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BUND Landesverband
Baden-Württemberg

Insektenhotels – Ein neues Zuhause für Insekten

08. März 2018 | Artenschutz, Naturschutz

Hummeln, Wildbienen und Schlupfwespen fressen Blattläuse und Motten. Wer sie in seinem Garten beherbergt, hat natürliche Schädlingsbekämpfer als Untermieter.

Was wäre ein Garten oder eine Wiese ohne das Summen und Brummen von Bienen und Käfern im Sommer? Wirklich keine schöne Vorstellung.

Insekten haben – nicht nur im Sommer - wichtige Funktionen im Ökosystem, auch im Ökosystem Garten. Da es oft an geeigneten Brut- und Überwinterungsmöglichkeiten wie dürren Stengeln, offenem Lehm- oder Sandboden oder Totholz fehlt, können Sie die Insekten, Käfern und Spinnen mit einem eigenen Haus, dem sogenannten Insektenhotel, unterstützen – und das ganzjährig und ästhetisch ansprechend.

Viele der potenziellen Hotelbewohner wie Hummeln und Wildbienen bestäuben Blüten, z. B. von Erdbeeren, Kirsch- und Apfelbäumen - ohne Insekten keine Früchte. Andere, wie z. B. die Schlupfwespen, wirken als natürliche Schädlingsbekämpfer, beispielsweise gegen Blattläuse oder Motten. Auch seltenen Arten, z. B. verschiedenen gefährdeten Wildbienen-Arten, können Sie mit einem Insektenhaus helfen. Und sogar Tieren, die keine Insekten sind, wie Asseln, die zu den Krebstieren gehören, oder Spinnen.

Nicht zuletzt sind Insekten-Nisthilfen auch schöne „Gartenmöbel“ und – wenn man sich die Zeit zur Beobachtung nimmt – auch ideales Anschauungsobjekt zu den unterschiedlichsten Tierarten.

Die wichtigsten Grundsätze für das Insektenhotel sind:

  • Vollsonniger und witterungsgeschützter Standort.
  • Viele Kräuter, blütenreiche Wildpflanzen, einheimische Sträucher und Bäume in der Nähe.
  • Ausreichend Lehm, Sand und Wasser im Insektenhotel oder in der Nähe, damit die Insekten auch selbst bauen können.
  • Stabiles Gerüst und Dach aus Kanthölzern und Brettern, evtl. Dachpappe als Regenschutz, feinmaschigen Drahtzaun zur Abdeckung der Vorder- und Rückseite.
  • Unterteilung in verschiedene Fächer mit Brettern.
  • „Inneneinrichtung“ nur aus unbehandelten (!) Naturmaterialien: Tontöpfe, Ziegelsteine, Natursteine, Heu, Stroh, Moos, Bambusrohre, Schilfstengel, kleine Äste, gebündelte hohle Zweige (z. B. Holunder), Borkestücke, Holzklötze und Baumscheiben (mit vorgebohrten Brutröhren).

Materialliste für ein einfaches Insektenhotel:

  • 4 Bretter (2 m lang, 35 cm breit) für den Rahmen und 2 Bretter (1 m lang, 35 cm breit) für das Dach, zusätzlich 6-10 Winkelverbinder und mehrere Schrauben um die Bretter miteinander zu verbinden
  • 2 große Fundamentsteine als stabilen Unterbau (oder mit Metallfüßen einzementieren)
  • Dachpappe als Regenschutz
  • Feinmaschigen Drahtzaun
  • Tackernadeln oder kleine Nägel zum Befestigen der Dachpappe und des Drahtzauns
  • 4 Baumscheiben oder Hartholzklötze mit Bohrlöchern, hier benötigen Sie einen Bohrer mit verschieden starken Bohraufsätzen (2-10 mm Durchmesser, enge Löcher wenige, weite Löcher bis 15 cm tief, hinten eine Holzwand stehen lassen); die Holzstücke sollten nicht von der Stirnseite, sondern von der Rindenseite her angebohrt werden; Bohrlöcher sollten ganz leicht schräg nach oben führen (damit evtl. eingedrungenes Wasser ablaufen kann).
  • 2 kleine Terrakotta- oder Tonblumentöpfe und stabile Kordel zum Aufhängen
  • Lochsteine, Moos, Gras, Heu, Stroh, kleine Steinchen, dünne Zweige und Baumrinde als Inneneinrichtung

Schöne Anregungen für Insekten-Nisthilfen finden Sie hier.

Worauf Sie beim Bau achten sollten, erklärt Wildbienen-Experte Dr. Paul Westrich.

Es gibt auch kleine Nisthilfen fertig mit oder ohne Füllung zu kaufen, z. B. im BUND-Laden – eine nette Geschenkidee für Gartenfreundinnen und -freunde.

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