Dieses Projekt ensteht in einer engen Abstimmung mit dem RP Freiburg.
Fischerei am Mindelsee
Nachdem der Staat im November 1871 den Mindelsee erworben hatte, wurden ab dem darauffolgenden Jahr Pachtverträge zur fischereilichen Bewirtschaftung abgeschlossen und Berichte über den Fischfang am Mindelsee verfasst.
Unter den vielen Pächtern und Mitpächtern seit 1872 waren Fischermeister, Landwirte, Gastwirte, Metzger und Müller sowie vermögende Personen, viele von ihnen aus der näheren Umgebung oder Unterseegemeinden. (1)
Von 1872 bis 1895 gab es sechsjährige Pachtverträge, von da ab bis heute zwölfjährige.
Derzeitige Fischereipächter sind Alois, Gudrun und Friedhelm Glönkler, Mitpächter gibt es keine. Der See darf nur vom Pächter und nur mit einem Ruderboot befahren werden.
Seit 2001 gilt ein mit dem Naturschutz abgestimmter fischereilicher Rahmenbesatzplan für den Mindelsee (2), der die bislang durchgeführten jährlichen Einzelabsprachen zum Fischbrutbesatz mit dem Fischwasserpächter gemäß der Verordnung des Naturschutzgebietes ersetzt (3).
Außerdem werden jährlich maximal 20 Angelkarten an einheimische Sportfischer vergeben, die gemäß der Schutzgebietsverordnung nur an vorgegebenen Stellen am Südufer und am Badeplatz angeln dürfen. Weiterhin bestehen Fischereipachtverträge für den Mühlebach, Ortsbach Möggingen inklusive. Fällgraben, Krebsbach und Adernbach.
Seit langem besteht der Wunsch, genaue Aussagen zu Populationsgrößen von Fischarten und Schwankungen der Fischbestände sowie Alters- und Größenvariabilität der Tiere machen zu können. Diese sind allerdings nur durch mehrjährige intensive Untersuchungen möglich, welche am Mindelsee bislang nicht durchgeführt wurden. Hierbei könnte sicherlich die Fischartenliste ergänzt und zugleich die Fragen beantwortet werden, ob im Mindelsee weitere Kleinfischarten vorkommen und warum diese bislang nicht nachgewiesen werden konnten.
Dennoch gibt es verlässliche Daten zur Fischfauna im Mindelsee. Die Erkenntnisse zum Vorkommen von Fischarten basieren im Wesentlichen auf den Ergebnissen einer Versuchsfischerei im Sommer 1980 (4), ergänzt durch Angaben von Hans-Johst Wetzlar (5), Fischexperte des Regierungspräsidiums Freiburg, und durch aktuelle Auskünfte über die Fangzahlen und Fischbesätze der Familie Glönkler (6).
Angaben zum Fang sind nicht gleichbedeutend mit den Fischbeständen, verleihen aber einen guten Einblick in die Fischfauna. Nach nahezu 40 Jahren Fischpacht und bis zu 100 Fahrten pro Jahr kennen die Glönklers den Mindelsee wie ihre eigene Westentasche . Hinzu kommt, dass seit mehreren Jahrzehnten mit einer Vielzahl verschiedener Fanggeräte alle Habitate repräsentativ befischt werden und hierdurch ein guter Überblick über das Fischartenspektrum besteht (5).
Auf der nächsten Themenseite werden einige Fischarten exemplarisch vorgestellt.
Fischerhütte am Mindelsee
(Christopher Hardwick
/
BUND BW)
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