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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Mit Stiefeln und Schaufeln für den Naturschutz

29. April 2015 | Wildkatze, Naturschutz

Der BUND LV Baden-Württemberg und die Gemeinde Herrenberg erweitern den baden-württembergischen Wildkatzenkorridor.

Der BUND LV Baden-Württemberg und die Gemeinde Herrenberg erweitern den baden-württembergischen Wildkatzenkorridor.  (Thomas Stephan)

Der BUND Baden-Württemberg sowie Schülerinnen und Schüler der Grundschule Affstätt haben den Wildkatzenkorridor in Herrenberg-Affstätt erweitert. Durch die Pflanzung wird der Korridor zwischen Schwarzwald und Schönbuch um einen wichtigen Trittstein erweitert. So können Wildkatzen und andere Wildtiere zwischen Wäldern umherwandern und neue Lebensräume erobern. Der erste Spatenstich dafür wurde im Jahr 2014 gelegt. Die Fläche für die Erweiterung stellte die Gemeinde Herrenberg zur Verfügung.
 
Heute haben Axel Wieland, Koordinator des Wildkatzenprojekts vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e. V., Klaus Webersinke, Ortsvorsteher von Affstätt, und Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 der Grundschule Affstätt  den Wildkatzenkorridor durch eine naturnahe Bepflanzung von Hecken und Sträuchern um einen wichtigen Trittstein erweitert. Trittsteine sind grüne Inseln, die Wildkatzen und anderen Tierarten - wie Vögeln, Rehen oder Laufkäfern - Schutz und Lebensraum bieten.

„Wir haben gezeigt, dass es selbst in so dicht besiedelten und intensiv genutzten Räumen wie in Herrenberg-Nufringen, möglich ist, Waldlebensräume zu verbinden. Dies hat Modellcharakter für ganz Deutschland“, erklärt Axel Wieland. „Die Zerschneidung der Wälder durch Straßen, sich ausdehnende Wohn- und Gewerbegebiete oder Ackerflächen ist eine der größten Gefahren für Wildkatzen. Die Wildtierpopulationen können nur dann dauerhaft überleben, wenn wir Lebensräume wieder miteinander verbinden und sich die Tierpopulationen untereinander austauschen.“

Vernetzung der Wälder: Überlebenschance für Wildkatzen

Seit dem ersten Spatenstich im April 2014 konnte der BUND Baden-Württemberg weitere sechs Gebiete mit einer Gesamtfläche von mehr als einem Hektar sichern und durch die Bepflanzung von sieben Trittsteinen ein wichtiges erstes Band entlang des Korridors knüpfen. Der Korridor Herrenberg-Nufringen wird die Ausläufer des Schwarzwald und des Schönbuch verbinden.

Unterstützung aus Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung

Die Gemeinde Herrenberg hat diese wichtige, weil zentral gelegene Fläche, in das Korridorprojekt eingebracht. Klaus Webersinke erklärt, warum sich die Gemeinde Herrenberg einbringt: „Das Stadtentwicklungskonzept „Herrenberg 2020“ hat sich die Erhaltung und den Schutz der natürlichen Lebensräume sowie der Arterhaltung zum Ziel gesetzt. Mit dem Projekt können wir der Gemeinde Herrenberg wieder ein Stück Wildnis in die Heimat bringen. Die Wildkatze ist für uns die Galionsfigur für alle wandernden Tierarten.“
 
„Ohne die Unterstützung aus Naturschutz, Landwirtschaft, Forst und Verwaltung wären wir nicht in so großen Schritten vorangekommen“, sagt Projektkoordinator Axel Wieland beim BUND Baden-Württemberg. „Doch es gibt noch viel zu tun: Weitere Grundstücke müssen erworben und umgestaltet werden, damit die Wildkatze sicher entlang des Korridors vom Nordschwarzwald zum Schönbuch wandern kann.“

Hintergrundinformation:

Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

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