Anlässlich des Übergangs der Zuständigkeit für den Wolf vom Umweltministerium auf das Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg mit der Aufnahme der Tierart ins Bundesjagdrecht am 2. April 2026 kommentiert Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer BUND Baden-Württemberg:
„Wir erwarten, dass die unbürokratische Vorgehensweise bei der Förderung von Herdenschutzmaßnahmen wie auch beim Ausgleich bei Rissen von Nutztieren über den Wolfrissfonds auch in der Zuständigkeit des Ministeriums für Ländlichen Raum nahtlos beibehalten wird. Herdenschutz und Wolfsmonitoring sind entscheidend für die Koexistenz von Mensch, Weidetier und Wolf im Land. Nur so gelingt es, eine breite öffentliche Akzeptanz für die Tierart zu erzeugen. Es darf keine langen Phasen der Unklarheit geben, in denen die Weidetierhaltenden das Nachsehen haben.
Auch mit Inkrafttreten des Bundesjagdgesetzes bleibt der Wolf eine geschützte Tierart. Mit gerade einmal fünf Wölfen ist Baden-Württemberg noch weit von einem günstigen Erhaltungszustand für die Art entfernt. Der Managementplan Wolf, im Konsens mit allen Betroffenen erarbeitet und fachlich ausgereift, muss weiter Grundlage für alle Entscheidungen bleiben.“
Hintergrund: Mit der Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz am 2. April 2026 geht in Baden-Württemberg die Zuständigkeit für die Tierart vom Umweltministerium auf das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) über. Das MLR hatte den Wolf (Canis lupus) bereits widerrechtlich im Dezember per Verordnung ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) aufgenommen. Der BUND kritisierte diese Entscheidung, da mit dem Managementplan Wolf aus dem Jahr 2022 bereits ein bewährtes Werkzeug vorliegt, das von den betroffenen Gruppen akzeptiert und anerkannt wird.
Mehr Informationen:
- BUND-Kommentar zur Aufnahme des Wolfs ins Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG)
- BUND zum Wolf in Baden-Württemberg
- forsa-Umfrage: Große Mehrheit heißt Biber und Wolf im Südwesten willkommen
Kontakt für Rückfragen:
- Martin Bachhofer, Landesgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, Martin.Bachhofer(at)bund-bawue.de, 0711 620306-13
- Ramona Fritz, Referentin für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, Ramona.Fritz(at)bund-bawue.de, 0711 620306-17


