Anspruchslos und mit schönem Herbstlaub: In Hecken mit Berberitzen fühlen sich Vögel und Insekten wohl.
(Andrea Lehning
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BUND BW)
- Garten mit Bäumen und Sträuchern im Herbst gestalten
- Bei Auswahl auf heimische Arten setzen
- Tipps zum Einpflanzen
Der Herbst ist die beste Zeit, um seinen Garten mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Menschen, die dabei besonders nachhaltig vorgehen und den Garten als naturnahen Lebensraum gestalten wollen, sollten bei der Auswahl der Pflanzen auf heimische Arten setzen. „Sie bieten mehr Nahrung, Nistmöglichkeiten und Verstecke für Insekten und andere Wildtiere“, sagt Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft und Wald beim BUND Baden-Württemberg.
Welche Pflanzen sind die besten für den Garten?
In Gärten sieht man oft die immer gleichen Pflanzen: Kirschlorbeer, Flieder oder Forsythien. Leider sind genau diese aus ökologischer Sicht problematisch. „In der Schweiz kann man den Kirschlorbeer etwa gar nicht mehr kaufen. Auch bei uns gilt er als potenziell invasive Art. Er wächst schnell, verträgt trockene Sommer gut und kann sich deshalb auch von den Gärten in die Natur verbreiten und dort heimische Arten verdrängen“, so Schramm. Weil die Pflanze aus Kleinasien nur relativ wenigen Tieren Nahrung bietet, ist das angesichts des Artensterbens fatal.
Der beliebte Sommerflieder zieht viele Schmetterlinge an. Deswegen halten Menschen ihn für eine besonders insektenfreundliche Pflanze. Leider bietet er den Raupen der Schmetterlinge keine Nahrung. Da sich von ihnen auch viele Vogelarten ernähren, sollten naturfreundliche Gärtner*innen stattdessen auf heimische Pflanzen setzen. „Während heimische Sträucher im Schnitt mehr als 20 Vogelarten ernähren, machen Exoten nur etwa vier Arten satt. Mit der richtigen Auswahl an heimischen Wildsträuchern können Sie den begrenzten Platz in Ihrem Garten besonders effektiv nutzen, damit möglichst viele Tiere satt werden“, rät Christoph Schramm.
Die besten Alternativen zu Kirschlorbeer und Co.:
- Liguster (Ligustrum vulgare): Robuste, vielseitige Heckenpflanze mit Blüten für Insekten und Beeren für Vögel, verliert ihre Blätter nur in kalten Wintern (halbimmergrün).
- Hainbuche (Carpinus betulus): Dichte Heckenpflanze, ideal für Sichtschutz, bietet Lebensraum für viele Vogel- und Insektenarten.
- Berberitze (Berberis vulgaris): Anspruchsloser, dorniger Strauch mit schönem Herbstlaub, in dem sich Vögel und Insekten wohlfühlen.
- Weißdorn (Crataegus monogyna): Pflegeleichter Strauch mit Dornen. Gute Bienenweide, die Nektar und Pollen bietet und Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten ernährt. Auch Vögel lieben ihn.
- Feldahorn (Acer campestre): Nahrungslieferant für Insekten und Versteck für zahlreiche Kleintiere, verträgt den Rückschnitt gut.
- Roter Hartriegel (Cornus sanguinea): Mit seinen roten Zweigen, weißen Blüten und dunklen Beeren ist der Strauch nicht nur für Insekten und Vögel attraktiv, sondern auch eine echte Augenweide für Menschen.
- Schlehe (Prunus spinosa): Durch seine Dornen gutes Versteck für Vögel, frühe Blüte für Bienen, später Früchte für Wildtiere.
Auch Obst- oder Nussbäume und Beerensträucher sind gute Alternativen. Damit kann man sich auch noch auf eine leckere Ernte freuen. Amseln, Rotkehlchen, Spitz- und Schlafmäuse wie der Gartenschläfer, Igel und Erdkröten finden dort Verstecke und Nistplätze.
Welche Art für welchen Standort?
Um erfolgreich zu pflanzen ist es wichtig, dass die Baum- oder Strauchart auch zum Standort passt. „Ist Ihr Garten sonnig, halbschattig oder schattig? Wie ist der Boden beschaffen? Wieviel Platz braucht die Pflanze für Krone aber auch Wurzeln? Auf all diese Fragen sollten Sie möglichst vor dem Kauf eine Antwort finden. Grundsätzlich lässt sich aber für jeden Standort etwas finden: Weißdorn und Wildrosen mögen es gerne sonnig, Haselnuss und Pfaffenhütchen wachsen auch im Halbschatten und die Heckenkirsche sogar an ganz schattigen Plätzchen“, weiß Christoph Schramm.
Wann sollte ich pflanzen?
Der ideale Zeitpunkt ist von Oktober bis November. Wählen Sie einen Tag, an dem es mild und trocken ist, um ihre neuen Schätze einzupflanzen. Dabei außerdem darauf achten, dass
- das Loch zum Einpflanzen etwa anderthalbmal so groß wie der Wurzelballen ist,
- die Wurzeln nicht am Rand anstoßen,
- Sie den Bereich nach dem Pflanzen wieder gut festtreten,
- ein Rand von etwa fünf Zentimetern bleibt, damit das Wasser beim Gießen nicht abfließt, sondern langsam zu den Wurzeln versickert,
- Sie rund um den Stamm mulchen, um die Erde feucht, locker und nährstoffreich zu halten,
- Sie reichlich mit etwa 20 bis 30 Litern angießen,
- Sie Stützen anbringen, damit junge Bäume bei starkem Wind nicht umknicken.
Nach dem Einpflanzen brauchen die heimischen Bäume und Sträucher erst einmal wenig Pflege. „Mineraldünger können Sie sich sparen und Gießen müssen Sie nur, wenn es lange sehr trocken bleibt. Ansonsten können Sie sich zurücklehnen und sich auf ein Frühjahr voller Naturbeobachtung freuen“, erklärt Christoph Schramm.
Hintergrund:
Seit September 2024 darf Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) in der Schweiz nicht mehr verkauft, verschenkt oder eingeführt werden. Damit will das Land verhindern, dass sich die Pflanzen in der Umwelt ausbreiten und Schäden anrichten. Pflanzen, die sich bereits in Gärten befinden, müssen aber nicht herausgerissen werden. In Deutschland ist die gebietsfremde Art aus Asien nach wie vor als immergrüne Heckenpflanze beliebt, obwohl Blätter und Früchte giftig sind und damit für Kinder und Haustiere gefährlich sein können. Der Kirschlorbeer steht allerdings wie auch der Schmetterlingsflieder bereits auf der sogenannten „grauen“ Liste als potenziell invasive Art.
Fotos zur Berichterstattung
Die Fotos können Sie mit Angabe des Urhebervermerks honorarfrei verwenden und hier herunterladen.
Mehr Informationen:
Kontakt für Rückfragen:
- Christoph Schramm, Referent für Landwirtschaft und Wald des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, Christoph.Schramm(at)bund-bawue.de, 0711 620306-12
- Ramona Fritz, Referentin für Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, Ramona.Fritz(at)bund-bawue.de, 0711 620306-17


