Dieses Projekt ensteht in einer engen Abstimmung mit dem RP Freiburg.
Zeitreise
vor 20.000 Jahren - Entstehung des Mindelsees
Die Mindelsee-Vertiefung (Mindelseefurche) ist in der Würmeiszeit entstanden.
Vor 20.000 Jahren lag über dem Alpenvorland eine mächtige Eisschicht. Über dem Mindelsee war diese über 200 Meter dick. | Bild aus der Mindelsee-Ausstellung
(Christopher Hardwick
/
BUND BW)
Die Eiszungen hinterließen nach dem Abschmelzen eine Landschaft mit Moränenwällen und kleinen Hügeln sowie mit vielen kleinen und großen Seen | Bild aus der Mindelsee-Ausstellung
(Christopher Hardwick
/
BUND BW)
1490 u. 1845 - Wassersenkung
Erste Wassersenkung 1490:
"Die erste große willkürliche Veränderung der natürlichen Wasserverhältnisse widerfuhr dem Mindelsee im Jahre 1490. Damals senkten die Markelfinger Bauern den Spiegel des Mindelsees ab, um neue Wiesen im Oberried, einem ausgedehnten Riedgelände vor dem Mindelsee, zu gewinnen." (1)
Zweite Wassersenkung 1845:
Hier wurde ein neuer Entwässerungskanal (ca. 3m tiefer als der bisherige) angelegt, um den Mindelsee-Pegel um 1,4 m auf 405,7 m ü N.N. zu senken.
Das Ziel dieser zweiten Wasserabsenkung war, mehr Flächen für den Torfabbau zu gewinnen.(1)
Typischer Enwässerungsgraben
(Kings Sedgemoor Drain by Nigel Mykura
/
CC BY-SA 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0>)
1845 - 1921 - Torfabbau
In diesem Zeitraum gab es an verschiedenen Stellen am Mindelsee Torfabbau. Die erste Torfabbau Periode ging von 1845 bis ca. 1860. Aus wirtschaftlichen Gründen hat sich der Torfabbau aber nicht gelohnt und wurde somit eingestellt.
Zum letzten Mal kam das Thema Torfabbau am Mindelsee im Jahr 1920 in den Notjahren nach dem 1. Weltkrieg auf. Der Torfabbau ging aber vermutlich nur ein Jahr, da das Domänenamt die Flächen gerne wieder als Streuwiesen weiter verpachten wollte. (1)
15.08.1938 - Unterschutzstellung
Der Mindelsee wurde schon damals als schützenswertes Naturdenkmal betrachtet und behandelt. Deswegen wurde der Mindelsee im Jahre 1938 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. (1)
1972 - Start der Betreuung durch den BUND
Ab 1979 (bis heute) betreut der BUND Landesverband Baden Württemberg e.V. im Rahmen einer offiziellen Betreuungsübertragung das Naturschutzgebiet Mindelsee.
Zu den Betreuungstätigkeiten gehören Erfassungen von Pflanzen- und Tierarten, Artenschutzprojekte, Kontrollgänge und Berichtswesen, die Durchführung von naturkundlichen Führungen, das Management von Landschaftspflegemaßnahmen, Besprechungen und Ortstermine sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Besucherlenkung.
1974 - Anpassung des Mindelsee-Wasserstandes
Der Mindelsee wurde in diesem Jahre nochmals um 10 cm auf 405,55 m ü. N.N. herabgesetzt. (1)
Der Pegelstand ist bis heute in diesem Rahmen geblieben. Je nach Jahreszeit und Regenfällen ändert sich dieser ein wenig.
1978 - Anlegung der ersten Amphibien-Teiche
Im Winter 1978/1979 wurden am Nordufer des Mindelsees 20 Teiche für Wasservögel, Amphibien und Libellen angelegt.
1980 - 2019/20 - 1. Mindelsee-Ausstellung
Im Jahr 1980 eröffnete der BUND die erste Mindelsee-Ausstellung. Diese befand sich direkt im Ortskern von Möggingen, im BUND Naturschutzzentrum.
1988 - Ausbringung Brutfloß
Im Jahr 1987 beantragte der BUND die Ausbringung eines Brutfloßes auf dem Mindelsee. Der Hintergrund ist, dass die seltenen Flussseeschwalben immer weniger Brutplätze vorfinden. Das Brutfloß ist ein idealer Ort, da es für Fressfeinde wie den Fuchs unerreichbar ist.
22.09.2021 - Eröffnung der neuen Mindelsee-Ausstellung
In unserer neuen, modernen Ausstellung präsentieren wir die Besonderheiten des vom BUND seit 1972 betreuten Naturschutzgebietes. Die Dauerausstellung erklärt für Jung und Alt auf vielfältige Weise die Entstehung der Landschaft. Ebenso verdeutlicht sie die hohe ökologische Bedeutung der Landschaft und deren Nutzung durch den Menschen. Informiert wird auch über das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000, den landesweiten Biotopverbund und Maßnahmen zum Schutz von Arten und Lebensräumen.
04.2025 - Ausbringung eines zweiten Brutfloßes
Da der Platz auf dem 1. Brutfloß mittlerweile sehr eng wurde, gibt es nun seit April 2025 ein zweites Brutfloß auf dem Mindelsee. Im gleichen Zug wurde das alte Brutfloß von Grund auf erneuert.
Themen der Station
Gut zu wissen:


