BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Beleuchtete Gebäude: Licht aus – für unsere Insekten!

Wenn es Nacht wird, gehen überall die Lichter an. Für nachtaktive Insekten können solche Lichtquellen zu Todesfallen werden. Sie verlieren ihren Orientierungssinn, verwechseln Tag und Nacht oder sogar Sommer und Winter. Wir wollten es genauer wissen: Welche Gebäude und Plätze brennen unnötigerweise nachts. (Foto: joexx / photocase.de)

Im Juli 2022 wurde das Biodiversitätsstärkungsgestz im baden-württembergischen Landtag verabschiedet. Darin hat sich die Landesregierung zum Schutz unserer heimischen Insekten verpflichtet. Durch die Neuregelungen ist unter anderem die Fassadenbeleuchtung an Gebäuden, die im Besitz des Landes und der Kommunen sind, nicht mehr möglich. Doch es gibt bereits jetzt zahlreiche Ausnahmen. Die Ausnahmen drohen zur Regel zu werden. Auch Kirchtürme und gewerbliche Plätze und Gebäude werden nachts unnötig beleuchtet. Und auch manche Privatgärten erstrahlen und leuchten besonders hell. Der BUND appelliert daher: Licht aus für unsere Insekten.

  • Wir wollten es genauer wissen und haben Sie gefragt: Wo im Land gehen die Lichter nicht aus? Sie haben uns Gebäude gemeldet.

Welche Gebäude leuchten noch?
(Karte bearbeitet nach Wikipedia Ssch, kjunix, CC BY-SA 3.0)

  • Rot: Beleuchtete Gebäude oder Plätze in öffentlicher Hand
  • Weiß: Beleuchtete Gebäude oder Plätze in kirchlicher Hand
  • Grün: Gewerbliche Gebäude oder Plätze
  • Blau: Sonstige Gebäude oder Plätze
  • Was passiert jetzt mit den Einträgen?

    Nachdem einige Meldungen bei uns eingegangen sind, fordern wir von der Politik, das Licht an Gebäuden in öffentlicher Hand abzuschalten. Kommunen, Kirchen-Gemeinden oder Gewerbetreibenden schlagen wir Alternativen vor.

    Warum ist das wichtig?

    Auch in Baden-Württemberg nimmt die nächtliche Beleuchtung zu. Um das große Insektensterben zu bremsen, fordert der BUND ein Umdenken bei künstlichen Lichtquellen. Seit April 2021 dürfen beispielsweise Gebäude der öffentlichen Hand in den Sommermonaten eigentlich gar nicht mehr und im Winter nur bis 22 Uhr beleuchtet werden. Doch für viele der Rathäuser, Schlösser, Klöster oder Schulen werden derzeit entweder Ausnahmen beantragt, oder die Kommunen halten sich schlicht nicht an das Gesetz. Wie viele Ausnahmen es gibt, ist nicht ganz klar. 

    Wenn es nie Nacht wird, hat das Folgen: Die Insekten paaren sich zur falschen Zeit oder finden sich erst gar nicht. Während der Winter schon naht, verhalten sie sich noch wie im Hochsommer und verkriechen sich nicht, um Schutz zu suchen. Oder sie schwirren orientierungslos um das künstliche Licht, bis sie erschöpft zusammenbrechen. Weniger Insekten bedeuten aber auch weniger Futter für Vögel und Fledermäuse.

    Übrigens: Das Biodiversitätsstärkungsgesetz ist auf Druck des Volksbegehren Artenschutz - Rettet die Bienen entstanden, bei dem der BUND Baden-Württemberg mitgearbeitet hat. Das Gesetz gilt bundesweit als das fortschrittlichste zum Schutz der Biodiversität. Es sieht außerdem die Pestizidreduktion vor, die verstärkte Förderung der ökologischen Landwirtschaft, das Verbot von Schottergärten und den Schutz von Streuobstwiesen.

    Licht aus – für unsere Insekten!

    Mitmachen und Fallen melden!

    Ansprechpartnerin Naturschutz

    Lilith Stelzner

    Naturschutzreferentin
    E-Mail schreiben Tel.: 0711 620306-14

    Aktion: Licht aus!

    Machen Sie mit und melden Sie uns Fallen für Falter & Co.!

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    Infos zu den Auswirkungen von nächtlichem Licht auf Insekten. 

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