BUND, NABU, VfEW und AÖL: Mehr Ökolandbau in Wasserschutzgebieten

24. Januar 2019 | Flüsse und Gewässer (BW), Landwirtschaft, Naturoasen schützen (BW), Naturschutzpolitik (BW)

Wasserwirtschaft, Biobauern und Umweltverbände in Baden-Württemberg fordern mehr Ökolandbau im Land. Gemeinsame Pressemitteilung.

Anlässlich des heutigen Tages des Ökolandbaus auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin fordert der Verband der Energie- und Wasserwirtschaft (VfEW) Baden-Württemberg gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL), dem NABU und dem BUND Baden-Württemberg die zügige Umstellung der Landwirtschaft in Wasserschutzgebieten auf Ökolandbau.

Die Verbände stützen ihre Forderung auf eine jüngst veröffentlichte Studie des Thünen-Instituts, der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft, zu den Leistungen des ökologischen Landbaus für die Umwelt. Die Autoren der Studie empfehlen insbesondere in Wasserschutzgebieten auf Ökolandbau umzustellen. Der Grund: Durch Ökolandbau werden deutlich weniger Stickstoff, Tierarzneimittel und Pestizide in Böden und Gewässer eingetragen.

„Bio“ hat hohes Potenzial zum Schutz von Wasser und Boden

„Wir freuen uns sehr, dass wir für unsere Forderung, in Wasserschutzgebieten verstärkt auf Ökolandbau zu setzen, jetzt Rückenwind von höchster amtlicher Stelle bekommen“, sagt Torsten Höck, Geschäftsführer des VfEW. „Die ökologische Landwirtschaft zeigt ein hohes Potenzial zum Schutz von Grund‐ und Oberflächenwasser sowie des Bodens, da rund 28 Prozent weniger Stickstoff ausgetragen und auf chemisch-synthetische Pestizide komplett verzichtet wird. Das verbessert die Qualität unseres Grundwassers zum Wohle der Bevölkerung in ganz Baden-Württemberg.“

Auch Christian Eichert, Geschäftsführer der AÖL Baden-Württemberg, sieht sich durch die Studie bestätigt: „Schmackhafte Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft sind gefragt wie nie. Doch die elf Prozent Öko-Anbaufläche in Baden-Württemberg reicht nicht aus, um die große Nachfrage zu decken. Wenn wir mit Bio aus Baden-Württemberg die Umwelt schonen und gleichzeitig die steigende Nachfrage der heimischen Verbraucherinnen und Verbraucher decken könnten, wäre das eine feine Sache. Doch um die Zielmarke des Landes von 30 Prozent Bioanbaufläche bis 2030 zu erreichen, sind noch deutlich größere Anstrengungen notwendig.“

Die Landesvorsitzenden von BUND und NABU, Brigitte Dahlbender und Johannes Enssle, ergänzen: „Nicht nur für den Schutz von Trinkwasser und Gewässer bringt der Ökolandbau Vorteile, auch beim Klimaschutz, bei der Bodenfruchtbarkeit, der Förderung der Artenvielfalt und der Ressourceneffizienz hat er deutlich die Nase vorne“, fasst Enssle die Studienergebnisse zusammen. BUND-Landesvorsitzende Dahlbender ergänzt: „Wo, wenn nicht in unseren Schutzgebieten, sollte Ökolandbau daher zum Standard gemacht werden.“

Die Verbände ermutigen die Landesregierung, ihre Bemühungen zur Förderung des Ökolandbaus in Baden-Württemberg weiter zu verstärken. Insbesondere bei der Umstellung auf Ökolandbau in Wasserschutzgebieten wünschen sich die Verbände verstärkte Bemühungen. „Jedes Jahr werden über die sogenannte Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) rund 20 Millionen Euro in die Wasserschutzgebiete gepumpt, damit dort weniger Gülle ausgefahren wird. Mit diesem Geld könnte man mitunter mehr erreichen, wenn es in die Umstellung auf Ökolandbau in den Wasserschutzgebieten investiert werden würde“, sind sich die Verbände einig.

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