Ein Höhepunkt der Naturschutztage 2026 war eine politische Podiumsdiskussion mit den Landtagsabgeordneten Klaus Hoher (FDP) und Gabi Rolland (SPD), Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne), dem NABU-Landesvorsitzenden Johannes Enssle, dem Landtagsabgeordneten Raimund Haser (CDU) und der BUND-Landesvorsitzenden Sylvia Pilarsky-Grosch (von links).
(Frank Müller
/
NABU BW)
++ Gemeinsame Pressemitteilung von BUND und NABU Baden-Württemberg ++
Stuttgart / Radolfzell. Die 49. Naturschutztage am Bodensee sind heute (6.1.) nach vier intensiven Tagen voller Impulse und Begegnungen zu Ende gegangen. Das größte jährliche Treffen für Naturschutzaktive im deutschsprachigen Raum war zugleich Auftakt für das Naturschutz- und das Landtagswahljahr 2026. Die rund 1.000 Teilnehmenden erfuhren, wo die Landesregierung bei der Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetz steht, was in der nächsten Legislatur zu tun ist und wo CDU, FDP, Grüne und SPD ihre Schwerpunkte setzen wollen.
Johannes Enssle, Landesvorsitzender NABU Baden-Württemberg: „Die Naturschutztage sind für uns ein Kraftquell zum Jahresanfang: Hier tanken wir Energie und gehen gestärkt in ein Jahr voller Herausforderungen. Von der Landespolitik erwarten wir angesichts der Mammutaufgaben Rückenwind: Artensterben stoppen, Klimawandel bremsen, Natur schützen – das gelingt nur gemeinsam mit uns. Hier zählen Verlässlichkeit und klare Haltung statt populistischer Parolen.“
Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende BUND Baden-Württemberg: „Diese vier Tage angeregten Austauschs am Bodensee haben einmal mehr gezeigt: Der ehrenamtliche Naturschutz lässt sich nicht unterkriegen, dank engagierter Menschen mit Know-how und Visionen, überall in Baden-Württemberg. Sie haben eine Landespolitik verdient, die das Ehrenamt fördert und unterstützt, statt es zum Problem zu stilisieren. Die Beteiligungs- und Klagerechte von Umwelt- und Naturschutz vor Ort helfen uns allen dabei, unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.“
Verbände kritisieren Angriff von CDU und CSU auf Verbandsklagerecht
Die Pläne von CDU und CSU zur Abschaffung des Verbandsklagerechts für Umweltverbände, wie im Wahlprogramm der baden-württembergischen CDU formuliert und zuletzt von der CSU im Kloster Seeon gefordert, kritisieren NABU und BUND scharf. Dazu sagt Enssle: „Was die Unionsparteien hier fordern, ist schlicht völkerrechtswidrig. Offenbar wollen sie die Zivilgesellschaft schwächen. Tempo beim Bauen ist wichtig, aber schnell und schlampig Planen geht am Ende auf Kosten der Natur.“ Die BUND-Landesvorsitzende ergänzt: „Unsere Infrastruktur ist marode, weil sie jahrzehntelang kaputtgespart wurde. Dass wir zu Bremsern stilisiert werden, ist ein reines Ablenkungsmanöver. Die Naturschutzverbände sind bereit, jederzeit konstruktiv über effizientere Verfahren, bessere Planung und gute Beteiligung zu sprechen. Wer schneller sanieren will, sollte uns als Partner begreifen, frühzeitig einbinden und sich auf die drängendsten Projekte konzentrieren. Deutschland braucht Tempo und Rechtsstaat. Beides lässt sich verbinden, aber nur im Dialog.“
Biodiversitätsstärkungsgesetz mit durchwachsener Halbzeitbilanz
Zum Auftakt der Traditionsveranstaltung am Bodensee zogen NABU, BUND, LNV und proBiene eine Halbzeitbilanz für das Biodiversitätsstärkungsgesetz – die durchwachsen ausfällt: Wichtige Schritte sind getan, doch in zentralen Punkten fehlt es an Tempo, etwa beim Ökolandbau, bei der Pestizidreduktion oder der Umsetzung des Schottergartenverbots. Damit die ambitionierten Ziele für mehr Biodiversität und gegen die Artenkrise bis 2030 erreichbar bleiben, muss die nächste Landesregierung nach der Landtagswahl am 8. März konsequent nachsteuern.
Landtagswahl: Schlüsselrolle der Länder für die Wiederherstellung der Natur
In seinem Impulsvortrag zeigte NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger das Zusammenspiel von EU- und Bundespolitik beim Natur-, Klima- und Umweltschutz und verdeutlichte, welche Schlüsselrolle den Bundesländern bei der Wiederherstellung der Natur zukommt. „Die künftige Landesregierung trägt die Verantwortung dafür, die verabschiedete EU-Verordnung mit Leben zu füllen. Damit Moore renaturiert, Flüsse revitalisiert und Insekten geschützt werden. Das alles stärkt die Resilienz unserer Ökosysteme und schützt letztlich auch uns Menschen vor den Folgen der Klimakrise“, stellen die Landesvorsitzenden von NABU und BUND, Enssle und Pilarsky-Grosch, klar.
Ausblick:
Die 50. Naturschutztage am Bodensee finden voraussichtlich vom 6. bis 9. Januar 2027 wieder im Milchwerk Radolfzell statt.
Landtagswahl – Forderungskatalog von BUND und NABU:
Evaluierung Biodiversitätsstärkungsgesetz – Bewertungen, Ergebnisse, Methodik:
Kostenfreie Pressefotos zum Download
Weitere Motive senden wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.
Die Nutzung ist für redaktionelle Zwecke im Rahmen der Berichterstattung über die Naturschutztage kostenfrei. Die Nennung der Quelle (NABU BW/BUND BW/Fotograf*in) ist verpflichtend. Vielen Dank!
Über die Naturschutztage:
Seit den 1970er Jahren treffen sich Interessierte zu Austausch und Weiterbildung bei den Naturschutztagen am Bodensee. Was vor fast 50 Jahren in einer Turnhalle begann, gilt mittlerweile als größtes Treffen von ehren- und hauptamtlichen Naturschützerinnen und -schützern im deutschsprachigen Raum. Seit 1987 veranstalten die baden-württembergischen Landesverbände von BUND und NABU die Naturschutztage gemeinsam.
Kontakt für die Medien:
- Claudia Wild, Pressesprecherin NABU Baden-Württemberg, mobil: 0152 56127477, Presse(at)NABU-BW.de
- Ramona Fritz, Referentin für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, BUND Baden-Württemberg, Tel. 0711 620306-17, presse.bawue(at)bund-bawue.de
Bildergalerie zu den Naturschutztagen 2026
Gerhard Bronner (LNV-Vorsitzender), Tobias Miltenberger (Geschäftsführer proBiene), Sylvia Pilarsky-Grosch (BUND-Landesvorsitzende) und Johannes Enssle (NABU-Landesvorsitzender) stellten bei der Pressekonferenz die Halbzeitbilanz zur Umsetzung des Biodiversitätsstärkungsgesetzes vor.
(Bianka Lungwitz
/
NABU BW)
Unter dem Motto „Natürlich gemeinsam für Umwelt & Natur wählen“ richteten die Teilnehmer*innen Forderungen an die Landespolitiker*innen.
(Frank Müller
/
NABU BW)
Der Landesgeschäftsführer des BUND BW, Martin Bachhofer (zweiter von links), bei der Fotoaktion
(Waldemar Grosch
/
BUND BW)
MItarbeiter*innen des BUND informierten über die Arbeit des Umweltverbands.
(Frank Müller
/
NABU BW)
Was vor fast 50 Jahren in einer Turnhalle begann, gilt mittlerweile als größtes Treffen von ehren- und hauptamtlichen Naturschützer*innen im deutschsprachigen Raum.
(Frank Müller
/
NABU BW)
Die Landtagsabgeordneten Klaus Hoher (FDP), Gabi Rolland (SPD), Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne), NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle, der Landtagsabgeordnete Raimund Haser (CDU) und BUND-Landesvorsitzende Sylvia Pilarsky-Grosch (von links) diskutierten über Themen wie den Biber, das Biodiversitätsstärkungsgesetz, Flächenverbrauch oder die EU-Wiederherstellungsverordnung.
(Frank Müller
/
NABU BW)


