Bereits ein kleiner Naturteich im Garten kann ökologisch wertvoll sein.
(Lilith Stelzner
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BUND BW)
Unsere heimischen Amphibien sind zunehmend gefährdet. Ein Grund dafür ist, dass ihre Lebensräume immer knapper werden. Hobbygärtner*innen können dazu beitragen, im eigenen Garten Ersatzlebensräume für die Tiere zu schaffen. Der BUND Baden-Württemberg gibt Tipps, wie sich Kröte, Molch und Co. auch in einem Gartenteich wohlfühlen.
So wird der Garten zum Lebensraum
Die meisten Amphibien sind auf stehendes Wasser angewiesen. Hier pflanzen sie sich fort und verbringen als Kaulquappen den ersten Teil ihres Lebens im Wasser. Häufig findet man sie auch in Gartenteichen. Damit sich diese für Amphibien eignen, gilt es bei deren Anlage ein paar Aspekte zu beachten:
- Möglichst sonniger Standort, denn Amphibien sind auf Wärme angewiesen.
- Nährstoffarmes Wasser, das arm an Algen, klar und sauerstoffreich ist.
- Eintrag von möglichst wenig Laub und keinen Düngemitteln.
- Flache Ufer, damit die Tiere problemlos ein- und aussteigen können.
Verschiedene Zonen schaffen
Wichtig für einen ökologischen Gartenteich ist auch die Zonierung. Der Teich sollte
- eine flache Nass- und Sumpfzone (Wasserstand 0 - 10cm),
- eine Flachwasserzone (20 - 30 cm) und
- eine Tiefenzone (> 50cm) umfassen.
Amphibien sind auch auf geschützte Rückzugsorte an Land angewiesen. Deswegen sollten Sie in der Uferzone und nahen Umgebung Versteckmöglichkeiten, etwa durch Haufen aus Totholz, anlegen. Zur Abdichtung Ihres Teiches eignen sich Lehm oder Ton als natürlichste Mittel. Falls eine Teichfolie nötig ist, sollten Sie solche aus umweltfreundlicheren Materialien wie Polyethylen oder Kautschuk wählen.
Boden und Pflanzen für den Gartenteich
Damit es nicht zu einer extremen Algenbildung kommt, sollte der auf die Folie aufgetragene Boden sehr nährstoffarm sein. Lehm oder Sand eignen sich am besten. Verwenden Sie für die Bepflanzung Ihres Teiches nur heimische Pflanzenarten, die an den nassen Standort angepasst sind. Dazu zählen etwa:
- Weiße Seerosen und Froschbiss für den tiefen Bereich,
- Sumpfschwertlilie, Blutweiderich und Sumpfdotterblume im flachen Wasser,
- Frauenmantel und Ross-Minze am Teichrand.
Wie groß sollte ein Gartenteich sein?
Bestenfalls umfasst ein Naturteich im Garten mindestens 20 Quadratmeter Wasserfläche. Aber auch kleinere Teiche können ökologisch wertvoll sein. So kann ein einfacher Gartenteich zum wertvollen Habitat für verschiedenste Pflanzen- und Tierarten werden. Denn nicht nur Amphibien profitieren von Gartenteichen:
- Wasser- und Sumpfpflanzen am Rand bieten Libellen-Larven Halt, während sie beispielsweise aus ihrer Larvenhaut schlüpfen.
- Bienen und Schmetterlinge finden Nektarquellen an Blüten.
- Vögeln, Insekten oder Igeln dient der Teich als Tränke.
- Wasserkäfern und -schnecken bietet er Lebensraum.
Sehen Sie bitte grundsätzlich davon ab, Tiere selbst einzubringen. Wenn sich Ihr Gartenteich und das Umland eignen, werden die Tiere es sich selbstständig erschließen. Auch die Menschen profitieren, denn für kleine und große Hobbygärtner*innen gibt es an so einer natürlichen Oase immer wieder Neues zu entdecken.
Ausführliche Tipps zum Gartenteichbau und zur Pflege finden Sie beim BUND Darmstadt.
Hintergrund: Landesweites Schutzprojekt für Amphibien
Um mehr Lebensraum für heimische Amphibien geht es auch im Projekt „220 Amphibiengewässer“, das der BUND Baden-Württemberg seit Juli 2022 in Kooperation mit dem Amphibien-Reptilien-Biotopschutz Baden-Württemberg (ABS) und dem NABU Baden-Württemberg durchführt. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördert das landesweite Projekt bis Herbst 2026. Es ist Teil der Artenschutzoffensive (ASO) Baden-Württembergs, über die ein Großteil der Sanierungsmaßnahmen gefördert werden. Durch das Anstoßen von je fünf Gewässersanierungen in allen Land- und Stadtkreisen Baden-Württembergs sollen 220 Gewässer landesweit zum Schutz der heimischen Amphibienbestände beitragen. Darüber hinaus vernetzt das Projekt die vor Ort ehrenamtlich im Amphibienschutz Aktiven mit den zuständigen Landschaftserhaltungsverbänden, Behörden und Kommunen und hat ein langfristiges landesweites Amphibienschutzprogramm (LAP) für Baden-Württemberg initiiert, das aktuell im Auftrag des Umweltministeriums erarbeitet wird.
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