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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Trocken durch den Herbst - Regenkleidung ohne giftige Chemikalien

07. November 2017 | Chemie, Umweltgifte, Ressourcen & Technik, Umweltbildung

Mit dem Herbst beginnt für Kinder die Saison der Regenjacken, Gummistiefel und Matsch­hosen. Denn warme und trockene Kleider sind bei nasskaltem Wetter die beste Vorsorge gegen Krankheiten.

Viele Regenjacken beinhalten giftige Chemikalien. Sie müssten eigentlich als Sondermüll gekennzeichnet werden. Foto: rehvolution / photocase.de  (rehvolution / photocase.de)

Regenbekleidung kann jedoch der Gesundheit und der Umwelt schaden, wenn sie giftige Stoffe enthält. Bei Tests enthielten einige Regenjacken so viele giftige Chemikalien, dass sie eigentlich als Sondermüll gekennzeichnet werden müssten. Sehr verbreitet sind zum Beispiel zinnorganische Verbindungen, die die feuchten Jacken vor Schimmel schützen sollen. Diese Schadstoffe haben jedoch auch eine hormonelle Wirkung.

Regenbekleidung aus PVC enthält oft Weichmacher. Diese treten während des Tragens aus und werden vom menschlichen Körper aufgenommen. Schon in geringen Mengen können sie den Hormonhaushalt des Menschen und seine Fortpflanzung stören.

Landen PVC-Stiefel am Ende im Müll, werden bei ihrer Ver­bren­nung sowohl stark ätzender gas­för­miger Chlor­was­serstoff sowie giftige Dioxine und Furane freigesetzt. Kommunale Recyclinghöfe nehmen PVC-Produkte wie Türen und Fenster als Sondermüll an. Alte Stiefel aus PVC sollten besser dort als in der Hausmülltonne entsorgt werden.

Auch polyaromatische Kohlen­was­serstoffe (PAK) verstecken sich häufig in Regensachen. Diese Chemikalien können durch Schwitzen und Reibung freigesetzt werden. PAK sind krebserregend und stellen für die Umwelt ein großes Problem dar.

Naturkautschuk statt PVC

Wir empfehlen deshalb Produkte aus gewachster Baumwolle oder aus unschädlicheren Materialien wie Polyethylen oder Polyester. Bei Gummistiefeln sind Sie mit Produkten aus Naturkautschuk auf der sicheren Seite. Dieser ist ein nachwachsender Rohstoff, der umweltschonend geerntet wird, extrem langlebig ist und sich bei Gebrauch und Entsorgung unproblematisch verhält. Zwar haben Stiefel aus Naturkautschuk anfangs einen starken Eigengeruch, der auch nie ganz verschwindet. Das bedeutet jedoch keinerlei Gefahren für Gesundheit oder Umwelt, ausgiebiges Lüften schafft hier Abhilfe. Übrigens: Kinder sollten die Stiefel nie barfuß anziehen. Socken aus reiner Wolle vermindern die Schadstoffaufnahme und halten die Füße trocken. Ökologisch unbedenkliche Kleidung gibt es im gut sortierten Fachhandel sowie in Öko-Versandhäusern.

Stellen Sie die Giftfrage an Hersteller mit der ToxFox-App, um sich schon vor dem Kauf zu informieren, ob Produkte gefährliche Chemikalien enthalten.  

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