BUND Landesverband
Baden-Württemberg

BUND-Tipp: Wildkatzen auf Wanderschaft. Bitte vorsichtig fahren!

04. November 2016 | Wildkatze

Junge Wildkatzen sind gerade auf Wanderschaft auf der Suche nach neuen Revieren. Der Tod an der Straße ist die häufigste Todesursache der seltenen Tiere. Der BUND appelliert daher zu besonderer Achtsamkeit im Straßenverkehr.

Der Tod an der Straße ist die häufigste Todesursache der seltenen Tiere.  (Thomas Stephan/ BUND)

Junge Europäische Wildkatzen begeben sich in diesen Wochen auf die Suche nach neuen Revieren. Deshalb ruft BUND in Baden-Württemberg zu Achtsamkeit im Straßenverkehr auf, insbesondere beim Durchqueren von Wäldern.

„Der Tod an der Straße ist die häufigste Todesursache der seltenen Tieren“, sagt Axel Wieland, Wildkatzen-Experte des BUND Baden-Württemberg. „Für den Erhalt der Tiere ist das eine ernste Gefahr.“ Wildkatzen sind nachtaktive Tiere, die in der Dämmerung und Dunkelheit jagen und wandern. „Durch ihre großen und sehr lichtempfindlichen Augen werden Wildkatzen sehr leicht durch Scheinwerfer geblendet“, so Axel Wieland. Daher sollten Autofahrer*innen in waldreichen Gegenden auf ihre Geschwindigkeit und Wildwechsel-Verkehrsschilder achten. Den Straßenrand rechts und links sollte man zudem im Auge behalten. Wenn ein Tier zu sehen ist, nicht das Fernlicht aufblenden, besser hupen.

Was tun beim Fund einer toten Wildkatze?

„Wenn eine tote Wildkatze gesichtet wird, ist zunächst auf die eigene Sicherheit zu achten: Der Unfallort ist mit einem Warndreieck zu kennzeichnen. Warnweste nicht vergessen und das Tier nicht ohne Handschuhe anfassen“, so Axel Wieland vom BUND.  Der BUND in Baden-Württemberg rät, die Forstliche Versuchsanstalt (FVA) in Freiburg zu kontaktieren. Diese kümmert sich um die Erfassung und das weitere Vorgehen.

BUND und das Rettungsnetz Wildkatze

Der BUND setzt sich seit 2007 für die Wiedervernetzung in Baden-Württemberg ein. Im Juni 2016 hat der Verband den ersten Wildkatzen-Korridor des Landes bei Herrenberg und Nufringen eingeweiht. Der Korridor aus Bäumen und Büschen ist drei Kilometer lang und gibt Wildkatzen und anderen wandernden Wildtieren Schutz und Deckung bei der Eroberung von Lebensräumen. „Nur bei einer gut vernetzten Landschaft haben seltene Arten wie die Wildkatze eine langfristige Überlebenschance“, so Wieland.

Langfristig sollen diese dann vom Schwarzwald in den Schönbuch bis auf die Schwäbische Alb wandern können. Bundesweit zielt der BUND auf einen bundesweiten Verbund an Wäldern von insgesamt 20.000 Kilometern Länge ab. „Nicht immer ist es möglich, die Waldverbindungen fernab von Straßen zu entwickeln. Umso wichtiger ist ein achtsames Verhalten der Autofahrer.“

Kontakt für Rückfragen:

  • Axel Wieland, Projektkoordinator beim BUND Baden-Württemberg, Rettungsnetz Wildkatze: Wildkatzensprung, E-Mail: axel.wieland@bund.net, Tel.: (0711) 620306-24

  • Micha Herdtfelder, Forstliche Versuchsanstalt (FVA), Freiburg, mobil (0173) 6041117

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