Zum Einnisten schön

03. März 2018 | Artenschutz (BW), Naturschutz

Wegen fehlender Nistmöglichkeiten in alten Obstbäumen, an Hauswänden oder stachligen Sträuchern können viele Vogelarten nicht mehr bei uns brüten. Nistkästen helfen den Vögeln beim Überleben.

Meise an einem Nistkasten Der BUND empfiehlt, Nisthilfen zu schaffen. Vor allem als Gartenbesitzer können Sie viel für die heimische Vogelwelt tun.  (BUND)

Alle Vögel sind schon da – aber können Sie auch bleiben? Wegen fehlender Nistmöglichkeiten in alten Obstbäumen, an Hauswänden oder stacheligen Sträuchern können viele Vogelarten nicht mehr bei uns brüten. Wir zeigen, wie Sie Abhilfeschaffen können.

Betrachten Sie Ihre Umgebung mal aus der Vogelperspektive, gern mit den Augen einer Mehlschwalbe, eines Steinkauzes oder eines Kleibers. Gibt es im Garten, auf der Streuobstwiese ums Dorf, in den Grünanlagen der Stadt genug Bäume, die geeignete Nistmöglichkeiten bieten? Stehen noch Scheunen mit Luken und Ritzen auf den Feldern? Hat der Kirchturm Einfluglöcher für Turmfalken? Wenn Sie etliche dieser Fragen bejahen können, dann leben Sie wohl in einem Vogelparadies, wo mit beginnendem Frühjahr ein fröhliches, vielfältiges Vogelgezwitscher anhebt und Vögel aller Art beim geschäftigen Nestbau zu beobachten sind.

Finden Sie jedoch, dass schon mal mehr Arten da waren und es um Sie herum ruhig mehr Vögel geben sollte, können Sie selbst Abhilfe schaffen. Denn mehr als die Hälfte aller Vogelarten in Deutschland ist inzwischen als gefährdet eingestuft (110 Arten) oder weist Besorgnis erregende Bestandsverluste (31 Arten) auf.

Der BUND empfiehlt, Nisthilfen zu schaffen. Vor allem als Gartenbesitzer können Sie viel für die heimische Vogelwelt tun. Pflanzen Sie stachelige Büsche wie Schlehe, Brombeere oder Wildrose, dort können Vögel ihre Küken sicher groß ziehen. Lassen Sie draußen Unordnung zu: in morschen Bäumen, abgestorbenen Ästen, Hecken und Wildnisecken fühlen sich viele Tierarten wohl; dort siedeln sich Vögel, aber auch Fledermäuse an. Als Gegenleistung für die kleinen „Wildnisreservate“ helfen Ihnen die Vögel dabei, den Garten von Steckmücken und anderen Schädlingen zu befreien.

Kurzfristige und gezielte Abhilfe für die Wohnungsnot der Vögel erreichen Sie durch das Anbringen spezieller Nistkästen. Je nach Bauart des Kastens und Größe des Einflugloches werden Mauersegler, Rauchschwalben, Mehlschwalben, Schleiereulen, Steinkauz, Wiedehopf, Baumläufer oder Turmfalke dort einziehen – vorausgesetzt natürlich die Kästen werden in einer für die Tiere passender Umgebung angebracht. So benötigt etwa der Baumläufer einen direkt am Baum angebrachten Nistkasten mit zwei seitlichen Löchern. Grauschnäpper, Haus- und Gartenrotschwanz bevorzugen Halbhöhlen. Der seltene Mauersegler bezieht nur Nistkästen, die mindestens vier Meter hoch am Haus angebracht sind. Außerdem braucht er die Möglichkeit den Nistkasten frei anzufliegen.

Die Kästen gibt es im Gartenfachhandel zu kaufen, Sie können Sie aber auch mit etwas handwerklichem Geschick selbst bauen (Bauanleitungen siehe unten). Ihr Einsatz wird reich belohnt. Sind erst mal gefiederte Gäste eingezogen, werden Sie viel Freude an ihnen haben. Besonders auch für Kinder ist das Beobachten der Vögel ein schönes Naturerlebnis.

Weitere Informationen:

  • Beim BUND Südlicher Oberrhein finden Sie Nistkastenbauanleitungen für die oben genannten Arten sowie Tipps zum Aufhängen und Säubern der Nistkästen.
  • Für Einsteiger gibt es dort auch einen Selbstbausatz zu bestellen
  • Der BUNDladen bietet Nistkästen an z. B. eine Zaunkönig-Kugel und verschiedene Meisen-Residenzen. 

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb