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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

BUND-Kommentar zum 12-Punkte-Plan gegen die Afrikanische Schweinepest

09. Februar 2018 | Landwirtschaft, Wälder, Naturschutzpolitik

Bestand von Schwarzwild zu reduzieren ist notwendig. Doch: Lebensmitteleinfuhrwege müssen systematisch kontrolliert werden

„Die Afrikanische Schweinegrippe muss aufgehalten werden“, so Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg. „Um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern, ist es richtig, den Schwarzwildbestand zu reduzieren. Doch der BUND ist nicht mit allen Maßnahmen im 12-Punkte-Plan einverstanden.“

Sehr kritisch sieht die BUND-Landeschefin, dass die Schonzeit im März und April aufgehoben werden soll. „Die Einführung der Schonzeit im neuen Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz 2015 war ein großer Erfolg für den Naturschutz“, so Dahlbender. Die Jagdruhe wurde vom Landesjagdverband und der CDU jedoch immer abgelehnt. „Nun wird die Afrikanische Schweinepest vorgeschoben, um die Schonzeit wieder abzuschaffen. Doch viele Tiere im Wald profitieren von ihr, nicht nur die Bachen und ihre Frischlinge. Auch Rehe brauchen die Ruhe. Viele Waldvögel haben im März und April Balz- und Brutzeit. Schon vor 2015 ist der Wildschweinbestand kontinuierlich gestiegen, obwohl es die Jagdruhe noch nicht gab. Die Abschaffung der Schonzeit wird nicht weiterhelfen und anderen Tieren im Wald schaden.“

Schutz anderer Tiere im Wald nicht opfern

Auch lehnt es Dahlbender strikt ab, die Jagd in Naturschutzgebieten grundsätzlich zu erlauben. „Die Naturschutzgebiete machen nicht einmal drei Prozent der Fläche Baden-Württembergs aus. Diese kleinen Gebiete werden sicher nicht zum Einfallstor für die Afrikanische Schweinepest“, so Dahlbender. „In vielen Schutzgebieten ist die Jagd ohnehin schon erlaubt. Wo nicht, ist das zum Schutz von besonders störungsempfindlichen Vogelarten, wie Schwarzstorch und Waldschnepfe. Diesen Schutz müssen wir bewahren und nicht aus angeblicher Prävention opfern“, so Brigitte Dahlbender.

Maisfelder am Waldrand bieten reichgedeckten Tisch

Dass es den Wildschweinen in Baden-Württemberg so gut geht, hängt auch mit dem Maisanbau zusammen, der oft bis an den Waldrand heranreicht. „Die Maisfelder bieten den Wildschweinen einen reichhaltig gedeckten Tisch. Dadurch vermehren sich die Wildscheine schneller. Daher wäre ein Mindestabstand von zwanzig Metern zwischen Maisfeld und Waldrand angebracht“, so Brigitte Dahlbender. 

Kontrolle der Lebensmitteleinfuhrwege

Damit die Schweinepest erst gar nicht nach Baden-Württemberg kommt, müssen viel grundlegendere Maßnahmen ergriffen werden. „Dass Logistikunternehmen und die Landwirtschaft über die Einschleppungsgefahr aufgeklärt werden, ist gut“, so Dahlbender. „Was dem 12-Punkte-Plan von Minister Hauk bislang fehlt, ist ein Konzept zur frühzeitigen Kontrolle der Lebensmitteleinfuhrwege. Das ist zwar zeit- und kostenaufwendig, aber das einzige Mittel, damit die Afrikanische Schweinegrippe erst gar nicht nach Baden-Württemberg kommt.“

Kontakt für Rückfragen

  • Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e. V., brigitte.dahlbender(at)bund.net 

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