BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Wespen: Nützliche Tierchen oder Gefahr aus dem Hinterhalt?

03. Juli 2020 | Artenschutz (BW), Aktiv im Naturschutz (BW), Streuobst (BW)

Ein Wespennest in Haus, Schuppen oder Garten zu finden, ist für die meisten Menschen keine schöne Überraschung. Doch nicht alle Wespen sind Störenfriede. Und nicht jedes Nest muss umgesiedelt werden.

Keine Panik. Nicht alle Wespen-Arten sind Störenfriede.  (Albert Koch)

Lästig für den Menschen sind nur zwei der 16 heimischen Wespenarten, die Gemeine und die Deutsche Wespe. Von Nahrungsmitteln angelockt, fliegen sie auf der Suche nach Süßem oder Eiweißhaltigem unseren Essenstisch an und werden aggressiv, wenn man sie verscheuchen will. Die anderen bei uns vorkommenden Arten interessieren sich nicht für unseren Speiseplan und stören uns daher nicht. Zu ihnen zählen beispielsweise die Haus-Feldwespe, die Mittlere Wespe und die Sächsische Wespe.

Mit den Untermietern arrangieren

Wespennester dürfen nur in besonderen Fällen entfernt werden. Denn alle Wespenarten sind durch das Naturschutzgesetz geschützt. „Wespen übernehmen wichtige Aufgaben in der Natur. Sie unterstützen uns sogar im Garten. Ein Wespenstaat kann bis zu 2 Kilogramm Insekten pro Tag vertilgen, zum Beispiel Blattläuse Es macht also Sinn, sich mit den Untermietern zu arrangieren“, sagt Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin beim BUND Baden-Württemberg. „In jedem Fall gilt: Wespen dürfen nicht getötet und die bewohnten Nester dürfen nicht einfach so entfernt, beschädigt oder zerstört werden.

Abstand halten

Um nicht gestochen zu werden, sollten Menschen auf Abstand gehen. „Manchmal sind auch einfache Maßnahmen sehr wirksam. Wenn sich das Nest vor einem Fenster befindet, können Betroffene ein Fliegengitter anbringen. So kommen die Wespen nicht mehr in die Wohnung. Kommt man einem Nest oder Wespe dennoch zu nahe, ist es wichtig, sich zügig, aber ruhig zu entfernen“, sagt Stelzner. Für größere Kinder und Erwachsene sind einzelne Wespenstiche zwar unangenehm, aber normalerweise keine Gefahr. Speichel oder Zwiebelscheiben helfen gegen die Schwellung und den Schmerz. Treten nach einem Stich jedoch Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen auf, könnten das Anzeichen für eine eher seltene Wespengift-Allergie sein. Dann sollte schnellstmöglich ein (Not-)Arzt aufgesucht werden.

Wespennest umsiedeln?

In Ausnahmefällen kann ein Wespennest auch umgesiedelt werden, wenn es Menschen gefährdet. Nur sachkundige Personen können bewohnte Nester umsiedeln. Die Expert*innen transportieren das Nest zu einem neuen Standort in mindestens zwei Kilometern Entfernung. Allerdings geht das meist nur bis Mitte August. Danach sind die Nester oft zu groß. Ab Mitte Oktober ist der Spuk schon wieder vorbei. Dann sind alle Wespen außer den Jungköniginnen gestorben. Ein altes Wespennest wird in der Regel kein zweites Mal bezogen und kann entfernt werden.

Wer hilft?

  • In manchen Landkreisen Baden-Württembergs gibt es ausgebildete, ehrenamtliche Wespen- Fachberater*innen. Fragen Sie in der Unteren Naturschutzbehörde bei Ihrem Landratsamt (in Stadtkreisen: Stadtverwaltung), ob es einen Beratungsservice gibt und welche Hilfe diese Fachleute genau leisten.
  • In einigen Städten und Gemeinden hilft die Feuerwehr.
  • Wenn Sie eine*n Imker*in Ihrem Bekanntenkreis haben, könnten auch diese weiterhelfen.
  • Schließlich gibt es mittlerweile einige Schädlingsbekämpfungsunternehmen, die umweltfreundlich und tiergerecht Wespen umsiedeln.

Über den Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V.

In Baden-Württemberg engagiert sich der BUND seit mehr als 55 Jahren für den Erhalt einer lebenswerten Zukunft, für Natur, reine Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der BUND in Baden-Württemberg ist ein demokratischer Mitgliederverband. Rund 95.000 Unterstützer*innen ermöglichen das. Die Arbeit seiner mehr als 5.000 ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist Herz und Hand des Verbands. Aktuelle Themenschwerpunkte des BUND sind Klimaschutz, Insektenschutz, Biotopvernetzung und Nachhaltigkeit. Auf der Landesdelegiertenversammlung wählen rund 100 Delegierte alle drei Jahre den Landesvorstand.

Kontakt für Rückfragen:

  • Lilith Stelzner, Naturschutzreferentin Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Baden-Württemberg e.V., lilith.stelzner(at)bund.net, 0711 / 620 306-14
  • Angela Koch, Referentin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit, BUND Baden-Württemberg, angela.koch(at)bund.net, 0176 / 240 43 107

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