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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Nationalpark Schwarzwald – Chancen für die Wildnis

Ruhe und Urtümlichkeit, ganz junge Bäume neben alten Baumriesen und abgestorbenen Bäumen, stehend oder umgestürzt. Auerhuhn, Dreizehenspecht, Sperlingskauz und die Zitronengelbe Tramete, ein extrem seltener Pilz auf verrottendem Fichtenholz – viele Tiere und Pflanzen finden ein Zuhause im Nordschwarzwald. Ein Zuhause, das sich der BUND lange gewünscht hat.

Blick über einen Baumstamm in eine Schlucht im Schwarzwald. Mit dem Nationalpark hat die Wildnis im Schwarzwald eine Chance.  (emanoo / photocase )

Seit 2014 hat auch Baden-Württemberg endlich einen Nationalpark. Es war ein langer, oft steiniger Weg bis zu seiner Gründung. Doch es geht noch weiter. Denn die Wildnis-Entwicklung steht noch am Anfang. Erst auf 3.300 von insgesamt 10.000 Hektar in den beiden Teilgebieten „Ruhestein“ und „Hoher Ochsenkopf“ wurde die Holznutzung eingestellt. In den Kernzonen liegen rund 1.000 Hektar Bann- und Schonwälder, in denen schon seit Jahrzehnten kein Holz mehr geschlagen wurde. Bannwälder sind Totalreservate, in denen Menschen nicht in die Natur eingreifen und Bäume fällen dürfen. In diesen Teilen, zum Beispiel im 100 Jahre alten Bannwald „Wilder See“, kann man erahnen, was „Prozessschutz“ bedeutet.

Prozesschutz – wozu?

Prozessschutz bedeutet, dass der Mensch nicht in die Natur eingreifen darf. Der Mensch darf hier weder Holz fällen, Fische angeln, noch Wild jagen oder Wasser, Steine, Erde nutzen. Das heißt, der Wald wird der Wildnis überlassen.

Dutzende Holzkäfer-, Spinnen-, Moos-, Flechten- und Pilzarten und mit ihnen spezialisierte Vogelarten, ganze Lebensgemeinschaften, können nur in Naturwäldern und nicht im Wirtschaftswald existieren. Weil ihnen im Forst Alt- und Totholz fehlen, die für Tiere und Pflanzen ein wichtiger Lebensraum sind. Bäume erreichen nur im Prozessschutzwald ihr natürliches Lebensalter, werden nur dort alt und mächtig.

Wie geht es weiter im Nationalpark?

Der BUND setzt sich ein für:

  • Eine gute ÖPNV-Anbindung zu zentralen Punkten im Nationalpark, um das PKW-Aufkommen zu vermindern. Das Nationalparkzentrum am Ruhestein muss an allen Wochentagen mehrmals mit guten Busverbindungen von den Bahnhöfen Baden-Baden, Freudenstadt und Offenburg zu erreichen sein.

  • Entwicklung eines Wildtiermanagements, das weitgehend ohne Jagd auskommt.

  • Zügige Vergrößerung der Kernzonen, damit auch hier der Prozessschutz in Gang kommt.

  • Lückenschluss zwischen den Teilgebieten „Ruhestein“ und „Hoher Ochsenkopf“ sowie Begradigung der jetzigen Nationalparkgrenzen, um die Randeffekte zu minimieren und den Nationalpark vergrößern. 

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Ansprechpartnerin Naturschutz

Christine Fabricius

Naturschutzreferentin
E-Mail schreiben Tel.: 0711 620306-14

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