraben und essen. Sie enthalten viele Vitamine, Kalium und Schwefel.

Knoblauch im Herbst anbauen

Auch Knoblauch verkraftet Kälte gut. Wenn Sie ihn im Herbst in den Boden stecken, bildet er bis ins Frühjahr große Zehen. Neben Vitaminen enthält Knoblauch Allicin und Ajoen, die leicht blutverdünnend und blutdrucksenkend wirken.

 

Kontakt für Rückfragen:

Christoph Schramm, Referent Landwirtschaft und Wald BUND Baden-Württemberg, Christoph.Schramm(at)bund.net, 0711 / 620 306-12

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