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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Für Apfelallergiker: Fruchtige Antiquitäten

27. September 2018 | Streuobst, Aktiv im Naturschutz, Suffizienz

An apple a day keeps the doctor away – das gilt nicht für Apfel-Allergiker. Alte Apfelsorten sind für Allergiker verträglicher und können auch Allergien lindern.

Der "Lippentest" zeigt schnell, ob eine Allergie vorliegt.  (Ulfried Miller/ BUND Baden-Württemberg)

Herzhaft zubeißen kann für Apfel-Allergiker statt Genuss Juckreiz, Schwellungen in Mund und Rachen oder Hustenreiz und Atemnot bedeuten. Rund zwei Millionen Deutsche leiden darunter. Vor allem Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, entwickeln oft auch eine Allergie gegen Äpfel.

Unverträglichkeit nicht bei jedem Apfel 

Apfel-Allergiker sollten besser die Finger von Golden Delicious, Granny Smith, Jonagold und Braeburn lassen, auch wenn diese noch so verlockend und glänzend von den Supermarkt-Regalen blitzen. Sie sind stark allergen. Alte Sorten werden viel besser vertragen. Untersuchungen haben ergeben, dass Polyphenole für die Verträglichkeit von Äpfeln eine Schlüsselrolle spielen. Polyphenole sind Bausteine des Apfels, die beispielsweise für den Geschmack sorgen.

"Alte Sorten weisen einen bis zu vierfachen Gehalt an Polyphenolen aus. Dadurch wird das Apfel-Allergen regelrecht ausgeschaltet. Greifen Sie deshalb beim Einkauf zu alten Apfelsorten wie Boskoop, Berlepsch oder Goldparmäne“, rät Almut Sattelberger, Naturschutzreferentin beim BUND Baden-Württemberg. "Wer auf dem Wochenmarkt nach diesen Sorten fragt, trägt außerdem auch zum Erhalt der Sortenvielfalt bei.“

Studie mit der Charité: Alte Sorten können Allergien lindern

Wer regelmäßig alte Apfelsorten isst, kann seine allergischen Beschwerden sogar lindern - und verträgt dann auch die Supermarktsorten wieder besser. So die Ergebnisse einer Studie der Europäischen Stiftung für Allergieforschung an der Berliner Charité. Zwei Drittel der Teilnehmer*innen litten in der folgenden Pollen-Saison auch weniger unter Heuschnupfen. Entstanden ist die Studie in Zusammenarbeit mit der BUND Lemgo. Diese befragten viele Jahre lang Menschen, die allergisch auf Äpfel reagieren.

Wo gibt es alte Obstsorten?

Ältere und verträglichere Apfelsorten sind oftmals nur auf Wochenmärkten und im Bioladen zu finden. „In vielen Gemeinden gibt es aber alte Obstwiesen, um die sich niemand mehr kümmert. Sie warten darauf, dass engagierte Bürger*innen sie pflegen und junge Bäume der alten Sorten nachpflanzen“, so Sattelberger. Eine Liste mit Bezugsquellen alter Obstsorten ist im Internet beim BUND Lemgo zu finden. Zudem hat er auch eine Liste mit Apfelsorten erstellt, die von Allergikern als verträglich beziehungsweise als unverträglich erkannt wurden.

Tipp: Lippentest

Um die Verträglichkeit einer Sorte zu überprüfen, empfiehlt der BUND Allergikern, zuerst den "Lippentest" durchzuführen. Dazu reicht es, ein kleines Stück eines ungeschälten Apfels an die Lippen zu halten und kurz abzuwarten, ob das Immunsystem mit einer Reaktion antwortet. Ist das nicht der Fall, können auch Allergiker den Apfel essen.
Kontakt für Rückfragen:

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