Das Biosphärengebiet auf der Schwäbischen Alb ist ein stark geschütztes Stück Natur. (Foto: Almut Sattelberger/BUND BW)
Herzstück Münsinger Hardt - Chance für Mensch und Landschaft
Im Jahr 2002 hat der BUND mit der Tagung "Die Truppe zieht ab, was nun?" die fachliche Diskussion zur Zukunft des Münsinger Hardts angestoßen. Heute ist der ehemalige Truppenübungsplatz das Herzstück des 853 Quadratkilometer großen Biosphärengebiets und als FFH-Gebiet geschützt. Außerdem ist er eine der landesweit größten unzerschnittenen Flächen: Keine überörtlich bedeutsame Straße, keine Hochspannungstrasse, keine Siedlung stören das Bild.
Das Landschaftsbild entspricht noch weitgehend dem, wie man es vor über hundert Jahren angetroffen hat und wie es für weite Flächen der Schwäbischen Alb typisch war: Große, weite und offene Wiesenlandschaften wechseln sich mit kleineren Waldstücken ab.
Im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes haben viele Tier- und Pflanzenarten überlebt, die in intensiv genutzten Lebensräumen keinen Platz mehr finden. So lebt fast ein Viertel der rund 500 heimischen Wildbienenarten an diesem besonderen Ort. Darunter auch einige seltene Arten wie die vom Aussterben bedrohte Felsheiden Mauerbiene (Osmia inermis). Wegen seines Artenreichtums zählt der ehemalige Truppenübungsplatz Münsingen zu den ökologisch hochwertigsten Flächen in ganz Baden-Württemberg.
Die Zonen im Biosphärenreservat
Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist seit 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt und ist in drei Zonen eingeteilt: In den Kernzonen kann sich die Natur weitgehend ungestört entwickeln. Die Pflegezonen dienen dem Erhalt der artenreichen Kulturlandschaft durch eine naturverträgliche Bewirtschaftung und gezielte Pflege. In den Entwicklungszonen stehen nachhaltiges Wirtschaften, Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur im Mittelpunkt. Mit der 2026 abgeschlossenen Gebietserweiterung wuchs das Biosphärengebiet um über 40 Prozent auf mehr als 120.000 Hektar. Damit konnten weitere wertvolle Lebensräume geschützt, Biotopverbünde gestärkt und noch mehr Kommunen in die gemeinsame Gestaltung einer zukunftsfähigen Region eingebunden werden. Vor allem die neuen rund 1.100 Hektar Kernzone sind ein Gewinn für Natur, Klima und die Menschen vor Ort.


