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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Müllverschiebung ist keine Lösung

Verpackt in Castor-Behältern haben die Atomkonzerne hochradioaktiven Müll jahrelang in das Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen verfrachtet. Seit dem Jahr 2000 gibt es einige direkte Zwischenlager auf dem Gelände der Atomkraftwerke. Trotzdem sind wieder Castor-Transporte geplant.

Eine Castor-Leerfahrt auf dem Neckar. Castor-Transporte sind unberechenbar. Bei einem Transport über den Wasserweg ist die Gefahr noch ungemein größer.  (Jürgen Hellgardt / BUND Lauffen)

Tausende Tonnen Atommüll und niemand weiß wohin damit. Die Suche für ein Atommülllager in Deutschland steht am Anfang. Solange parken die hochradioaktiven Abfälle in Castor-Behältern in den Zwischenlagern an den AKW-Standorten und in zentralen Lagern in Gorleben oder Lubmin. Die Zwischenlager sind für 40 Jahre genehmigt – schon heute ist klar, dass der Atommüll viel länger dort bleiben muss.

Für das AKW Obrigheim möchte die EnBW kein Standortzwischenlager bauen. Zwar hat die EnBW formal ein Zwischenlager beantragt, in mehr als zehn Jahren hat sie aber keine Genehmigung erreicht. Damit der Rückbau weiter gehen kann, sollen Schiffe nun 15 Castoren aus Obrigheim über den Neckar ins Zwischenlager nach Neckarwestheim transportieren. Das Problem wird im wahrsten Sinne des Wortes verschoben und verlagert.

Kein Atommüll-Shuttle auf dem Neckar!

Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll sind per se riskant. Hinzu kommt, dass die EnBW keine Erfahrung mit Castor-Transporten auf Binnengewässern hat. Die Transporte stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar und könnten Zielscheibe für terroristische Angriffe sein. Zwar werden Sicherheitstests durchgeführt, aber nicht für alle Castor-Typen.

Auch ohne Unfall gehen von den Castor-Transporten Gesundheitsrisiken aus. Jahrelang wurde unterschätzt, dass die Neutronenstrahlung die Behälterhülle durchdringt und somit das Begleitpersonal und die Bevölkerung einer Strahlenbelastung ausgesetzt wird. Die Castor-Schiffe werden zum Beispiel durch Städte wie Heilbronn fahren. Daher organisiert der BUND mit den örtlichen Bürgerinitiativen den Widerstand gegen die Transporte – www.neckar-castorfrei.de.

Castoren aus der Wiederaufbereitung

Atommüll zu recyceln war lange Zeit die Hoffnung. Hierfür haben die deutschen Atomkonzerne Brennelemente nach Großbritannien und Frankreich gebracht. Doch nur ein kleiner Teil des Atommülls konnte dort wiederverwertet werden. Der große Rest muss zurückgenommen werden. Viele Jahre kamen diese strahlenden Abfälle ins Zwischenlager Gorleben. In der Zwischenzeit wurde durch das deutsche Standortauswahlgesetz (StandAG) festgelegt, dass es keine weiteren Rücktransporte nach Gorleben geben soll. Ungeklärt ist nun: Wohin mit den 26 Castoren, die noch in Frankreich und Großbritannien lagern?

Kein Export von deutschem Atommüll

Für den BUND ist klar, dass dieser Atommüll zurückgenommen werden muss. Einen Export deutschen Atommülls darf es nicht geben, beziehungsweise er muss zurückgenommen werden. Das Bundesumweltministerium hat eine Aufteilung auf drei Standortzwischenlager vorgeschlagen. Die fünf Castoren aus Südfrankreich sollen grenznah nach Philippsburg kommen, wofür allerdings die EnBW einen Antrag zur Erweiterung der Zwischenlagerung stellen muss. Denn für diesen Castor-Typ gibt es bislang keine Einlagerungsgenehmigung. Das Genehmigungsverfahren muss mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt und für die Zwischenlager müssen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.

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Ansprechpartner Umwelt und Energie

Fritz Mielert

Umweltschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (0711) 620306-16

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