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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Der Maikäfer

Die meiste Zeit leben Maikäfer als Engerlinge im Dunkeln und Verborgenen. Es dauert vier Jahre, bis sie sich im Erdboden zu einem Käfer entwickeln. Wenn im Mai die Laubbäume sprießen, graben sie sich aus der Erde, um sich zu vermehren. Alle vier Jahre sind deshalb "Maikäferjahre". Die Männchen sterben kurz nach der Paarung; die Weibchen, nachdem sie die Eier gelegt haben.

Maikäfer an Waldmeister Beobachtungstipp: Meist fliegen sie abends aus und lassen sich dann beim Fressen beobachten, bevorzugt an Eichen.  (Helmut Leßmann)

Maikäfer-Arten gibt es viele. Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) und Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) dürften wir fast alle von eigenen Beobachtungen kennen. Denn sie sind relativ häufig verbreitet. Maikäfer sind braun, haben fächerartige Fühler, ein schwarzes oder braunes Halsschild und ein schwarzweißes Zickzackmuster an der Körperseite. Ihre "Nasen" sind die mit Tausenden von Geruchssensoren besetzten Fühler. Die der Männchen sind sind deutlich größer als die der Weibchen. Der Maikäfermann nutzt die größere Nase, um die Maikäferdame aufzuspüren.

Vorkommen und Lebensweise: kurzes Leben oberhalb der Erde

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Maikäfer als Engerlinge im Verborgenen. Als Engerlinge werden die Maikäfer-Larven bezeichnet. Aus der Erde graben sie sich alle drei bis vier Jahre als Käfer. Ihr Ziel? Fressen, paaren und vermehren. Mai ist die Hauptflugzeit der Tiere war immer Mai. Daher kommt auch ihr Name. Doch als eine Folge des Klimawandels hat sich ihre Haupt-Flugzeit mittlerweile auf Mitte bis Ende April verschoben. Dann fliegen sie Laubbäume an und fressen sie fast kahl. Was kein Problem ist. Denn die meisten kahl gefressenen Bäume erholen sich wieder. Im Juni bilden die Bäume neue Blätter. Die Weibchen benötigen die Blätter, um etwa 100 Eier zu produzieren und mit etwas Kot in der Erde abzulegen. Und dann war`s das schon mit dem kurzen Käferleben: Die Männchen sterben kurz nach der Begattung, die Weibchen nach der Eiablage.

Problematischer sind für die Bäume die Larven im Boden. Ganz am Anfang ernähren diese sich noch vom Kot, den die Muttertiere mit den Eiern abgelegt haben. Während ihres ersten Lebensjahres fressen sie die Wurzeln von Gräsern ab. Doch danach machen sie sich über die Wurzeln junger Bäume her, die es dann schwer haben, zu überleben.

Gefährdung

Alle 30 Jahre kommt es zu Maikäfer-Plagen. Ein Rhythmus, der wohl im Zusammenhang mit Krankheiten und Parasiten steht, die die Käfer befallen. Im Jahr 1911 wurden auf einer Fläche von 1.800 Hektar 22 Millionen Käfer gesammelt, in Wien 1951 sogar eine Milliarde. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren wurde der Maikäfer mit Insektiziden großflächig bekämpft und fast ausgerottet. Sein Bestand hat sich erst in den letzten Jahren wieder etwas erholt. Heute versucht man, mit den Sexuallockstoffen der Weibchen die Feldmaikäfer-Männchen in Fallen zu locken.

Naturtipp: Maikäfer beobachten

Maikäfer sind in manchen Jahren häufig und verbreitet. In manchen Jahren sind sie gar nicht unterwegs. Meist fliegen sie abends aus und lassen sich dann beim Fressen beobachten, bevorzugt an Eichen, aber auch an Buche, Ahorn und verschiedenen Obstbäumen.

Unnützes Wissen

  • Früher wurden Maikäfer gerne verzehrt. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sie geröstet als Maikäfersuppe verspeist oder auch kandiert zum Dessert gereicht. Die Maikäfersuppe soll so ähnlich wie Krebssuppe schmecken.
  • Ein französischer Gerichtsbeschluss aus dem Jahr 1320 befahl den Maikäfern, sich binnen drei Tagen aus einem bestimmten Gebiet zurückzuziehen. Sonst würden sie als vogelfrei gelten und ausgerottet werden. Ob das erfolgreich war, ist nicht überliefert.
  • Reinhard Mey hat den Maikäfern einen musikalischen Nachruf „Es gibt keine Maikäfer mehr” gewidmet.
  • Wilhelm Busch ließ Max und Moritz Maikäfer in Onkel Fritz` Bett legen.

Quellen und Nachweise:

Über das Foto

Maikäfer-Makroaufnahme  (Helmut Leßmann)

Die Postkarte der Maikäfers "Du bist eine richtige Wuchtbrumme" können Sie beim BUND Baden-Württemberg bei angela.koch(at)bund.net bestellen.

Das Foto der sympathischen Wuchtbrumme hat Helmut Leßmann geschossen und damit 2018 den ersten Platz beim BUND-Fotowettbewerb wildes Baden-Württemberg belegt. Leßmann geht oft in das Naturschutzgebiet Oberes Gäu, um Fotos von Libellen, Schmetterlingen oder anderen Insekten zu schießen. „Die Natur und Naturaufnahmen machen mir sehr viel Spaß“, so der Gewinner. „Die Kamera ist bei meinen Ausflügen durch die schöne Landschaft immer dabei. Einen Maikäfer anzutreffen, hatte mich dennoch überrascht.“

Die BUND-Fotowettbewerbs-Jury bezeichnet die Makroaufnahme des Maikäfers „als ein außergewöhnliches und ausdruckstarkes Foto in beeindruckender und klarer Bildqualität. So nah und detailliert bekommt man so einen Brummer sonst nicht zu Gesicht. Der Maikäfer scheint fast darüber überrascht, dass sich der Waldmeister unter seinem Gewicht biegt. Ein wirklich schöner Moment, den Leßmann eingefangen hat.“

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