130 Liter täglich

Der Mensch kann ohne Wasser nicht existieren. Doch er neigt dazu, verschwenderisch damit umzugehen. Zum Überleben benötigt ein gesunder Mensch täglich nur ca. 2,5 Liter Wasser. In den letzten 100 Jahren ist der tägliche Wasserverbrauch von einem Menschen jedoch von 20 Liter auf 130 Liter gestiegen. Erschreckend dabei ist, dass die durchschnittliche Wassermenge einer Toilettenspülung hierzulande dem Tagesbedarf eines Menschen in Entwicklungsländern entspricht.

Pissoir, Bild: Pixelio.de

Wasserverbrauch pro Person und Tag (Circa-Angaben und für Deutschland):

  • 42 Liter Toilettenspülung
  • 39 Liter Baden, Duschen
  • 18 Liter Wäschewaschen
  • 8 Liter Körperpflege
  • 8 Liter Geschirrspülen
  • 7 Liter Blumen/Garten
  • 4 Liter Putzen
  • 4 Liter Kochen / Trinken
  • 2 Liter Autowäsche

Ist Süßwasser im Überfluss vorhanden?

Der geringe Prozentsatz an Süßwasser steht nicht allen Menschen in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung. Umweltverschmutzung, Bevölkerungsexplosion und verschwenderische Nutzung machen sauberes Trinkwasser zu einem knappen Gut. Ausgetrocknete Brunnen, schadstoffbelastete Quellen, sinkende Grundwasserspiegel, marode Wasserleitungen und ineffiziente Bewässerungslandwirtschaft sind Ausdruck eines allzu sorglosen Umgangs mit einer unersetzbaren Ressource. Viele meinen, in Deutschland stelle das Trinkwasser weder quantitativ noch qualitativ ein Problem dar. Dem ist nicht so. Längst gibt es in trockenen Sommern regionale Engpässe: "Frankfurt säuft die Wetterau leer", so eine Schlagzeile.

Wasser, Bild: Pixelio.de

Problematischer jedoch ist der Schadstoffeintrag. Nitrat z.B. gelangt durch Überdüngung in das Grundwasser und macht vielerorts Brunnen für die Trinkwasserentnahme unbrauchbar. Für das aus Oberflächenwasser gewonnene Trinkwasser ist der Stand der Abwasserreinigung und die verbleibende Schadstoffbelastung der Fließgewässer von entscheidender Bedeutung. Die Aufbereitung des Wassers ist aufwendig. Der Bau von Leitungen und Kläranlagen sowie deren Instandhaltung ist teuer. Wasser- und Abwassergebühren lassen das den Verbraucher spüren. Das Bewusstsein für den schonenden Umgang mit der wertvollen Ressource muss entwickelt bzw. unterstützt werden - für Heute und vor allem auch für Morgen!

Wasserpolitik in Deutschland

Wasser spielt in der deutschen Entwicklungspolitik seit jeher eine wichtige Rolle. Wasser- und Abwassermaßnahmen sind der größte Investitionsbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Ausreichende und saubere Wasservorkommen sind für die Erhaltung der Ökosysteme, der Arten und der genetischen Vielfalt lebenswichtig. Die Probleme globaler Klimaveränderungen und des rücksichtslosen Raubbaus an Wäldern mit seinen Folgen wie Bodenerosion, Dürre und Überschwemmungen wirken sich ebenfalls auf die Wasservorkommen aus. Die Schadstoffbelastung der Wasservorräte aus industriellen und kommunalen Abwässern oder die fortgesetzte Verseuchung des Grundwassers durch Nitrate und Pestizide nehmen durch Verstädterung, Intensivierung der Landwirtschaft und Bevölkerungswachstum immer mehr zu. Bei der nationalen Wasserpolitik gibt es trotz der guten allgemeinen Situation bei der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern dennoch zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Erfahrungen mit dem Hochwasser.

Umfangreiche Informationen rund um das Thema Wasser & Trinkwasser erhalten Sie auf zahlreichen Seiten im Internet. Im Folgenden eine kleine Auswahl:



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