BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Ausgleichfonds Wolf

Der BUND und andere Naturschutz- und Jagdverbände haben den Ausgleichsfonds Wolf gegründet. Aus dem Fonds erhalten betroffene Nutztierhalter*innen eine Entschädigung.

Wolf im Schnee Der BUND hat mit anderen Verbänden einen Fonds gegründet, um die Akzeptanz für den Wolf zu erhöhen.  (Cornelia Arens / klickfaszination.de)

Einzelne männliche Jungtiere streifen bereits durch die Wälder im Südwesten. Nicht alle werden öffentlich registriert und oft erst dann, wenn sie tot aufgefunden wurden oder Schafe oder Ziegen gerissen haben.

Mit dem Wolf leben

2017 als Reaktion auf den Nachweis des einzigen sesshaften Wolfs im Nordschwarzwald hat das Land eine Fördergebiet Wolfsprävention eingerichtet. Dabei unterstützt die baden-württembergische Landesregierung geeignete Herdenschutz-Maßnahmen in einem 30-Kilometer-Radius um den Wolfsnachweis im wahrscheinlichen Wolfsrevier herum. Schutzmaßnahmen sind: der Einsatz von Herdeschutz-Hunden oder die Umzäunung mit Elektrozäunen. Diese Schutzmaßnahmen bezuschusst das Land. Nutztierhalter*innen erhalten weitere Informationen von der Landesregierung

Der BUND hat mit anderen Naturschutz- und Jagdverbänden den Ausgleichsfonds Wolf gegründet, um die Akzeptanz für den Wolf zu erhöhen. Aus dem Ausgleichsfonds erhalten betroffene Nutztierhalter*innen eine Entschädigung, wenn ein Wolf Nutztiere reißt.

Der von BUND, dem Ministerium für Ländlichen Raum (MLR), der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und anderen Verbänden erstellte Handlungsleitfaden Wolf zeigt, was wichtig ist, wenn einzelne Wölfe einwandern. Derzeit erarbeitet der BUND Baden-Württemberg mit der obersten Naturschutzbehörde einen neuen Handlungsleitfaden, der zeigt wie die Bevölkerung mit Wolfsrudeln umgehen kann, wenn diese in der Region sesshaft geworden sind. Der BUND setzt sich auf allen politischen Ebenen dafür ein, dass das Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf gelingt.   

Der Ausgleichfonds Wolf - wie gehe ich vor?

Um die Akzeptanz für den Wolf zu erhöhen, hat der BUND mit anderen Naturschutz- und Jagdverbänden den Ausgleichsfonds Wolf 2013 gegründet. Aus dem Ausgleichsfonds erhalten betroffene Nutztierhalter*innen eine Entschädigung. Das Land erstattet 90 Prozent der durch den Fonds geleisteten Zahlungen.

Der BUND verwaltet den Fonds und bearbeitet die eingehenden Anträge auf Schadensausgleich. Für den Antrag muss die FVA ein Rissgutachten erstellen beziehungsweise mit einem (genetischen) Nachweis bestätigen, dass es sich bei dem Angreifer um einen Wolf gehandelt hat. Nachdem der Antrag beim BUND Landesverband eingegangen ist, berechnen dieser und der entsprechende Zuchtverband die Höhe der Entschädigung. Der durchschnittliche Marktwert des gerissenen Tieres wird berücksichtigt.

Von Juni 2019 an erhalten die Nutztierhalter*innen innerhalb der Förderkulisse Wolfsprävention des Landes nur dann eine finanzielle Entschädigung, wenn sie den vorgeschriebenen Mindestschutz einer lückenlosen Elektroumzäunung in einer Höhe von 90 Zentimetern einhalten (besser 120 Zentimeter).   

Übersicht der bisher geleisteten Zahlungen aus dem Ausgleichsfonds:

Datum der Auszahlung Ort/Landkreis Herkunft Wolf Nutztierart Getötete (verletze/vermisste) Tiere Erstattete Kosten Mindestschutz
16.01.2018 Widdern/Heilbronn nicht bekannt Schaf 3 300€ nein
13.12.2017 Bad Wildbad/Calw Niedersachsen Schaf 3 640€ nein
07.02.2018 Sersheim/Ludwigsburg Alpine Population Ziege 1 150€ nein
17.05.2018 Bad Wildbad/Calw Niedersachsen Schaf 17 (27) 8.350€ nein
10.09.2018 Hutzenbach/Freudenstadt nicht bekannt Schaf 2 (1) 420€ nein
05.11.2018 Gernsbach/Rastatt Niedersachsen Schaf 2 (2) 700€ nein
13.02.2019 Wolfach/Ortenaukreis Niedersachsen Schaf 1 200€ nein
18.03.2019 Oppenau/Ortenaukreis nicht bekannt Schaf 2 250€ nein
  Summe: 11.010€  

Warum setzt sich der BUND für Wölfe in Baden-Württemberg ein?

EU- und nationales Recht stellt den Wolf, wie auch andere gefährdete Tierarten, unter strengen Artenschutz. Der Wolf ist zudem für ein funktionierendes Ökosystem wichtig: Nur mit Beutegreifern wie dem Wolf können die menschlichen Eingriffe in Wildnisgebiete, wie die Regulation von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen, halbwilden Pferden und Rindern, dauerhaft reduziert werden. Lebensraum und Nahrung in Form von Rehen und Wildschweinen gibt es für den Wolf im Südwesten genug.

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Ansprechpartner Naturschutz

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Dominic Hahn

Naturschutzreferent
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Position des BUND zum Wolf

Drei heulende Wölfe  (Cornelia Arens / klickfaszination.de)

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