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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

BUND-Kommentar: Stagnation statt Tempo beim Klimaschutz

17. April 2019 | Klimaschutz (BW), Umweltpolitik (BW), Klima und Energie (BW), Klimawandel, Ressourcen & Technik, Verkehr (BW), Naturschutzpolitik (BW)

BUND-Kommentar zur Pressemitteilung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg Nr. 88/2019 zu den Treibhausgas-Emissionen 2017.

„Die Treibhausgas-Emissionen in Baden-Württemberg stagnieren. Und sie stagnieren seit Jahren. Doch die Zeit drängt: Es bleiben nur noch 10 Jahre, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen und bei uns im Land tut sich nichts, obwohl schnelles konsequentes Handeln sofort nötig wäre“, sagt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg lagen die Treibhausgas-Emissionen 2017 bei rund 78,7 Millionen Tonnen und bewegten sich damit etwa auf Vorjahresniveau.

CO2-Budget bis 2024 aufgebraucht

„Wenn es so weitergeht, dann hat Baden-Württemberg bis 2024 sein CO2-Budget komplett aufgebraucht.“ Damit die 1,5-Grad-Obergrenze einigermaßen sicher eingehalten werden kann, dürfen laut Weltklimarat IPCC ab 2018 weltweit nur noch maximal 420 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente (dazu gehören Methan und Lachgas) in die Atmosphäre abgegeben werden. Da Baden-Württemberg einen Anteil von 0,15 Prozent an der Weltbevölkerung hat, bedeutet das, dass ihm ein maximales Restbudget von 610 Millionen Tonnen bleiben. Dieses wäre bei den momentanen jährlichen Emissionen 2024 aufgebraucht.

Klimapolitik muss Chefsache werden

„Nach einem Ende der Stagnation sieht es in Baden-Württemberg leider nicht aus. Grün-Schwarz streitet seit Monaten über das neue Klimaschutzgesetz“, so Pilarsky-Grosch. Der BUND Baden-Württemberg fordert die grün-schwarze Landesregierung auf, Klimapolitik zur Chefsache zu erklären und danach zu handeln. „Die Koalition muss ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz vorlegen und ein neues Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept mit ganz klaren Maßnahmen erarbeiten. Mit einer echten Mobilitätswende und einer wirksamen Wärmewende. Dafür muss die Landesregierung die entsprechenden finanziellen Mittel bereitstellen.“

Der BUND Baden-Württemberg hat im Vorfeld der Novelle des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes für Baden-Württemberg eine Stellungnahme vorgelegt.

MOBILITÄT

  • Massive Reduktion der zurückgelegten Strecken
  • Ersatz des motorisierten Individualverkehrs durch öffentlichen Verkehr oder nichtmotorisierten Individualverkehr
  • Austausch der Antriebstechnik bei gleichzeitiger Verkleinerung der Fahrzeuge

KRAFTWERKE DER ALLGEMEINEN VERSORGUNG

  • Abschaltung der fossilen Großkraftwerke
  • Ausbau der erneuerbaren Energien
  • Ausbau der Wärme- und Kältenetze

HAUSHALTE UND GEWERBE, HANDEL, DIENSTLEISTUNGEN

  • Massive Reduktion des Raumwärmebedarfs durch thermische Sanierung
  • Verbot des Einbaus neuer fossiler Heizsysteme
  • Verminderung der Wohnraumgröße pro Kopf

INDUSTRIE

  • Umstellung auf ökologisch nachhaltige Produkte
  • Reduktion und Flexibilisierung des Energieverbrauchs
  • Nutzung erneuerbarer Energien für Metall- und Zementindustrie
  • Einbettung in Wärme- und Kältenetze

LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT

  • Reduktion des Fleischkonsums
  • Reduktion des Viehbestandes
  • Reduktion des Düngemitteleinsatzes

ABFALL- UND ABWASSERWIRTSCHAFT

  • Reduktion der Müllmengen
  • Erhöhung der Recyclingquoten, auch bei Baustoffen
  • konsequente energetische Nutzung der Reststoffe

Weitere Informationen:

Die Stellungnahme können Sie hier abrufen.

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