Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren. 

OK
BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Gift für Mensch, Tier und Pflanze

20. Mai 2016 | Landwirtschaft, Naturschutz, Naturschutzpolitik (BW)

Glyphosat ist nicht nur Gift für den Menschen, sondern auch für die biologische Vielfalt. Die Landesregierung muss alles in ihrer Macht stehende tun, um Mensch, Natur und Umwelt zu schützen.

„Glyphosat ist nicht nur Gift für den Menschen, sondern auch für die biologische Vielfalt. Die Landesregierung muss alles in ihrer Macht stehende tun, um Mensch, Natur und Umwelt zu schützen. Der BUND in Baden-Württemberg fordert von der Landesregierung, all ihre Einflussmöglichkeiten zu nutzen, damit die Bundesregierung Ende Juni in Brüssel gegen eine Wiederzulassung stimmt“, sagt Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND in Baden-Württemberg.

Glyphosat trägt erheblich zum Artensterben in der Intensiv-Landwirtschaft bei. Der Grund dafür: Der großflächige Einsatz von Pestiziden hat  fast unkrautfreie und blütenarme Monokulturen zur Folge. Doch viele Arten benötigen zum Überleben Pflanzenvielfalt. Aufgrund der Blütenarmut finden Insekten keine Nahrung. Durch den Rückgang von Insekten fehlt wiederum die Nahrungsgrundlage für weitere Tierarten. Besonders davon betroffen: Vögel, Reptilien und Schmetterlinge, aber auch Fledermäuse und andere Säugetierarten.

Zudem weisen Studien nach, dass Glyphosat direkt giftig ist für Bodenbakterien, Insekten und Regenwürmer. Frösche, Kröten und Molche sind wegen ihrer besonders durchlässigen Haut besonders betroffen. Auch viele Gewässer sind mit Glyphosat belastet. Die Pestizid-Belastung in Gewässern ist ein Hauptgrund für den drastischen Amphibien-Rückgang, der auch in Baden-Württemberg zu beobachten ist.

Glyphosat wird im Boden nur sehr langsam durch Mikroorganismen abgebaut. In Tonmineralien und Wurzelrückständen bleibt Glyphosat über längere Zeit gebunden. So ist das Gift auch nach Jahren noch wirksam und schädigt die Bodenfruchtbarkeit. In Pflanzen wird das Totalherbizid kaum und im Körper von Tier und Mensch gar nicht abgebaut. So kommt es in den Wasserkreislauf und erneut auf die Äcker. „Glyphosat kommt wieder und wieder in den Wasserkreislauf. In Kombination mit Netzmitteln verstärkt sich die Giftigkeit von Glyphosat sogar“, so Dahlbender.

„Sollte der Wiederzulassung des Giftes in Brüssel wider aller Vernunft und Vorsorgeprinzipien zugestimmt werden, muss die Landesregierung Glyphosat auf landeseigenen Flächen wie Parks, städtischen Grünanlagen und Straßenbegleitgrün verbieten“, so die Landesvorsitzende.

Hintergrund zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt (22. Mai):

Der 22. Mai wird seit 2001 als Internationaler Tag der Biologischen Vielfalt gefeiert. Der Tag erinnert an den 22. Mai 1992, als in Nairobi Einigkeit über das UN-Übereinkommen über Biologische Vielfalt erzielt wurde. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt der UN auf dem Thema „Biodiversität als Grundlage von Gesellschaft und Wirtschaft“.

Kontakt für Rückfragen:

  • Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V., E-Mail: brigitte.dahlbender(at)bund.net

  • Angela Koch, Referentin für Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Tel.: (0711) 620306-17, E-Mail: angela.koch(at)bund.net

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb