BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Vorreiter für den Klimaschutz: Mit 250 Kliniken in eine nachhaltige Zukunft

11. Mai 2021 | Chemie, Klima und Energie (BW), Klimaschutz (BW), Klimawandel, Nachhaltigkeit, Ressourcen & Technik

Klimamanagerin Sophia Lager und der Leiter der Anlagenpflege, Martin Theobold, freuen sich über die neuen Baumarten wie die Steineiche (Quercus ilex) im Klinikpark in Weinsberg.  (Klinikum am Weissenhof)

Stuttgart/Berlin. Das vom BUND Berlin geleitete Projekt KLIK green hat 250 Krankenhäuser und Reha-Kliniken von bundesweit 2.000 für den Klimaschutz gewonnen. Um bis April 2022 gemeinsam mindestens 100.000 Tonnen CO2-Äquivalente zu vermeiden, setzen die Einrichtungen eine breite Palette von Maßnahmen zur Reduzierung des Energie- und Ressourcenverbrauchs um. In Baden-Württemberg bildet das BUND-Projekt dazu Beschäftigte in 28 Kliniken zu Klimamanager*innen weiter. 

Vorbilder im Gesundheitswesen

„Wir freuen uns, dass auch in Baden-Württemberg so viele Kliniken teilnehmen“, betont Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. „So finden das Klinikum am Weissenhof und das Klinikum Mittelbaden bundesweit Beachtung als Vorbilder für Klimaschutz im Gesundheitswesen. Ihre Maßnahmen sind zudem auch in anderen Bereichen anwendbar.“

Aktuell planen die Klimamanager*innen deutschlandweit mehr als 500 Klimaschutzmaßnahmen: Sie stellen auf Ökostrom um, fördern Radverkehr, reduzieren Fleisch im Speiseplan oder optimieren die Mülltrennung. So motiviert das Krankenhaus Salem in Heidelberg Mitarbeiter*innen zu gesunder und klimafreundlicher Mobilität. Zusätzlich verwirklichen die Kliniken krankenhausspezifischen Klimaschutz wie etwa Narkosegasrecycling oder Mehrweg-OP-Besteck.

Erwartungen übertroffen

„Das Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen. Obwohl die Corona-Pandemie die Arbeit in vielen Kliniken seit über einem Jahr erschwert, begleiten wir nun ein großes Netzwerk Engagierter, die Klimaschutz und Gesundheitsschutz zusammendenken“, freut sich Projektleiterin Annegret Dickhoff über den erzielten Stand. 

Alle Kliniken im Projekt KLIK green zeichnen sich durch Vielfalt aus. Das Netzwerk bringt Klinikbeschäftigte aus den Bereichen Pflege, Ärzteschaft, Technik, Verwaltung und Küche ins Gespräch. Berufliche Hintergründe variieren ebenso wie die vertretenen Hierarchieebenen, die im Projekt KLIK green auf Augenhöhe nachhaltige Lösungen entwickeln. Zugleich liegt der Frauenanteil unter den Klimamanager*innen bei über 30 Prozent. 

Hintergrund

Das gemeinsame Projekt KLIK green von BUND Berlin e.V., der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. und des Universitätsklinikum Jena erhält bis April 2022 finanzielle Förderung durch das Bundesumweltministerium (BMU) aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Damit unterstützt KLIK green den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung.
KLIK green bilanziert reduziertes CO2 in CO2-Äquivalenten, um beispielweise die Klimawirkung von Narkosegasen wie Desfluran, Sevofluran und Isofluran vergleichbar zu machen. Narkosegase verursachen rund 35% aller Emissionen einer Klinik. Sevofluran übersteigt die Treibhauswirkung von CO2 um das 130-Fache, Desfluran sogar um das 2.540-Fache.
CO2-Äquivalente (CO2äq) sind eine Maßeinheit, um die unterschiedlich starken Auswirkungen von Treibhausgasen auf das Klima miteinander vergleichbar zu machen, sodass sie zusammengefasst und analysiert werden können. CO2äq geben an, wie viel Mal stärker ein einzelnes Treibhausgas in den nächsten 100 Jahren im Vergleich zur Wirkung von CO2 zur globalen Erwärmung beiträgt. Methan wirkt beispielsweise 25-fach im Verhältnis zu CO2. Das bedeutet: Ein Kilogramm Methan trägt 25-mal so viel zum Treibhauseffekt bei wie ein Kilogramm CO2.

 

Fotos:

Bilder können Sie mit Angabe der Bildquelle („Klinikum am Weissenhof“) und im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den BUND kostenlos verwenden. 

Weitere Informationen:

Kontakt für Rückfragen:

•    Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, Sylvia.Pilarsky-Grosch(at)bund.net
•    Annegret Dickhoff, Projektleiterin KLIK green, BUND Berlin, (030) 78 79 00 21 oder 0177 / 787 90 05, dickhoff(at)bund-berlin.de

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