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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

#bitteuǝpuǝʍ: Mehr Rückenwind für die Energiewende

06. September 2017 | Bundestagswahl, Energiewende, Klima und Energie, Klimaschutz, Klimawandel, Nachhaltigkeit

BUND und NABU fordern nach der Bundestagswahl die bisherige Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien aufzuheben.

Ein blauer Luftballon mit der Aufschrift Klima schützen jetzt auf einer Demo.  (Jörg Farys / BUND)

Deutschlands größte Umweltverbände, der BUND und NABU, fordern heute (6.9.) mehr Rückenwind für die Energiewende nach der Bundestagswahl. Die bisherige Deckelung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien muss aufgehoben werden. Nur mit entschiedenem Handeln für einen naturverträglichen Ausbau auf 100 Prozent erneuerbare Energien und einem zügigen Kohleausstieg kann der drohenden Klimakatastrophe wirksam begegnet werden.

BUND und NABU rufen die handelnden Parteien und damit die nächste Bundesregierung auf, bereits im Koalitionsvertrag die Ziele für Klimaschutz und Erneuerbare Energien so festzulegen, dass sie das Pariser Klimaabkommen konsequent umsetzen. Neben der naturverträglichen Energiewende fordern die Verbände mehr Engagement bei der Einsparung von Energie. „Die bisherige Regierungsbilanz in Fragen der Klima- und Energiepolitik ist enttäuschend. Entscheidende Maßnahmen wie der Kohleausstieg wurden nicht angepackt und der Energiewende die Bremse eingebaut“, erklärt Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender. „Gleichzeitig wurde versäumt endlich den schlafenden Riesen Energieeffizienz zu wecken. Klima- und Naturschutz sind dann am besten vereinbar wenn wir unseren Energieverbrauch deutlich senken“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

„Für dauerhaften Klimaschutz muss endlich auch der Gebäudebereich angepackt werden. Rund 40 Prozent des Energieverbrauchs wird in diesem Sektor verursacht. Trotzdem hat es die große Koalition in der vergangenen Legislaturperiode nicht geschafft, endlich die Sanierungsquote zu steigern. Ein Gebäude-Energie- und ein verbindliches Energieeffizienz-Gesetz muss ebenfalls ganz oben im Aufgabenkatalog der künftigen Bundesregierung stehen,“ betont Tschimpke.

„Die veränderten Förderbedingungen für erneuerbare Energien machen es Bürgerenergiegesellschaften schwer, weiter in die Energiewende zu investieren,“ kritisiert Hubert Weiger. „Die Energiewende muss weiter von den Bürgern vor Ort getragen werden können – das ist zentral für den raschen Ausbau der Erneuerbaren mit breiter Akzeptanz. Für die Bürgerenergie braucht es deshalb dringend eine neue Lösung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), sonst dörrt der vitalste Ast der Energiewende aus. Auch dank dieses Bürger-Engagements findet die Energiewende heute dezentral, an vielen Orten im ganzen Land statt.“ Dieses Engagement müsse fortgeschrieben werden, so Weiger und Tschimpke. „Auch wenn sich hier Konflikte zeigen, ein naturverträglicher Ausbau vor allem der Windenergie ist möglich, wenn er richtig geplant wird und an geeigneten Standorten stattfindet.“

Beide Verbandsspitzen sprachen sich für eine gute Planung der Windkraft-Standorte aus, um seltene Arten zu schützen und Landschaftseingriffe zu minimieren. Sie betonten aber auch, dass es ohne zügigen Ausbau in allen Teilen Deutschlands nicht gehe: „Die Bundesländer sind aufgefordert, in ihrer Landesplanung den Windkraft-Ausbau zu ermöglichen und nicht wie Nordrhein-Westfalen und Bayern durch unrealistische Abstandsregeln zu verhindern. Das erhöht im Zweifel nur den Druck auf die Natur.“

•    Weitere Informationen zu den Forderungen: www.bund.net/energiewende/

Podiumsdiskussion in RAdolfzell:

 

Der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, und NABU-Präsident Olaf Tschimpke diskutieren heute (6.9.) mit Vertretern der im Bundestag vertretenen Parteien über die Energiewende: Was muss sich ändern, damit Deutschland im Klimaschutz wieder Fahrt aufnimmt? Wie gelingt die beschleunigte, naturverträgliche Energiewende, insbesondere der Ausbau der Windkraft an Land? Wie bekommen wir die Erneuerbaren auch in andere Bereiche wie den Wärmesektor? Wie stärken wir Bürgerenergie und Energieeffizienz?Diesen drängenden klimapolitischen Fragen stellen sich die Kandidat*innen zur Bundestagswahl:•    Andreas Jung (CDU), MdB, Wahlkreis Konstanz•    PSt Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD), MdB, Wahlkreis Waldshut•    Claudia Haydt (Die Linke), Kandidatin Bundestagswahl, Bodenseekreis•    Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen), MdB, Wahlkreis DürenDie Veranstaltung wird von Dagmar Dehmer (Der Tagesspiegel) moderiert.

  • Datum: 06. September 2017, 18 – 20 Uhr
  • Ort: Milchwerk, Werner-Messmer-Straße 14, 78315 Radolfzell

 

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