Dem Schmutz keine Chance

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Frühjahr! Die Natur putzt sich heraus. Auch aus der Wohnung möchten wir den Wintermief vertreiben. Ob Sie nun die ganze Wohnung auf den Kopf stellen oder sich den vernachlässigten Ecken widmen: Für den Frühjahrsputz brauchen Sie keine aggressive Chemie. Wir geben Ihnen Tipps, was statt dessen hilft.

Bioläden, aber auch Supermärkte und Drogeriemärkte führen ein Sortiment aus ökologischen Putzmitteln für den täglichen Bedarf. Achten sie darauf, dass Reiniger mit dem EU-Umweltzeichen oder dem Blauen Engel gekennzeichnet sind. Aber auch für hartnäckige Flecken gibt es Alternativen zu scharfen Reinigungsmitteln wie Scheuerpulver, Toilettenreinigern, Backofensprays und Co: Waschsoda, Essig, Natron, Borax, Eukalyptusöl, und Muskelkraft. Die Zutaten für ihren ökologischen Putzschrank sind in Supermarkt oder Apotheke (Natron, Borax) erhältlich. Auch wenn die genannten Mittel weniger die Umwelt belasten als viele chemische Wunderwaffen, sollten Sie sie sparsam verwenden und vor Kindern und Tieren sicher aufbewahren.

Mildes Scheuermittel – Natron

Natron ist ein altes Hausmittel. Es ist Bestandteil von Backpulver, aber auch von Zahnpasta. Es ist der perfekte Allzweckreiniger in Küche und Bad, denn es verkratzt selbst empfindliche Oberflächen und Armaturen nicht und hat einen sehr geringen Schadstoffgehalt. Zudem ist Natron ein guter Geruchsbinder. Ideal, um zum Beispiel unangenehme Gerüche aus dem Kühlschrank zu vertreiben. Einfach den Kühlschrank mit einer Paste aus Natron und Wasser auswischen. Auch Arbeitsflächen in der Küche oder Waschbecken und Duschwanne im Bad lassen sich so gründlich reinigen. Schimmelbildung an schwer zugängliche Fugen zwischen Duschwanne und Fliesen oder am Wasserhähne und Abflüsse schrubbt man mit einer mit Natron bestreuten Zahnbürste, Schimmelflecken auf dem Duschvorhang mit Natron einreiben und gut abspülen.

Tipp: Für ein selbsthergestelltes Scheuermittel 4 Esslöffel Natron mit 1 Esslöffel Wasser zu einer zähen Paste verrühren. Mit einem feuchten Schwamm oder Tuch auftragen, den Rest wegpolieren.

Für Problemzonen in Bad und Toilette - Borax:

Im Haushalt findet man Borax in Seife, Wasserenthärtern und als Perborat in Waschmitteln. Es ist ein natürlich vorkommendes Mineral aus der Klasse der Borate. Es löst Fett, hemmt Schimmelbildung, macht Bakterien unschädlich und deodoriert. Damit ist es gut geeignet, um Toiletten zu reinigen. Hartnäckigen Urinstein bestreicht man am besten mit einer Paste aus Borax und Zitronensaft. Über Nacht einwirken lassen und dann kräftig schrubben.

Auch gegen Schimmelbildung im Bad hilft das Mittel: Gefährdete Stellen mit einer Paste aus Essig und Borax zu behandeln. Vorbeugend hilft auch regelmäßiges Lüften nach dem Duschen.

  • Aber Vorsicht: Borax ist giftig, wenn es geschluckt wird!

Nicht nur für die Salatsoße – Essig

Farbloser Essig entfernt Kalkflecken und ist ein guter Ersatz für Toilettenreiniger. Sie können Essigreiniger selbst herstellen, indem Sie zwei Teile Essig mit einem Teil Wasser mischen und einige Tropfen Eukalyptusöl zufügen. Die Zutaten in eine Sprühflasche geben, vor Gebrauch gut schütteln und auf einen feuchten Lappen sprühen. Damit lassen sich Fett und Schmutz von Spüle, Fliesen, Holz und Kunststoffoberflächen entfernen.

Wundermittel Waschsoda

Waschsoda hilft bei vielen hartnäckigen Verschmutzungen. In warmem Wasser aufgelöst wirkt es als Lauge – tragen Sie deshalb beim Putzen besser Handschuhe. Waschsoda löst eingebrannte Verschmutzungen, Teeränder und Fett. Verkrustete Backbleche, Pfannen und Töpfe legt man für mehrere Stunden in ein Sodabad. Danach lassen sie sich gut säubern. Gegen den fettigen Film auf Dunstabzugshauben hilft ein feuchter Schwamm mit Wasch-Soda. Außerdem eignet es sich zum Abwaschen von Holz- und Steinplatten sowie Mauern von Terrassen. Gegenstände aus Aluminium und andere empfindlichen Gegenstände sollten nicht mit Waschsoda behandelt werden. Waschsoda ist auch ein hochwirksames Einweichmittel für stark verschmutzte Berufskleidung. Tierische Fasern wie Wolle oder Seide sollten dagegen nicht mit Waschsoda behandelt werden.

  • Vorsicht! Waschsoda reizt die Schleimhäute. Nicht einatmen oder verschlucken. Von Kindern fernhalten und nicht in der Nähe von Lebensmitteln aufbewahren.

Wird Geschirr in der Maschine gespült, fehlt die mechanische Reinigungskraft der Hände. Deswegen sind Spülmaschinenreiniger besonders aggressiv und enthalten das in Waschmitteln schon lange verbannte gewässerschädigende Phosphat. Im Biohandel gibt es sowohl sanftere Geschirrspültabs als auch besonders schonende Reinigungsmittel. Die Verwendung von Mikrofasertüchern oder anderen Putztüchern mit pelziger Oberfläche reduziert den Putzmittelverbrauch weiter.

Antibakterielle Mittel sind im Haushalt überflüssig, da fast alle Haushaltsbakterien harmlos sind. Ihr Einwirken auf den menschlichen Organismus stärkt sogar seine Abwehrkräfte. In antibakteriellen Produkten ist dagegen oft das besonders umweltschädliche Biogift Triclosan enthalten. Diese Chemikalie kann auch Allergien auslösen und zur Zerstörung der schützenden Hautflora führen.