BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Der Wolf in Baden-Württemberg

Jahrhunderte lang hatte der Mensch den Wolf auf der Abschussliste, bis er ihn schließlich in Deutschland ausgerottet hat. Nun kehrt er auf leisen Pfoten zurück - auch nach Baden-Württemberg.

Ein Wolf, der durch den Wald läuft. Dass der Wolf 150 Jahre nach seiner Ausrottung zurück gekehrt ist, ist eine sehr gute Nachricht.  (Cornelia Arens / www.klickfaszination.de)

 

Über 150 Wolfsrudel leben derzeit im Norden und Osten Deutschlands. Und wo es noch keinen Nachwuchs gibt, lassen sich einzelne Tiere nieder oder streifen zumindest durch die Wälder. So seit 2015 auch in Baden-Württemberg. Drei männliche Wölfe haben sich im Nord- und Südschwarzwald niedergelassen. Weitere einzelne Jungtiere streifen durch die Wälder. Oft werden sie erst registriert, wenn sie tot aufgefunden wurden oder Schafe oder Ziegen gerissen haben. Aus Naturschutzsicht ist die Rückkehr des Wolfes, 150 Jahre nach seiner Ausrottung, eine sehr gute Nachricht.

Wenn Sie einen Wolf sehen

  • Wenn Sie einen Wolf in Baden-Württemberg in freier Wildbahn sehen oder ein Tier finden, das vom Wolf gerissen sein könnte, machen Sie Fotos und melden Sie dies bitte telefonisch der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA): 0761 4018274 oder 0173 6041117.
  • Eine Liste der bisher eingegangenen eindeutigen Wolfsnachweise sowie Hinweise zum Wolfs-Monitoring der FVA finden Sie auf der Webseite des Umweltministeriums.

Sind Wölfe gefährlich?

Der Wolf ist ein Raubtier, das sich überwiegend von Fleisch ernährt. Dennoch sind Wölfe dem Menschen nicht gefährlich. Wölfe sind scheu. Nur sehr selten und mit viel Glück sehen Menschen einen freilebenden Wolf. Solange Hunde angeleint oder dicht beim Menschen sind, ist auch deren Gefahr für eine Auseinandersetzung mit einem Wolf äußerst gering.

Wenn Sie einen Wolf sehen, der nicht von selbst verschwindet, klatschen Sie laut in die Hände oder rufen Sie, um ihn zu vertreiben. Wie bei anderen Wildtieren gilt auch beim Wolf: Niemals etwas Essbares zuwerfen oder sonstige Anlockversuche unternehmen.

Mit dem Wolf leben

Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und Baden-Württemberg ist ein großer und erfreulicher Erfolg des Artenschutzes. EU- und nationales Recht stellen den Wolf, wie auch andere gefährdete Tierarten, unter strengen Artenschutz. Das Raubtier ist für ein funktionierendes Ökosystem wichtig, denn es reguliert Wildbestände wie Rehe, Rothirsche und Wildschweine.

Wann sich ein Wolfspaar einfindet, das im Schwarzwald oder im Odenwald Junge aufzieht und ein Rudel bildet, ist schwer einzuschätzen. Expert*innen gehen davon aus, dass das in wenigen Jahren sein könnte. Lebensraum und Nahrung gibt es für den Wolf im Südwesten genug.

Wie setzt sich der BUND für Wölfe in Baden-Württemberg ein?

Der BUND hat mit anderen Naturschutzverbänden und Jagdverbänden den Ausgleichsfonds Wolf gegründet, um die Akzeptanz für den Wolf zu erhöhen. Aus dem Ausgleichsfonds erhalten betroffene Nutztierhalter*innen Ausgleichszahlungen, wenn ein Wolf Nutztiere reißt. Das passiert jedoch selten. Die Erfahrungen zeigen, dass Wölfe sich am ehesten von wilden Huftieren wie Rehen ernähren, die wenig wehrhaft sind. In Deutschland machen Nutztiere nur etwa ein Prozent ihrer Beute aus.

Der von BUND, dem Umweltministerium Baden-Württemberg (UM), der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) und anderen Verbänden erstellte Managementplan Wolf greift alle rechtlichen und fachlichen Grundlagen und Maßnahmen auf, die für den Umgang mit dem Wolf von Bedeutung sind. Ziel ist es, eine möglichst konfliktarme Koexistenz zwischen Wolf und Mensch zu erreichen.  Der BUND setzt sich auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass dieses Ziel erreicht wird. 

Was die Landesregierung unternimmt?

Das Land hat als Reaktion auf die Nachweise der ersten sesshaften Wölfe die Fördergebiete Wolfsprävention eingerichtet. Diese Fördergebiete werden mit jedem weiteren sesshaften Wolf ausgeweitet.
Dabei unterstützt die Landesregierung geeignete Schutz-Maßnahmen der Nutztierhalter*innen. Neben den seit Jahrhunderten bewährten Herdenschutz-Hunden sind es vor allem Elektrozäune, die Weidetiere vor Wölfen schützen.

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Ansprechpartnerin Naturschutz

Lilith Stelzner

Naturschutzreferentin
E-Mail schreiben Tel.: 0711 620306-14

Position des BUND zum Wolf

Drei heulende Wölfe  (Cornelia Arens / klickfaszination.de)

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