BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Beleuchtete Gebäude: Licht aus – für unsere Insekten!

Wenn es Nacht wird, gehen überall die Lichter an. Für nachtaktive Insekten können solche Lichtquellen zu Todesfallen werden. Sie verlieren ihren Orientierungssinn, verwechseln Tag und Nacht oder sogar Sommer und Winter. Wir wollten es genauer wissen: Welche Gebäude in öffentlicher Hand werden noch immer beleuchtet. (Foto: joexx / photocase.de)

Über ein Jahr ist es her (Juli 2020), dass das Biodiversitätsstärkungsgestz im baden-württembergischen Landtag verabschiedet wurde. Darin hat sich die Landesregierung zum Schutz unserer heimischen Insekten verpflichtet. Durch die Neuregelungen ist unter anderem die Fassadenbeleuchtung an Gebäuden, die im Besitz des Landes und der Kommunen sind, nicht mehr möglich. Doch es gibt bereits jetzt zahlreiche Ausnahmen. Die Ausnahmen drohen zur Regel zu werden. Der Schutz der Insekten wird damit hinfällig. 

  • Wir wollten es genauer wissen und haben Sie gefragt: Wo im Land gehen die Lichter nicht aus? Sie haben uns beleuchtete Gebäude gemeldet, die in öffentlicher Hand sind und die nachts beleuchtet werden.

Welche Gebäude leuchten noch?
(Karte bearbeitet nach Wikipedia Ssch, kjunix, CC BY-SA 3.0)

  • Rot: Beleuchtete Gebäude in öffentlicher Hand. 
  • Gelb: Beleuchtete Gebäude in kirchlicher Hand.
  • Was passiert jetzt mit den Einträgen?

    Nachdem einige Meldungen bei uns eingegangen sind, fordern wir von der Politik, das Licht an diesen Gebäuden abzuschalten.

    Warum ist das wichtig?

    Auch in Baden-Württemberg nimmt die nächtliche Beleuchtung zu. Um das große Insektensterben zu bremsen, fordert der BUND ein Umdenken bei künstlichen Lichtquellen. Seit April 2021 dürfen beispielsweise Gebäude der öffentlichen Hand in den Sommermonaten eigentlich gar nicht mehr und im Winter nur bis 22 Uhr beleuchtet werden. Doch für viele der Rathäuser, Schlösser, Klöster oder Schulen werden derzeit entweder Ausnahmen beantragt, oder die Kommunen halten sich schlicht nicht an das Gesetz. Wie viele Ausnahmen es gibt, ist nicht ganz klar. 

    Wenn es nie Nacht wird, hat das Folgen: Die Insekten paaren sich zur falschen Zeit oder finden sich erst gar nicht. Während der Winter schon naht, verhalten sie sich noch wie im Hochsommer und verkriechen sich nicht, um Schutz zu suchen. Oder sie schwirren orientierungslos um das künstliche Licht, bis sie erschöpft zusammenbrechen. Weniger Insekten bedeutet aber auch weniger Futter für Vögel und Fledermäuse.

    Übrigens: Das Biodiversitätsstärkungsgesetz ist auf Druck des Volksbegehren Artenschutz - Rettet die Bienen entstanden, bei dem der BUND Baden-Württemberg mitgearbeitet hat. Das Gesetz gilt bundesweit als das fortschrittlichste zum Schutz der Biodiversität. Es sieht außerderm die Pestizidreduktion vor, die verstärkte Förderung der ökologischen Landwirtschaft, das Verbot von Schottergärten und den Schutz von Streuobstwiesen.

    Wie kann ich mitmachen?

    Abendspaziergang

    Schnappen Sie sich bei Ihrem Abendspaziergang eine Fotokamera, halten Sie die Augen offen und melden Sie uns Bauten der öffentlichen Hand, deren Fassade angestrahlt wird. 

    Tragen Sie das Gebäude auf unserer Karte ein.

    Gebäude melden!
     

    Hintergrund:

    Infos zu den Auswirkungen von nächtlichem Licht auf Insekten. 

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