BUND, VCD und PRO BAHN fordern verlässliche Bahnverbindungen und endlich echte Fortschritte beim Ausbau der Gäubahn

23. Oktober 2026 | Mobilität, Verkehr (BW), Stuttgart 21 (BW)

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, VCD und PRO BAHN

Stuttgart. Vor der heutigen Sitzung des Lenkungskreises zu Stuttgart 21 fordern BUND, VCD und PRO BAHN die Projektpartner erneut auf, sich für einen zukunfts- und leistungsfähigen Bahnknoten Stuttgart im Sinne von Fahrgästen und Umwelt einzusetzen. Nach jahrelangen Verzögerungen, Pannen und erneuten Kostensteigerungen darf bewährte Infrastruktur nicht vorschnell aufgegeben werden.

Erst im September haben die Aussagen des ehemaligen SMA-Chefs Werner Stohler ernsthafte Zweifel an der Belastbarkeit des Stresstests von 2011 aufgeworfen. Es braucht – auch angesichts geänderter Rahmenbedingungen − endlich eine unabhängige Überprüfung der Leistungsfähigkeit und Offenheit für alternative Lösungen. Dass im Regionalverkehr bereits zum Start von S21 auf kapazitätsschonende Linienführungen, Doppelstockzüge und Doppelbelegungen zurückgegriffen wird, belegt fehlende Reserven.

„Im vitalen Interesse aller Bahnkunden bestehen wir auf einen Bahnknoten, der im Alltag zuverlässig funktioniert und genügend Kapazität für den künftigen Bahnverkehr bietet. Deshalb müssen mindestens so lange oberirdische Gleise erhalten bleiben, bis der neue Tiefbahnhof im Vollbetrieb unter realen Bedingungen seine Leistungsfähigkeit bewiesen hat. Gleichzeitig braucht der Ausbau der Gäubahn im Süden endlich eine verbindliche Perspektive mit ausreichenden Mitteln und Planungskapazitäten“, so die Verbände.

Wie fragwürdig die Prioritätensetzung bei Stuttgart 21 ist, zeigt der Pfaffensteigtunnel: Die offizielle Kostenschätzung ist zuletzt um 500 Millionen Euro auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig drohen den Fahrgästen auf der Gäubahn durch die Bauarbeiten erhebliche Einschränkungen bis hin zu einer bis zu 15-monatigen Unterbrechung zwischen Böblingen und Stuttgart-Rohr. Während Milliarden für den klimaschädlichen und unwirtschaftlichen Tunnel aus dem Bundeshaushalt fließen, verwehrt der Bund dem Ausbau im Süden weiterhin jede verlässliche Perspektive. Die S21-Projektpartner – allen voran das Land Baden-Württemberg – müssen sich unverzüglich beim Bund dafür einsetzen, dass die nötigen Mittel und Kapazitäten gesichert und die nächsten Planungsschritte für den Gäubahnausbau Süd sowie die weiteren baden-württembergischen Projekte des Deutschlandtakts verbindlich festgelegt werden.

Die Projektpartner müssen jetzt die Weichen für einen zuverlässigen Bahnknoten stellen – mit realistischen Leistungsnachweisen, dem Erhalt notwendiger Infrastruktur und einem konsequenten Ausbau der Gäubahn.

 

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Kontakt für Rückfragen (nicht zur Veröffentlichung):

  • Bastian Greiner, Mobilitätsreferent des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, bastian.greiner(at)bund-bawue.de, 0711 620306-30

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