Der Stachelbeerspanner ist der Schmetterling des Jahres 2016
(BUND)
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die BUND NRW Naturschutzstiftung haben den Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata) zum Schmetterling des Jahres 2016 gekürt. Er steht auf der Roten Liste gefährdeter Tiere und gilt als bundesweit gefährdet. ´ Seit 2003 kürt der BUND den Schmetterling des Jahres. Damit möchte der Naturschutz-und Umweltschutzverband auf die Bedeutung und Bedrohung der Falter aufmerksam machen.
„Der Stachelbeerspanner gilt nach der Roten Liste bundesweit als gefährdet. Insbesondere die intensive Forstwirtschaft bedroht seine Lebensräume. Der Falter lebt in warmen lichtdurchfluteten Wäldern und Auwäldern in Europa. Mit der Wahl möchten wir auf den starken Rückgang des Stachelbeerspanners aufmerksam machen“, sagt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND in Baden-Württemberg.
In Baden-Württemberg ist die Art heute vor allem in der Südhälfte und in der gesamten Oberrheinebene zu finden, nur ganz selten im Nordosten des Landes. „Nachweise der letzten Jahre vermitteln jedoch den Eindruck, dass der dramatische Rückgang etwas verlangsamt wurde. Es besteht zumindest ein wenig Hoffnung, dass die Art sich auch wieder leicht erholen könnte“, sagt die Landesgeschäftsführerin.
Stachelbeerspanner: Farbenfroher Harlekin der Lüfte
Wegen seiner auffälligen Färbung wir der Falter auch Harlekin genannt. Der Stachelbeerspanner wird etwa 20 Millimeter lang und hat eine Flügelspannweite von 40 Millimetern. Sein Körper ist orange mit mehreren schwarzen Flecken, auf jedem Segment einen. Die Flügel tragen mehrere Reihen von schwarzen Tupfen, die Vorderflügel haben zusätzlich noch eine leuchtend orangegelbe Binde. Diese auffällige Warntracht schützt den Falter vor Fressfeinden.
Ausgewachsene Schmetterlinge nehmen keine Nahrung auf. Sie sind im Hochsommer für wenige Wochen nachts unterwegs und legen ihre Eier in kleinen Gruppen an die Unterseite der Blätter von Stachel- oder Johannesbeeren ab. Die Raupen sind ebenso wie die erwachsenen Schmetterlinge lebhaft gefärbt und für Vögel ungenießbar. Sie überwintern eingesponnen zwischen Blättern.
Naturschutz selbstgemacht: Mehr Beerenobst, weniger Pestizide in heimischen Gärten
Früher waren Stachelbeerspanner auch im Siedlungsbereich verbreitet. Doch anstelle von Bauerngärten mit Beerensträuchern findet man heute oft nur noch ausgeräumte Gärten, in denen die Schmetterlinge keinen Lebensraum haben. Der BUND empfiehlt Gartenbesitzern, wieder mehr Beerenobst anzupflanzen und auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten. So kann sich der schöne Nachtfalter zukünftig wieder in unseren Gärten wohlfühlen“, so Pilarsky-Grosch.
Hintergrund: Schmetterling des Jahres
Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der bunten Flugkünstler und den Verlust der biologischen Vielfalt aufmerksam zu machen.
Kontakt für Rückfragen:
Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgschäftsführerin des BUND in Baden-Württemberg, E-Mail: sylvia.pilarsky-grosch(at)bund.net, Tel.: (0711) 620306-13
Christine Fabricius, Naturschutzreferentin, E-Mail: christine.fabricius(at)bund.net, Tel.: (0711) 620306-14
Falter des Jahres der letzten Jahre (für mehr Infos bitte auf die Bilder klicken)
Die BUND NRW Naturschutzstiftung und die Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen haben die „Goldene Acht“ (Colias hyale) zum Schmetterling des Jahres 2017 gekürt, um auf den Rückgang des Falters aufmerksam zu machen. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht zusehends.
(Heiner Ziegler
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BUND)
2016 wurde der Stachelbeerspanner (Abraxas grossulariata) zum Schmetterling des Jahres gekürt. Der Nachtfalter steht auf der Roten Liste und wird bundesweit als gefährdet eingestuft. Wie viele andere Schmetterlingsarten wird der Stachelbeerspanner vor allem durch die intensive Forstwirtschaft bedroht. Monokulturen aus Kiefern und Fichten verdrängen die früher lichtdurchfluteten Wälder und rauben dem Falter zunehmend den Lebensraum.
(Lubomir Hlasek
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BUND)
In vielen Gegenden Deutschlands verschwindet der Schmetterling des Jahres 2015, das Rote Ordensband. Die offizielle Einstufung auf der Roten Liste als gefährdet ist nur eine Frage der Zeit. Seine Raupen ernähren sich von Weiden- und Pappelblättern. Sie leiden deswegen unter dem Rückgang von Auenwäldern sowie feuchten Laub- und Mischwäldern, in denen Weiden und Pappeln häufig vorkommen.
(BUND)
Im Jahr 2014 erhielt der Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae) den Titel als Falter des Jahres. In den 1960er Jahren kam der Wolfsmilchschwärmer hierzulande sehr viel häufiger vor. Mittlerweile ist er aus vielen Regionen komplett verschwunden. Ursache dafür ist der zunehmende Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Standorte, auf denen die Zypressen-Wolfsmilch, Nahrungspflanze der Wolfsmilchschwärmer-Raupen, in größeren Mengen wächst, beispielsweise Trockenrasen, Ruderalflächen, Kiesgruben, Binnendünen und an sonnigen Hängen, Feld- und Wegrändern.
(Walter Schön)
Der Sumpfwiesen-Perlmuttfalter (Boloria selene) wurde 2013 zum Schmetterling des Jahres gekürt. Anhand dieser Art lässt sich besonders gut zeigen, wie sich der Klimawandel auf die biologische Vielfalt in Deutschland auswirkt. Der Falter kommt noch in weiten Teilen Europas, Asiens und in Nordamerika vor.
(Walter Schön)
Der Große Schillerfalter ist einer der größten und schönsten Tagfalter, aber selten zu sehen. 2011 wurde er zum Schmetterling des Jahres gewählt. Der Schmetterling verbringt sein Leben vor allem in den Baumkronen naturnaher Mischwälder.
(Günter Künkele)
Noch gibt es ihn. Doch der Große Fuchs steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der bedrohten Tiere. Wie vielen Schmetterlings- und anderen Insektenarten machen ihm die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft und der Flächenfraß zu schaffen. Nun wurde er zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt. So wollen wir auf den Rückgang des Falters aufmerksam machen.
(R. Manderbach
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www.deutschlands-natur.de)


