Planung auf gutem Weg, aber Umsetzung entscheidet über Erfolg

12. Dezember 2023 | Biotopverbund (BW), Artenschutz (BW), Naturschutzpolitik (BW), Naturschutz, Volksbegehren Artenschutz - "Rettet die Bienen", Naturoasen schützen (BW), Flächenschutz (BW), Landwirtschaft

Kommentar zur Umsetzung des Biotopverbunds in Baden-Württemberg

Stuttgart. Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat heute (12.12.2023) gemeinsam mit Umweltministerin Thekla Walker in der Landespressekonferenz den aktuellen Stand der Umsetzung des Biotopverbunds im Land vorgestellt. Dazu kommentiert Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg: „Wir freuen uns, dass das Land seine Verantwortung ernst nimmt und das erste Ziel zur Schaffung des Biotopverbundes erreicht hat. Ein Erfolg für die biologische Vielfalt im Land, der maßgeblich auch auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zurückgeht. Denn dank dieser Initiative zahlreicher Naturschützer*innen gab es erstmals in Baden-Württemberg gesetzlich verankerte Zielvorgaben zum Ausbau eines Netzes verbundener Biotope“, betont die Landesvorsitzende. Bis 2023 sollten zehn Prozent des Offenlandes als ein solches grünes Netzwerk eingerichtet sein. Bis 2030 muss der Anteil auf 15 Prozent wachsen.

Positiv bewertet der BUND Baden-Württemberg auch die finanzielle und personelle Förderung des Landes für die Planung und Umsetzung von Biotopverbundmaßnahmen für Kommunen sowie Landwirt*innen. „Der Verlust der biologischen Vielfalt ist auch ein schleichender Verlust unserer Lebensgrundlagen – diese Investitionen in unsere Natur sind also überlebenswichtig. Mit den vorhandenen Schutzgebietsinseln können nur 30 bis 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten dauerhaft erhalten werden. Wir appellieren an alle Beteiligten, diese Fördermaßnahmen auch in Anspruch zu nehmen. Denn mit Planungen allein ist der Natur in Baden-Württemberg noch nicht geholfen. Erst mit der Umsetzung und vor allem auch einer dauerhaften Pflege der Biotope, können Kommunen ihrer Pflicht nachkommen und die Landwirtschaft weiterhin ihren Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Land leisten“, so Sylvia Pilarsky-Grosch. Allerdings dürften darüber schon länger bestehende Schutzgebiete nicht vergessen werden. Denn rund 80 Prozent der geschützten Lebensräume in der Europäischen Union befinden sich in einem schlechten Zustand, darunter beispielsweise die meisten der nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützten blühenden Heuwiesen in Baden-Württemberg.

 

Weitere Informationen

 

Kontakt für Rückfragen

Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V., sylvia.pilarsky-grosch(at)bund.net, 0172 / 83 44 294

 

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