BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Projekt für die Biodiversität: Blühende Heuwiesen für Insekten

Bäuer*innen, die Schmetterlinge und Wildbienen schützen – artenreiche Mähwiesen mit Kräutern und Blüten sind wichtiger denn je. Das BUND-Projekt zum Schutz der Biodiversität erarbeitet Wege, wie mithilfe der Landwirtschaft die Wiesen im Land wieder artenreicher und bunter werden. (Foto: Dominic Hahn/BUND BW)

Der BUND fordert:

  • Artenreiche Mähwiesen erhalten und wiederherstellen!
  • Mehr öffentliche Gelder für eine naturfreundliche Landwirtschaft bereitstellen!
  • In den Kantinen der öffentlichen Hand Produkte aus artenreichen Mähwiesen anbieten!
  • Gutes Qualitäts-Management für blühende Heuwiesen zusammen mit Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Politik entwickeln!
  • Einsatz von Bürger*innen für artenreiche Mähwiesen unterstützen!
Artenreiche Wildblumenwiese Eine artenreiche Wildblumenwiese ermöglicht Lebensräume für Schmetterlinge, Wildbienen, Heuschrecken und andere Insekten.  (Dominic Hahn / BUND BW)

Gefährdete Lebensräume für Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken

Wenn es um den Schutz der Artenvielfalt geht, hat die Landwirtschaft ein schlechtes Image. Dabei konnten artenreiche Wiesen enorm wichtig für Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken, erst durch die Landwirtschaft entstehen. Vor hundert Jahren mähten Bäuer*innen zwei Mal im Jahr von Hand ihre Wiesen, um daraus Heu für Tierfutter zu gewinnen. Die Natur hat sich im Laufe der Zeit daran angepasst und es sind neue Lebensräume mit bis zu sechzig Kräuter- und Gräserarten entstanden. 

Ohne den menschlichen Eingriff würden diese Wiesen verbuschen. Die Kräuter und Gräser würden durch Gehölze und Büsche verdrängt. Schließlich würde wieder Wald entstehen. Auch heute sind solche Wiesen typischer Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Diese Heuwiesen bieten Tausenden Tierarten einen Lebensraum, darunter vielen gefährdeten Insekten, wie der Grauschuppigen Sandbiene, dem Braunen Feuerfalter oder der Goldenen Acht.

Bäuer*innen und Biodiversität - geschützt und doch gefährdet

So bunt wie früher geht es auf den Wiesen nur noch selten zu. Das fein ausbalancierte Zusammenleben der vielen verschiedenen Pflanzen, wie der Margerite, Wiesen-Glockenblume, Schlüsselblume oder Wilden Möhre hängt an einem seidenen Faden. Alle Arten auf einer Wiese konkurrieren um Licht und Nährstoffe. Werden die Bedingungen verändert, dann setzen sich wenige Pflanzen gegen viele andere durch. Wird häufiger, seltener oder zum anderen Zeitpunkt gemäht als bei der traditionellen Heuernte, dann ist dieses Zusammenspiel gefährdet. Die Vielfalt wird dann schnell zur Einfalt. Eine Bewirtschaftung wie vor hundert Jahren ist für Bäuer*innen jedoch nicht mehr rentabel.

Überbleibsel der historischen Heuwiesen gibt es zum Glück noch in ganz Baden-Württemberg. Denn die besonders artenreichen Mähwiesen sind als Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000, das dem Erhalt europaweit bedeutender Lebensraumtypen sowie Tier- und Pflanzenarten dient. Baden-Württemberg trägt innerhalb der Europäischen Union eine besondere Verantwortung dafür, dass diese Mähwiesen erhalten bleiben. Doch trotz gesetzlichem Schutz sind in den vergangenen zwanzig Jahren durch Überbauung, falsche Nutzung oder Klimakrise auch viele dieser Lebensräume verloren gegangen.

Projekt – gemeinsam Lösungen suchen

Der BUND Baden-Württemberg sucht durch Fachdialoge mit Landwirt*innen, Bürger*innen, Kommunen, Landkreisen und Landesregierung nach gemeinsamen Lösungen, um die artenreichen Heuwiesen zu erhalten. Geplant sind Vorträge und Podiumsdiskussionen. Eine Wanderausstellung macht für Familien und Naturinteressierte den Lebensraum Wiese erfahrbar. Auch an Lehrer*innen und Erzieher*innen wendet sich der BUND mit Bildungsmaterialien, um Kinder für die wertvolle Vielfalt von Mähwiesen zu begeistern. Der BUND bildet darüber hinaus Streuobst-, Wildkräuter- Pädagog*innen und Schmetterlings-Guides in vier Schulungen zu Wiesen-Botschafter*innen aus. Mehr Wertschätzung und Wissen in der Bevölkerung und gleichzeitig mehr Wertschöpfung für die Landwirt*innen bedeutet besserer Schutz für diesen wertvollen Lebensraum. 

Licht aus – für unsere Insekten!

Mitmachen und Fallen melden!

Ansprechpartner "Blühende Heuwiesen"

Portrait Dominic Hahn

Dominic Hahn

Projektkoordinator
E-Mail schreiben Tel.: 0162 9677 444

Ansprechpartnerin "Blühende Heuwiesen"

Birgit Eschenlohr

Projektkoordinatorin
E-Mail schreiben Tel.: 06221 6528279

Insektenfreundlicher Friedhof

Ein alter Friedhofstein in mitten einer Wiese.  (Ruth Paschka)

Mehr Naturschutz in der Stadt – BUND-Projekt für Wildbienen und Schmetterlinge.

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