BUND-Delegierte verabschieden Resolution: Ressourcenverbrauch begrenzen und Altdorfer Wald retten!

25. April 2021 | BUND Baden-Württemberg (BW), Flächenschutz (BW), Flächenverbrauch (BW), Klimaschutz (BW), Klima und Energie (BW), Klimawandel, Nachhaltigkeit, Naturoasen schützen (BW), Naturschutz, Naturschutzpolitik (BW), Ressourcen & Technik, Wälder, Wildkatze, Umweltpolitik (BW)

Die Landesdelegierten verabschieden eine gemeinsame Resolution von BUNDjugend und BUND. Sie fordern, dass auch beim Rohstoffabbau im Land endlich die Grenzen des Wachstums wahrgenommen und eingehalten werden.

Teilnehmer*innen der LDV fordern den Schutz des Altdorfer Waldes.  (BUND BW)

Selten werden die verheerenden Folgen des ungebremsten Wachstumsbedarfs unserer Gesellschaft so deutlich wie beim Rohstoffabbau unter Wäldern. Kies ist einer dieser Rohstoffe, mit denen die Bauwirtschaft den Flächenverbrauch und die Zersiedelung unserer Landschaft durch einen Teufelskreis aus Neubau und Abbruch befeuert und weiterhin auf Beton als wichtigsten Baustoff setzt. Am Sonntag (25.4.) haben die Delegierten des BUND Baden-Württemberg während der Landesdelegiertenversammlung ein Zeichen gegen den Rohstoffabbau gesetzt: In einer Resolution und virtuellen Aktion appellierten sie an die Landespolitik, den Altdorfer Wald zu schützen und dort den Kiesabbau nicht zuzulassen.

Flächenverbrauch eindämmen!

BUND und BUNDjugend Baden-Württemberg fordern unter anderem vom Land, dem Flächenverbrauch endlich ein Ende zu setzen und ein ambitioniertes Zieljahr festzuschreiben, ab dem Verbrauch und Renaturierung sich die Waage halten. Der Rohstoffabbau in ökologisch sensiblen Ökosystemen muss verboten werden.

„Wir leben in einer endlichen Welt. Alle Ressourcen, sei es Kies oder Fläche, die sich nicht im menschlichen Maßstab erneuern, dürfen wir deshalb nur mit extremer Vorsicht nutzen. Dafür ist es notwendig, alte Dogmen vom stetigen Wirtschaftswachstum über den Haufen zu werfen“, beschreibt Sylvia Pilarsky-Grosch, die neue Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg die Situation. „Bisher trauen sich Politik und Verwaltung leider noch nicht an die Frage heran, wie der Verbrauch endlicher Ressourcen massiv reduziert werden kann.“ Besonders deutlich wird dies im neuen Rohstoffkonzept, das die Landesregierung momentan vorbereitet und das die Frage nach absoluten Grenzen der Ressourcennutzung ignoriert.

Land muss Vorbild sein

Welche fatalen Folgen der Rohstoffhunger der Menschen haben kann, zeigt sich vor Ort im Altdorfer Wald. Der gesunde, artenreiche Wald ist als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Oberschwabens ein zentraler Bestandteil des nationalen Wildwegekorridors und des landesweiten Biotopverbundes im Wald. Nun soll er dem Kiesabbau weichen.

„Dieser Wald ist zu 80 Prozent in Besitz des Landes Baden-Württemberg. Es trägt eine Verantwortung und darf den Wald nicht der Zerstörung durch Kiesabbau preisgeben“, erklären Sylvia Pilarsky-Grosch und Sarah Leierseder, Landesjugendsprecherin der BUNDjugend. „Wir appellieren an die Politik, ein neues Biosphärengebiet einzurichten, das neben dem Altdorfer Wald auch die Gewässer und Moore dieser Region einschließt!“

Konflikt zwischen lebenswerter Zukunft und finanziellen Interessen

BUNDjugend und BUND unterstützen die Waldbesetzer*innen, die den Konflikt zwischen lebenswerter Zukunft und kurzfristigen finanziellen Interessen im Altdorfer Wald ins Licht der Öffentlichkeit gerückt haben. „Wir jungen Menschen nehmen es nicht hin, dass unsere Zukunft und Lebensgrundlagen für die Gewinne einzelner Unternehmen aufs Spiel gesetzt werden. Wenn das in einem auf Wachstum basierenden Wirtschaftssystem nicht funktioniert, dann müssen wir uns ein neues Wirtschaftssystem ausdenken. Mit dem Wald können wir schlecht verhandeln“, betont Gina Berger, BUNDjugend-Aktivistin aus der Region Ravensburg.

 

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