BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Waldstrategie des Landes: „Nicht die Fehler aus der Landwirtschaft wiederholen“

05. November 2020 | Wälder, Wildkatze, Naturschutzpolitik (BW), Landtagswahl

Kommentar zur Vorstellung der Eckpunkte Waldstrategie 2050

„Die heute vorgestellten Eckpunkte zur Waldstrategie 2050 sind ein erster grober Fahrplan. Insgesamt geht er in die richtige Richtung“, bewertet Brigitte Dahlbender die Eckpunkte. Die wichtigsten und dringendsten Handlungsfelder für unsere Wälder wurden im breiten Beteiligungsprozess identifiziert. Der BUND wird sich auch weiterhin aktiv und kritisch einbringen.

Positiv: Anerkennung von Gemeinwohl-Leistungen

Als positiv bewertet Dahlbender, dass Waldbesitzer*innen für die Gemeinwohl-Leistungen ihrer Waldflächen - wie etwa bei der Trinkwasser- und Kohlenstoffspeicherung oder dem Artenschutz - finanzielle Förderungen und somit auch Wertschätzung bekommen sollen. „Bei der Förderung für die Waldbesitzer*innen dürfen wir aber nicht die Fehler aus der Landwirtschaft wiederholen. Fördergelder dürfen nicht rein nach der Flächengröße verteilt werden, sondern sollen für erbrachte Gemeinwohl-Leistungen fließen. Daher muss das Ministerium die Mittel an ökologische Kriterien binden. Nicht, dass am Ende profitorientierte Fichtenforste Förderungen erhalten, und nicht die Waldbesitzer*innen, die einen Mehraufwand oder Ertragseinbußen haben, weil sie ihre Wälder naturnah bewirtschaften oder die Artenvielfalt und Klimastabilität fördern.“

Es fehlt: Bekenntnis zum Waldumbau 

„Den Eckpunkten fehlt ein klares Bekenntnis zu einem Waldumbau in Richtung störungsresistenter Laubmischwälder“, so Dahlbender weiter. Trockenschäden, Borkenkäferbefall und Sturmwürfe zeigen die große Anfälligkeit von Fichtenbeständen, die hierzulande eigentlich nur auf den Höhenzügen des Schwarzwalds wachsen würden – aber aktuell fast ein Drittel der Wälder Baden-Württembergs ausmachen. „Wir müssen auf Laubmischwälder mit Eiche, Ahorn und Linde setzen, die den Herausforderungen der Klimakrise besser gewachsen sind und die Stürmen und Trockenperioden besser standhalten als Fichten-Monokulturen. Sonst ist ein Waldsterben 3.0 nicht zu verhindern.“

Die hohe Widerstandsfähigkeit naturnaher Laubmischwälder in unseren Breitengraden ist wissenschaftlich belegt, fehlt aber leider in den Eckpunkten zur Waldstrategie 2050.

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